Am Ende unserer zweiten Woche in Äthiopien sind Martin und ich mit dem Flugzeug in die etwa 350 km entfernte Stadt Jimma geflogen, um von dort aus in die Kaffeekooperativen zu fahren, aus denen unser Kaffee stammt und in denen unsere Entwicklungsprojekte umgesetzt werden.

 
 

Anne und Martin auf dem Weg in die KaffeekooperativenJimma ist mit geschätzten 150.000 Einwohnern eine kleine verschlafene Stadt mitten im Äthiopischen Hochland. Obwohl die Infrastruktur sehr mäßig ist, gibt es dort die älteste Universität Äthiopiens, an der rund 35.000 Studenten aller Fachrichtungen studieren. Wegen der schlechten Straßen, die aber teilweise momentan ausgebaut werden, kann man sich außerhalb der Stadt nur mit hochachsigen Land Cruisern fortbewegen. Innerhalb der Stadt legt man fast alle Distanzen mit sogenannten „Bimbis“ zurück. Das sind kleine Roller mit Kabine, in denen die Menschen gestapelt werden und ich mir natürlich erstmal ein paar Flobisse geholt habe ;)
Wie in jeder äthiopischen Stadt gibt es auch in Jimma kleine Märkte, auf denen man Gewürze, eigens angebautes Obst und Gemüse und kleinere Handarbeiten kaufen kann. Es ist sehr angenehm mit den Leuten dort zu handeln und ein paar einheimische Spezialitäten zu kaufen. Von dem Gemüse sollte man aber die Finger lassen, weil es meist unzureichend gesäubert und oft in der Nähe sehr verschmutzter Flüsse angebaut wird. Wenn man also auf Nummer Sicher gehen möchte, müsste man es abkochen. Sogar die Einheimischen haben mir sofort abgeraten, in Hotels ungekochtes Gemüse zu essen.

Der Weg in die Kooperativen

Über steile Hänge und felsige Straßen sind Martin und ich jeden Tag stundenlang in die Kaffeekooperativen gefahren, haben die Kaffeebauern besucht und vor allem bei der Ernte und Aufbereitung der Kaffees zugeschaut. Wie Du auf den Fotos sehen kannst, liegen die Kooperativen mitten in wunderschönen Waldgärten, sodass der Kaffee unter ganz natürlichen Bedingungen angebaut werden kann.

Zu Besuch bei den Kooperativen

Zu Besuch bei den Kooperativen

 

Einige Kooperativen haben leider noch nicht mit der Ernte der Kaffees beginnen können, weil ihnen das Geld fehlt, um die Kaffeekirschen von den einzelnen Bauern zu kaufen. Dieses Problem ergibt sich immer wieder, sodass die Bauern zu Beginn der Ernte von der Bank unterstützt werden müssen. Durch den Anbau der erstklassigen Kaffees und deren Verkauf, konnten aber alle Kooperativen bisher die Kleinkredite immer wieder zurückzahlen. Unser Partner Technoserve, der mittlerweile 90 Kooperativen rund um Jimma betreut, unterstützt die Kaffeebauern im Aufbau und Entwicklung ihres Kaffeeanbaus und –handels. Sie vermitteln Bauern das Verständnis für den Kaffeehandel, den Anbau von hochqualitativen Kaffees und die Pflege dieser. So wurde beispielsweise unser Kaffee Duromina im letzten Jahr zu dem besten Ostafrikanischen Kaffee gekürt und die Kaffeebauern konnten durch höhere Verkaufszahlen ihr Einkommen steigern und die Lebensbedingungen in den Kooperativen selbstständig verbessern.

Zu Besuch bei den Kooperativen

Zu Besuch bei den Kooperativen

 

Während der Kaffeeernte und Aufbereitung konnte ich viele wertvolle Informationen sammeln und durch einen Übersetzer all meine Fragen stellen. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht in den Waldgärten zu sein, die Kaffeekirschen selbst pflücken zu dürfen und nachher bei dem Waschen dieser zu helfen. Bisher konnte ich mir nie vorstellen, dass die Kaffeeernte dort wirklich so abläuft und die Kaffees mit sorgfältiger Handarbeit geerntet und bearbeitet werden.

Unsere Projekte sind angenommen worden

Was ist aus bereits umgesetzten Projekten geworden?Von Tag zu Tag stieg meine Begeisterung, je mehr Kooperativen ich sehen konnte und je mehr Menschen ich kennengelernt habe. Die von uns durch Bücher, Möbel und Schulmaterial im letzten Jahr unterstützte Schule in der Kooperative Ilketunjo ist mittlerweile selbstständig gewachsen, sodass sogar Schüler bis zur 8. Klasse dort unterrichtet werden können. Die Abbruchquote der Schüler ist auf nahezu null gesunken, weil die Kinder gern zur Schule gehen und einen guten Abschluss anstreben. Auch die Eltern haben das Verständnis gewonnen und versuchen, sie zu unterstützen. Über ihre Freude und Dankbarkeit uns wiederzusehen, waren wir mehr als gerührt. Für uns ist es das schönste, zu sehen, dass unsere Projekte positiv angenommen und selbständig weiterentwickelt werden. 

Zu Besuch bei den Kooperativen

Zu Besuch bei den Kooperativen

 

Für uns bedeutet das, dass wir die richtigen Projektkriterien ausgewählt haben und den Menschen durch Deine monetäre Unterstützung die Möglichkeit geben können und konnten etwas aufzubauen, was sie in ihrem Leben langfristig  sehr positiv unterstützt.

Und wie geht es weiter?

In den nächsten Wochen werde ich hier in Äthiopien weitere neue Partner und Menschen treffen, die unsere zunehmend größer werdenden Projektkapazitäten gemeinsam mit uns stemmen können. Dabei ist es uns sehr wichtig vertrauensvolle Partner zu finden, die unseren Ansatz verstehen und danach handeln. Der finanzielle Bedarf unserer aktuellen Projekte wird in den nächsten Monaten durch Deine Spenden langsam gedeckt sein und die Umsetzung angestoßen werden können. Darüber hinaus werden wir natürlich neue Projekte definieren und gemeinsam mit den Kaffeebauern, ihren Familien und der lokalen Regierung entscheiden, welche sinnvollen und nachhaltigen Projekte wir durch Deine Unterstützung angehen können.

 

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