Ende April: Roadshow in Berlin und Hamburg

Wir begannen unsere Expedition in den Markendschungel Mitte April. Wir hatten die Absicht, uns mit Agenturen und Designern zu treffen, die uns von Freunden empfohlen wurden. Außerdem schauten wir uns das W&V-Kreativ-Ranking an. Von diesem können wir bis heute nicht sagen, ob es eher ein Indikator für die Anerkennung innerhalb der Werbeszene ist (bspw. aufgrund der Platzierungen beim "Cannes Lions"-Festival) oder einen Rückschluss auf das Erreichen der Marketingziele des Auftraggebers zulässt.
Einige große Agenturen sagten uns sehr freundlich und mit der Begründung ab, dass die Auftragslage gut und unser erwarteter Etat zu klein sei — fair enough. Der Großteil hatte jedoch Interesse an einem Treffen. Ziel war die Entwicklung unseres Corporate Designs (i.e. Gesamt-Designkonzept) und unserer Kommunikationsinhalte.

So besuchten wir zwischen dem 15. April und dem 3. Mai die Berliner Agenturen Kakoii (Schwerpunkt Design und Werbung), DBB (Werbung), TLGG (Werbung und Social Media), unit-berlin(Architektur und Mediengestaltung), Pentagram (Design und insbesondere Logo-Erstellung) und Zum Goldenen Hirschen (Jagd und nein.. ebenfalls Werbung und Design). In Hamburg trafen wir uns mit den Agenturen Grimm Gallun Holtappels (Werbung und Design - sehr innovative Webseite!!), justblue.design (Verpackungs- und Produktdesign) und Kveln (Werbung und Design - Webseite ist ebenfalls spezial..). Außerdem besuchten wir drei Freelancer, die uns empfohlen wurden, weil sie zuvor über Jahre als Kreativ-Direktoren bei namhaften Agenturen gearbeitet hatten (bspw.kreativer-kopf.de und Freischuetz).

Wir fragten uns mehrmals, ob wir nicht etwas über unser Ziel hinausgeschossen seien. Nun, wir würden es wieder so machen.

  • Erstens haben wir sehr viel darüber gelernt, wie die Aspekte der Unternehmenskommunikation miteinander zusammenhängen: Es ist in etwa so wie mit einer Pflanze. Das Erbgut, die DNA, will wohl überlegt und langfristig durchdacht sein. Alles weitere, also bspw. Firmenname, Logo, Positionierung vis-á-vis der bekannten Wettbewerber, Farb- und Bildwelten und schließlich auch Werbemotive und Inhalte ergeben sich dann recht automatisch. Wir sahen viele Beispiel dafür, wie stark sich eine gute Idee reduzieren lässt, bevor man sie ausdefiniert.
  • Zweitens wussten wir nun, was zu einem guten Kreativ-Briefing gehört: Neben den Informationen zu Kommunikationszielen, Kundengruppen und Markenattributen, die wir bereits in unserem Business Plan abgedeckt hatten, mussten wir nun Moods zusammenstellen. Bitte??? Bei Moods handelt es sich um Musik-, Farb- und Bildwelten, die dem Designer vermitteln sollen, wie sich Coffee Circle für uns anfühlt: Bspw. Musik, Fotografien und Aspekte anderer Marken. Hierzu können auch die Verpackungen zählen, wie man sie bspw. bei Lovely Package und TheDielinefindet.
  • Und drittens hatten wir das große Vergnügen, uns mit vielen veritablen Kreativ-Monstern und Werbeveteranen zu treffen. Es war ein um‘s andere Mal verblüffend, wie schnell sie sich in unsere Marke hineindenken und wie ausgewogen sie unsere Chancen auf dem deutschen Kaffeemarkt beurteilen konnten.

Anfang Mai: Die ersten Entwürfe und "Das Logo haben wir ja dann bis Ende Mai.."

Wir sind uns sicher, dass jeder unserer Gesprächspartner uns sehr gute Dienste geleistet hätte. Letztlich konnten wir uns aber die teilweise sehr entgegenkommenden Agenturangebote schlichtweg nicht leisten. Diesbezüglich hatten wir uns wohl zu viel erhofft. Also entschlossen wir uns, die Kommunikationsstrategie rund um Claim, Tonalität und Werbebotschaften selbst auszuarbeiten und unser Corporate Design von einer aufstrebenden Berliner Designerin entwerfen zu lassen, die uns schon beim ersten Treffen sehr begeistert hatte.

Nach dem zermürbend langen Textteil wird es nun farbiger im Artikel. Uns ging es Anfang Mai ähnlich: Unsere Idee bekam nun ein Gesicht. Dies sind fünf ausgewählte Entwürfe.

Aber so gut sie uns auch gefielen, war es nicht genau das, was wir uns vorgestellt hatten. Und irgendwann ging es dann nicht mehr recht voran. Rückblickend waren wir sicher nicht die einfachsten Auftraggeber. Wir hatten auf der einen Seite eine recht klare Vorstellung davon, wie sich unsere Marke anfühlen sollte. Auf der anderen Seite konnten wir die Richtung aber wohl auch nicht klar genug vorgeben.

Frisch und modernemotional sowie Kunstfertigkeit, Qualität und unseren Kreislaufansatz betonend sollte das Logo sein. Nach fünf Wochen mit langen Treffen und Skype-Telefonaten entschieden wir uns schweren Herzens, einen Neustart mit einem anderen Designer zu wagen. Die Entwürfe, die wir bis dahin bekommen hatten, waren super. Aber wir hatten nicht das Gefühl, dass ein oder zwei Wochen (Runden) später der Volltreffer dabei wäre. Wir hatten uns gegenseitig verunsichert. Und die Arbeit an unserem Web Design und die darauf folgende Programmierung unserer Webseite hingen maßgeblich von der Fertigstellung unseres Logos ab. Deshalb schob jeder Tag Verzögerung den Start unserer Webseite hinaus.

Anfang Juli: Neustart bei 12 Designer

Nachdenklich und auch etwas konsterniert überlegten wir, was wir machen könnten. Um so wenig Zeit wie möglich zu verlieren, lobten wir das Design unseres Logos auf der Webseite 12 Designer aus. Diese funktioniert vereinfacht ausgedrückt so, dass sich Designer auf der ganzen Welt (de facto eher Mittel- und Südeuropa) das zuvor hochgeladene Briefing ansehen und anschließend Entwürfe abgeben konnten. Diese mussten wir daraufhin bewerten und kommentieren. Alle anderen Designer konnten dies sehen, so dass sich die Entwürfe immer mehr unseren Vorgaben annähern sollten. Der Preis für ein Logo war mit 300 € recht günstig.
Parallel baten wir Designer aus dem erweiterten Bekanntenkreis, unentgeltlich ebenfalls ein Logo zu entwerfen und es dort einzustellen — immerhin vier hatten Interesse.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dem geneigten Leser ob der Flut an Designern und Logos nun schwindelig wird. Uns ging es nicht anders: 266 Entwürfe von 52 Designern. Puh.

Wir entschieden uns für Christian aus Berlin (dies ist seine Webseite). Nachdem er uns mit seinem Entwurf überzeugt hatte, wechselte er noch einmal die Spur und schlug uns eine Markenwelt vor, die den Qualitäts- und Handwerksaspekt der Kaffeekunst weit stärker betont, als wir es ursprünglich vorhatten.

Während wir nämlich ursprünglich nicht auf die gewohnten Kaffeemotive zurückgreifen wollten (braune Farbwelten, dampfende Bohnen, etc.), sondern ein modernes, (für Kaffee) neues und reduziertes Design bevorzugten, überzeugte er uns davon, dass uns sein Entwurf besser stünde. Freut Euch also auf unser Verpackungsdesign! :)

And the winner is:

And the eigentliche Winner is: Ein riesengroßes Dankeschön an Mama, Papa, Oma und viele unserer Freunde für's Kommentieren, Händchen halten und die Teilnahme an Blitzabstimmungen an Freitagabenden..

Zitate:

  • "Kaffee schmeckt nicht bitter!"
  • "Es gibt keinen italienischen Kaffee!"
  • Namensfindung: "Euer Name muss transportieren, wo Ihr in 10 Jahren stehen wollt; er muss euch einfacher dorthin tragen."
  • Kaffee trinken: "Kaffee ist das neue Rauchen!"
  • "Coffee Circle - Nix für Blender!"
  • Kommunikation: "Wirf jemandem einen Ball zu und er fängt einen; wirf fünf Bälle und er fängt keinen.."