Wir bei Coffee Circle verstehen uns als Sozialunternehmen. Viele von Euch haben wahrscheinlich schon einmal davon gehört – Sozialunternehmertum, oder wie es international heißt, Social Entrepreneurship. Aber was genau bedeutet das? Und was hat das mit Deinem Kaffee zu tun?

 

 

Wenn wir über Sozialunternehmen sprechen, müssen wir uns erst einmal überlegen, was genau wir darunter verstehen. Es gibt viele Definitionen, und zum Teil widersprechen sie sich. Deshalb verstehen wir bei Coffee Circle ein Sozialunternehmen so:

Ein Sozialunternehmen möchte ein gesellschaftliches (oder ökologisches Problem) lösen, deshalb existiert es.

 
 

Eines der bekanntesten Beispiele ist Husk Power Systems aus Indien. Die Gründer sahen den problematischen Mangel an Energieversorgung im ländlichen Indien – und das gigantische, ungenutzte Potential der Schale des Reiskorns, die bis dato vorwiegend auf dem Müll landete. So tüftelten sie an einem Mikro-Kraftwerk, mit dem sich durch Biogas aus Reisschalen jeweils ein Dorf mit Strom versorgen ließ. 2008 gestartet, betreiben sie inzwischen über 80 solcher Kraftwerke. Damit liefern sie nicht nur Strom für über 200.000 Menschen, sondern ersetzten knapp 10 Millionen Liter Kerosin – der bis dahin gängigen Energiequelle. Und da jedes Kraftwerk durch den Verkauf von Elektrizität selbst profitabel ist, werden es wohl bald über 1000 Kraftwerke sein. Einen spannenden Eindruck über die Husk Power Systems erhältst Du in diesem Video:

Profitabilität ist der zentrale Unterschied zum sozialen Projekt

Da am Ende eine schwarze Null oder ein tatsächlicher Gewinn steht, lässt sich das Sozialunternehmen oft in einem deutlich größeren Maßstab umsetzen als ein Projekt. Denn vergibt ein Geldgeber statt einer Spende einen Kredit oder investiert, so ist sein Geld nicht „weg“, sondern er kann es später erneut zur Lösung von Problemen bereitstellen. Mehr noch: Lässt sich mit dem Lösen sozialer Probleme zumindest ein Inflationsausgleich verdienen, sind viel mehr Leute bereit, ihr Geld dafür bereitzustellen.

Coffee Circle unterstützt die Schulbildung in IlketunjoEntsprechend entwickelt sich inzwischen ein richtiger Markt für Sozialunternehmen. Immer mehr Geldgeber (sogenannte Impact Investoren) fragen sich, wie sie ein Maximum an „Problemlösung“ pro Geldeinheit bekommen können. Aber anders als bei klassischen Unternehmen, ist es bei Sozialunternehmen viel schwieriger den Erfolg festzustellen. Man kann leicht sagen, ein Autobauer ist erfolgreich, wenn er eine bestimmte Zahl Autos pro Jahr verkauft. Aber wann hat man erfolgreich ein soziales Problem gelöst? Eine Schule ist ja nicht umso erfolgreicher, je mehr Wörter ihre Lehrer gesprochen haben, sondern je besser die Bildung der Schüler wird und je mehr Möglichkeiten sie dadurch bekommen. Der Unterschied liegt darin, dass sich ein klassisches Unternehmen am Output (der Anzahl verkaufter Autos) misst, ein Sozialunternehmen am Impact, der den Output in einen gesellschaftlichen Kontext setzt (eine Schule mit 10 Lehrern ist sicher besser als eine Schule ohne Lehrer, aber das scheint noch nicht alles zu sein).

Es braucht noch viel Arbeit für vergleichbare Standards

Coffee Circle in ÄthiopienDer Erfolg von Sozialunternehmen ist nicht so leicht zu messen, denn fehlende Reintegrationsmaßnahmen für Berliner Ex-Häftlinge oder der Schutz philippinischer Mangrovenwälder sind komplett unterschiedliche Probleme. Deshalb sind die Kriterien auch immer unterschiedlich – und bei einem so jungen Wirtschaftszweig, wie Sozialunternehmen, braucht es noch viel Arbeit für vergleichbare Standards. 

Wir bei Coffee Circle sehen uns ganz klar als Social Business, denn wir möchten Ungerechtigkeiten und Intransparenz im weltweiten Kaffeehandel abbauen. Gleichzeitig sind wir auch der Meinung, dass das umso leichter passieren kann, wenn die Kaffeebauern stärker auf Qualität ihres Anbaus setzen – denn Qualität findet leichter einen guten Preis. Der Kaffee ist das Herz unseres Unternehmens, aber wir haben verstanden, dass unsere Verantwortung dort nicht aufhört: Logistik, Auslieferung, Röstung und Zubehör sind andere Kontaktpunkte unseres Unternehmens mit Mensch und Umwelt.

Coffee Circle in ÄthiopienDaher haben wir uns dazu entschlossen, als eines der ersten Unternehmen in Deutschland einen ganzheitlichen Impact Report zu erstellen, anhand dessen jeder nachvollziehen kann, wie unsere Gesamtwirkung auf Mensch und Umwelt ist. Ein Großteil der Wirkung sind unsere Projekte in Äthiopien – aber sie hört dort nicht auf. Beispielsweise setzen wir durch den Kauf von Kaffee aus Waldgärten wichtige Anreize zum Erhalt des Waldes. Aber als Onlinehändler entstehen bei der Lieferung Deines Kaffees einige CO2-Emissionen, die wir natürlich kompensieren. Hier erfährst Du mehr über dieses Thema.

Bei Coffee Circle sehen wir uns als Vorreiter. Mit unserem Impact Report werden wir in Sachen Transparenz und Ehrlichkeit wieder ein Stück weiter gehen. Wenn ich weiter genügend Kaffee trinke, kommt der Report noch dieses Jahr – also bleib gespannt!

P.S.: Falls Du konkrete Fragen oder Anregungen zu dem Thema hast, kannst Du mir gerne eine Mail schreiben an philipp@coffeecircle.com

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