Vielleicht weißt Du es schon: eines unserer Projekte 2012 ist die Zertifizierung unseres Limu-Kaffees.

 
  

waldgarten

Wir werden oft gefragt, warum unser Limu-Kaffee (den wir seit zwei Ernten anbieten) nicht „Bio“ sei. Das ist so nicht richtig, da der Kaffee frei von Pestiziden und Herbiziden ist, also zu 100% Bio angebaut wird. Bisher fehlte den Bauern aber das Geld für die Zertifizierung. Zusammen mit der staatlich anerkannten Zertifizierungsstelle BCS-Öko Garantie werden wir alle Produktionsschritte auf ihre Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit prüfen, um so die Bio-Zertifizierung zu erreichen.

 

  

WeiterverarbeitungIn Zukunft können die Bauern der Kooperative die sogenannte Bio-Prämie (20 US-Cents mehr pro Pfund Kaffee) verlangen - natürlich auch von uns. Bei einer Gesamtproduktionsmenge von ca. 40 Tonnen Rohkaffee pro Jahr macht das stolze 17.637 € Mehreinnahmen aus. Pro Familie in Ilketunjo sind das rund 40 € – dem Equivalent des Schulgeldes für zwei Kinder. Doch kaum jemand weiß, wie genau so eine Zertifizierung eigentlich abläuft. Deshalb lassen wir mal wieder einen Experten zu Wort kommen. Peter Grosch ist Geschäftsführer der BCS ÖKO-GARANTIE Nürnberg und erklärt im Folgenden, in welchen Schritten eine Zertifizierung vorgenommen wird.

  

Peter Grosch von BCS ÖKO-GARANTIE zum Thema Bio-Zertifizierung 

  

Herr Grosch, eigentlich ist Kaffee doch eine hoch empfindliche und anspruchsvolle Kultur, die deshalb furchtbar viel gespritzt und gedüngt wird!?!

bcs logo"Stimmt – und in Äthiopien überhaupt nicht! Da gibt es in dieser Art einige große Staats- und Privatfarmen, aber Millionen Kleinbauern sind weit weg von der Chemie, nicht nur weil die so teuer ist: An meinen Kaffee kommt mir nichts! ist eine weit verbreitete Ethik. Rückstandsanalysen enden deshalb immer gleich: Da ist nichts…"

  

Wie viel Erfahrung haben Sie in Äthiopien?

"Wir von BCS sind in Äthiopien seit dem Jahr 2000 im Kaffe tätig und haben Tausende von Bio-Kontrollen gemacht – und das geht so: Bei so vielen kleinen Bauern – jeder mit einem halben Hektar - ist es natürlich schon aus Kostengründen unmöglich, jeden Einzelnen zu besuchen und darum haben wir ein internes Kontrollsystem aufgebaut, das zuverlässig arbeitet."

  

Wie läuft eine Zertifizierung ab?

"Wir bestimmen interne Inspektoren, die wir schulen und denen wir die Inspektions-Fragebögen stellen. Diese Leute besuchen dann alle Bauern, die im Programm teilnehmen: Es müssen 100% besucht werden und deren Befragungsergebnisse müssen vorliegen, immer unterschrieben vom Bauern und vom Inspektor! Beurteilt wird dabei, ob die gesetzlichen Bestimmungen für BIO (z.B. EU-ÖKO-Verordnung oder NOP für den amerikanischen Markt) eingehalten werden. Dieses interne Kontrollsystem wird dann von uns überwacht: Zuerst schauen wir, ob alle Inspektionen gemacht wurden, dann besuchen wir einen repräsentativen Teil der Bauern als Stichprobe nochmals und vergleichen die Ergebnisse. Gibt es Abweichungen, wird die Stichprobe erhöht."

  

Wie stellen Sie sicher, dass auch anschließend alles 100% Bio ist?

"Der Kaffe wird von den Bauern bei den lokalen Waschstationen abgeliefert – nur von Mitgliedern, die auf der Liste der Zertifizierten geführt sind und ihr Ausweiskärtchen vorzeigen. Die genauen Mengen und die Trennung später im Lagerhaus sind durch Kennzeichnung und genaue Buchführung bestens dokumentiert und werden ebenfalls von uns kontrolliert, genauso wie das Schälen und Abpacken und es reicht bis zum Export. Hier geht es bei Ankunft weiter, sodass gewährleistet ist, dass der Bio-Coffee-Circle vom äthiopischen Kaffeewald bis zum Verkäufer hier in Deutschland transparent rückverfolgt werden kann und wirklich das ist, was er behauptet: BIO!"