Seit Oktober 2011 sammeln wir Spenden für den Bau einer neuen Grundschule in der Gemeinde der Kooperative Ilketunjo. Die ‘Oolmeedhayee Satellite School’ sichert die Grundschulausbildung der Kinder von Ilketunjo und liegt ein paar Kilometer außerhalb des Hauptortes. Diese Schule wurde für die kleineren Kinder der Umgebung gebaut, die den langen Weg nach Ilketunjo noch nicht alleine zurücklegen können und sonst keine Schule besuchen würden. Außerdem haben wir uns mit Muhammad, dem Gründer der Grundschule, getroffen!

 
 


Eindrücke aus der Grundschule

Zurzeit gibt es nur vier Klassenzimmer für die ersten vier Schuljahrgänge, wovon die ersten zwei in Grashütten unterrichtet werden. Durchschnittlich nehmen 120-140 Schüler am Unterricht teil - das bedeutet, die Kinder müssen oft auf dem Boden oder auf unbequemen Bänken sitzen, was ihr lernen stark beeinträchtigt.

Oolmeedhaayee Klassenraum von AussenOolmeedhaayee Klassenraum

Oolmeedhaayee Schulmaedchen beim UnterrichtUnterricht Olmeedhaayee Grundschule


Neue Klassenzimmer für Oolmeedhaayee

Mit dem Bau und der Ausstattung von zwei neuen Klassenzimmern wollen wir gemeinsam mit Dir sowie den Kaffeebauern, Eltern, Lehrern und der Organisation Actions 4 Words das Bildungsangebot ausbauen. Sind die neuen Räume fertig gestellt, werden nur noch 50 Schüler pro Klasse unterrichtet. Genügend Platz und die richtige Einrichtung ist Voraussetzung für mehr und bessere Konzentration und Motivation bei den Schülern. Diese Veränderungen an der Grundschule sollen eine qualitativ verbesserte Ausbildung realisieren, sowie zu einer Verbesserung der schulischen Leistungen beitragen. Wir hoffen dadurch auch zur Verringerung der Schulabbruchsrate besonders bei den Mädchen beizutragen.

Morgentliches Schultreffen
Schueler Versammlung am Eingang von Oolmeedhaayee 

Action 4 Words

Oolmeedhaayee begruesst Yemi von Action4wordsDie NGO Action 4 Words ist in Ilketunjo vor Ort und wird uns bei der Koordinierung helfen. Von Studenten geführt, engagiert sich diese NGO dafür, dass Schüler und Kinder in Äthiopien eine hochwertige Ausbildung bekommen. Sie setzen sich darüber hinaus für gleiche Bildungschancen aller Kinder und eine Verbesserung der Lebensqualität ein. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising Events unterstützen sie den Bau von Schulen und die Bereitstellung von Schulbüchern in den ländlichen Gebieten. Die Umsetzung des Grundschulbaus wird von Action 4 Words sowie dem Elternbeirat der Schule und der Schulleiterin koordiniert.

Die erste Phase hat begonnen!

Die erste Phase des Baus hat begonnen. In der letzten Woche trafen sich auf dem Oolmeedhayee Schulgelände alle beteiligten Akteure: Gemeinde- und Kooperativen-Mitglieder, Eltern, Kinder und Lehrer - um ein Komitee für die Überwachung des Baus der Schule zu wählen und die benötigten Baumaterialien festzulegen.

Die Eltern zeigten großes Verantwortungsbewusstsein in Bezug auf die Bildung ihrer Kinder und werden selbst anpacken, um beim Bau der Schule mitzuhelfen. Nach dem Treffen mit den Eltern besuchte Action 4 Words das Woreda Education Bureau (das regionale Verwaltungsbüro), das 40 Minuten außerhalb von Jimma ihren Sitz in einer Stadt namens Seka hat. Das Woreda Education Bureau ist dem Projekt gegenüber sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Es hat versprochen eine Lehrerkraft für jedes neu gebaute Klassenzimmer zur Verfügung zu stellen, um ebenfalls zur Verbesserung des Bildungsniveaus in Ilketunjo beizutragen. Wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit und hoffen, bald mit dem Kauf der Materialien anfangen zu können. Bis dahin müssen wir noch fleißig Spenden sammeln!

Gemeindemitgliederversammlung in Oolmeedhaayee

Gemeindemitgliederversammlung in Oolmeedhaayee 2 

Interview mit Muhammad, Gründer der Grundschule

Vom Traum zur Gründung - Die Oolmeedhaayee Sattelite School. Wir haben mit dem Gründer der Grundschule, Muhammad, gesprochen. Für viele Kinder in den ländlichen Gebieten Äthiopiens gehört ein sehr langer Schulweg zum Alltag. Muhammad erinnert sich noch gut an seinen 1.5 stündigen Schulweg zu Fuß; Entfernungen die in Deutschland bei einem Schulweg für ein Kind kaum vorstellbar sind. Vor ein paar Jahren gründete er die Oolmeedhaayee Sattelite School. Yemi von Action4words hat sich mit Muhammad über die Schule und sein Anliegen unterhalten.

Yemi und MuhammadWas motivierte dich diese Grundschule zu gründen?

Wenn ich mich in meiner Gemeinde umsehe, gibt es nur sehr wenige ältere Menschen die Lesen und Schreiben können. Bildung ist jedoch sehr wichtig. Selbst bei alltäglichen Situationen bedarf es der Bildung; sei es um zu essen, zu trinken, sich anzuziehen – einfach um zu leben. Sogar um ein Handy zu benutzen, was heutzutage zur Selbstverständlichkeit geworden ist, ist ein bestimmtes Wissen notwendig. So kann eine gebildete Person die ganze Welt per Knopfdruck erreichen, wohingegen eine Person ohne Zahlenverständnis mit dem gleichen Handy noch nicht einmal eine Nummer wählen kann.

Mit dem Bisschen Bildung das ich bekam, ist mir klar geworden, wie wichtig es ist zur Schule zu gehen. Dies will ich den nächsten Generationen nahe legen. Der weite Weg nach Ilketunjo zieht sich durch Wälder und über Flüsse. Er ist demnach alles andere als geeignet für kleine Kinder. Morgens sind die Temperaturen sehr kalt und der Rückweg im Dunkeln schreckt viele Eltern davon ab, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Wie kam alles zusammen?

Als mir die Idee zur Gründung einer Schule kam, fragte ich zehn Gemeindemitglieder ob sie mithelfen wollten. Sie fanden meinen Vorschlag toll und baten Familie und Freunde um Unterstützung. Bald darauf begannen wir die Schulräume zu bauen und stellten einen Lehrer ein. Nach zwei Jahren war die Anzahl an Kindern so groß, dass ein Lehrer nicht mehr genügte. Daher wanden wir uns an das Woreda Education Bureau (das lokale Verwaltungsbüro), das uns nach langem hin und her zwei weitere Lehrer, sowie etwas Lern-und Lesematerial zur Verfügung stellte. Mittlerweile haben wir vier Lehrkräfte die ordentlich mithelfen.

In wie weit warst du nach der Gründung involviert?

Von Anfang an war ich jeden Tag um 8 Uhr morgens an der Schule um sicherzustellen, dass die Lehrer und Kinder pünktlich zum Unterricht erschienen. Danach ging ich zurück zu meiner Farm, um dort meiner Arbeit nachzugehen. Wenn die Kinder nach Hause kamen, fragte ich sie, was sie gelernt haben und wie viel Zeit sie in jeder Unterrichtstunde verbrachten. Ich habe auch beobachtet wie viele Kinder nicht mehr in die Schule gingen und beschwerte mich daraufhin bei deren Eltern. Bildung ist so wichtig, doch manche erkennen den Wert nicht. Leider habe ich jetzt Diabetes und kann nicht mehr jeden Tag vor Ort sein.

Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Kinder?

Ich möchte, dass meine Kinder die Freiheit haben Großes zu erreichen und Entscheidungen selbstständig treffen zu können. Wenn eines meiner Kinder Bauer sein möchte, dann soll es Bauer sein; wenn es für die Regierung arbeiten möchte, dann soll auch das möglich sein. Sie sollen unabhängig sein, ihren Interessen folgen und leben können.