Wie er seinen Kaffee trinkt? "Meistens kalt, ohne Kaffee. Mit viel Milch und Kakao." Mit Kaffee konnten wir Martin Kohlstedt nicht begeistern. Doch unsere Videos und das was hinter Coffee Circle steckt, haben überzeugt. Wir trafen den Thüringer Musiker, welcher die Musik zu unserem letzten Äthiopien-Video komponiert hat, auf einen Kaffee.

Martin Kohlstedt

1. Martin Kohlstedt, wer ist das eigentlich? Erzähl mal ein bisschen über Dich.

Dieser stinknormale Name basiert einfach darauf, dass ich jede Art von englischer, französischer, kryptischer Codes vermeiden will. Als ich anfing Musik zu machen, war mir war gar nicht klar, dass ich damit überhaupt mal mein Geld verdienen würde und ich hab das eigentlich für mich aufgezogen. Mittlerweile bespiele ich mit Marbert Rocel und Karcoel die Electro-Tanzbretter, habe eine Firma für Filmmusik und bin im Herbst auf Solotour. Da muss man sich langsam aber sicher eingestehen, dass man der Oma nicht mehr in einem Satz erklären kann, was man da eigentlich macht. Ich bin 27, komme aus einem kleinen Ort in Thüringen und lebe seit ein paar Jahren in Weimar. Ursprünglich bin ich dort heimisch geworden um Medienkunst zu studieren, habe meine Kindheitsträume erfüllt, Science-Fiction-Hörbücher geschrieben und Pflanzenroboter gebaut und schlussendlich meinen Bachelor gemacht. Jetzt, wo man die Hälfte des Jahres auf Achse ist, dient Weimar als trautes Heim zum immerwiederkehren. Ein sehr guter und zentraler Ort, um Ruhe zu haben, um sich auf die Musik zu konzentrieren. Kein Großstadtrauschen.

2. „Der Mann hat zwei Zauberhände, unter dessen Berührung jedes Piano am liebsten dahin schmelzen möchte.“ liest man im Internet. Wie fühlen sich solche Aussagen für Dich an?

Ui. (lacht) Das fühlt sich schon komisch an. Kommt drauf an, wie man es interpretiert. Das Zitat stammt von einem sehr meditativen Konzert, dass in einer Therme stattfand und auch unter Wasser ausgestrahlt wurde, deshalb passt die Wortwahl. Natürlich fühlt es sich irgendwie gut an. Ich würd mich natürlich freuen, wenn es noch mehr um die Musik selbst gehen würde. 

3. Man liest, dass sich diverse DJs ungefragt an Deinem Piano-Album „TAG“ bedient haben, welches Du 2012 auf den Markt gebracht hast. Doch statt Dich zu ärgern, hast Du gemeinsam mit genau diesen DJs eine Vinyl Platte produziert. Wie siehst Du diese neue Entspanntheit?

Ich find's gut. Ich spiele komplett rohes Piano. Und ich hab die Erfahrung gemacht, dass jeder einzelne DJ da draußen völlig verknallt ist, in samplbare, nackte Instrumente. Das heißt, wenn die dann auf Souncloud was finden, ziehen sie sich das und machen was draus. So lebt mein Gedanke ewig weiter, besser geht's nicht. Ich hab das nie erwartet, aber da sind so starke Sachen entstanden, dass mir egal war, dass ich mit der 10Inch-Vinyl auch extrem Miese gemacht habe. Das musste einfach sein. 

4. Welche Frage hast Du Dir schon immer in einem Interview gewünscht? Und wie ist die Antwort?

Martin, wo kann man dein Album kaufen? (Anm. d. Red.: lacht, hier!) Ich mag natürlich solche Fragen, die klingen, als würde man abends beim Lagerfeuer sitzen. Ich mag es, wenn Menschen an der Person interessiert sind, die Geschichte hinter dem entstehen von Musik ergründen und auf ihr Unterbewusstsein übertragen. Fragen die das Gefühl enstehen lassen, das es über den Moment hinaus geht.

5. Wie war es, unser Video zu vertonen?

Stark, bei den Bildern braucht ich nur nen Rotwein öffnen, Füße hochlegen und laufen lassen. Und das alles für ne ziemlich gute Sache!

 

Wer Interesse an einer Zusammenarbeit mit Martin hat, findet ihn auf folgenden Seiten:
www.mamaro.de
www.martinkohlstedt.com