Nachdem es um das äthiopische Weihnachten, was traditionell am 07./08. Januar stattfindet, sehr ruhig war und kaum jemand gearbeitet hat, geht es dafür mit meiner Arbeit in Äthiopien seit Mitte Januar wieder mit Vollgas weiter. In der letzten Woche kamen Hannes und Moritz, um die aktuelle Ernte zu verkosten und ich habe die Beiden begleitet...

 
 


Hannes, Anne und MoritzDurch die Zusammenarbeit mit Technoserve, einer internationalen NGO, die den Kaffeebauern in den Kaffeegebieten rund um unsere bevorzugte Region Jimma unterstützt, habe ich die Möglichkeit gehabt, viele interessante internationale Menschen aus dem Kaffeegeschäft kennenzulernen.

Die Ernte und Aufbereitung der Kaffees geht langsam zu Ende und immer mehr internationale Käufer kommen nach Äthiopien, um die ersten Kaffees zu verkosten. Dafür veranstalten die einzelnen Verkäufer/Exporteure sogenannte Cuppings, bei denen eine ausgewählte Reihe verschiedener Kaffees verkostet werden kann. Im Grunde läuft das genauso ab, wie bei einer Weinverkostung, bei der der Kunde am Schluss die besten Weine der Saison auswählt.

Anne beim "Cuppen"Obwohl ich mich neben der Projektarbeit immer wieder mit Kaffeethemen auseinandersetze, habe ich während der Gespräche mit den Menschen hier immer wieder das Gefühl, dass ich eigentlich sehr wenig weiß und jeden Tag etwas Neues dazu lerne.

Ein Trader aus den USA meinte sogar zu mir, dass er das Gefühl hat, immer nur 10% von dem gesamten Kaffeewissen zu haben, weil er pro Land, Kaffeeregion, Kaffeeart usw. täglich Neues erfährt – vor allem das Geschäft mit Spezialitätenkaffees scheint also wahnsinnig komplex zu sein, wenn sogar die bekanntesten Kaffeekenner, die sich seit 30 Jahren damit auseinandersetzen, täglich Neues erfahren.

Moritz und Hannes bei der Kaffeeauswahl

Seit letzter Woche sind auch Moritz und Hannes zur Kaffeeauswahl in Äthiopien. Auch sie begleiten mich auf dem Weg zum Cuppen und zur Auswahl der Kaffees. Dazu sind wir mit dem Auto direkt in das 5 ½ Stunden entfernte Jimma gefahren, um die Kaffees direkt in den Kooperativen zu verkosten. Für mich ist es dabei wahnsinnig interessant, selbst das „cuppen“ auszuprobieren und ganz viel über die richtige Auswahl der Kaffees zu erfahren. Dabei unterstützt uns auch Technoserve mit ausgebildetem Personal, dass uns viel über die Art der Kaffeekirschen, die Aufbereitung und die Geschmacksprofile erklären kann.

Zu Besuch bei den Kooperativen

Zu Besuch bei den Kooperativen

 

Zu Besuch bei den Kooperativen Zu Besuch bei den Kooperativen

 

Mobile Cupping

Eine super Entwicklung und Fortschritt ihrer Arbeit hier ist meiner Meinung nach vor allem das „Mobile Cupping“. Dabei verkostet Technoserve den jeweiligen Kaffee zusammen mit den Bauern direkt in ihren Kaffeekooperativen, um ihnen zu zeigen, wie ihr eigener Kaffee schmeckt. Dadurch bekommen die Bauern einen viel engeren Bezug zu ihrem eigenen Kaffee und können selbst feststellen, wie sich ihr Kaffee mit dem jeweiligen Geschmacksprofil möglicherweise verändert.

Die Coffee Circle Tassen sind auch in Äthiopien beliebt :)Bewohnerinnen der KooperativeIn diesem Jahr ist die Kaffeemenge in der Region Jimma leider sehr gering. Die Bauern haben rund 40% weniger Kaffee geerntet als im letzten Jahr. Dafür haben wir aber unglaublich hochqualitative Kaffees mit einem komplexen Fruchtaroma cuppen können. Ihr könnt euch also schon auf die neuen Kaffees in diesem Jahr freuen :-). Ich bin jeden Tag erneut davon begeistert, wie viele Fruchtaromen man wirklich im Kaffee schmecken kann und wie unterschiedlich sie je nach Region sind – ein wahres Geschmackserlebnis.

In den nächsten Tagen werde ich wieder zurück nach Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, fahren und von dort aus unsere Projektarbeit weiter anstoßen. Schon bald gibt es auch hier viele Neuigkeiten.

Liebe Grüße aus Äthiopien,
Anne 

 

zu den Bio-Kaffees!