Wir haben bereits darüber berichtet, dass die Schweiz führende Nation im Kaffeehandel ist. Da macht es Sinn, dass in Zürich ein einzigartiger Studiengang angeboten wird: Kaffee als Weiterbildungsstudiengang! Hier lernt man, wie man Kaffee richtig anbaut, transportiert, röstet, zubereitet, trinkt und verkauft.

 
  

Zur Überraschung vieler ist die Schweiz die führende Nation im Kaffeehandel (wir berichteten). Dass in Wädenswil am Zürichsee ein auf Kaffee spezialisierter Studiengang angeboten wird, erstaunt aufgrund dessen wenig. Seit 2009 wird der spezielle Studiengang an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW) angeboten und ist europaweit der einzige seiner Art. Ins Leben gerufen hat ihn Chahan Yeretzian, Doktor der Chemie aus Bern. Gearbeitet hat er bereits für verschiedene Universitäten in Kalifornien und München, bevor er bei Nestlé ins Kaffeegeschäft eintauchte. Dort gehörten Kaffeetechnologie und Aromaanalyse zu seinen Fachgebieten. „Head of Taste and Aroma Department“ – wer möchte so etwas klangvolles nicht auf seiner Visitenkarte stehen haben? Dann zog es ihn nochmals zurück in die USA, um dort für Nestlé in der Konzernkommunikation zu arbeiten. Dieser Mann kennt sich also mit Kaffee aus.

reife Kaffeekirschen

RohbohnenKaffeebohnen

  
  

Was steht auf dem Lehrplan?

Der Studiengang beleuchtet die komplette Wertschöpfungskette des Produktes Kaffee. Die Dozenten sind praxiserfahrene Kaffeespezialisten oder Professoren der ZHAW. Als Student lernt man im Studium alles über die Herkunft und Verbreitung der Kaffeepflanze, biologisch und historisch betrachtet. Man setzt sich mit ihrem genetischen Aufbau auseinander, mit den idealen Coffee Circle Aroma RadWachstumsbedingungen, der Ernte, der Lagerung und dem Transport der Rohbohnen. Außerdem beschäftigt man sich mit allen chemischen Vorgängen, die bei der Röstung und Zubereitung vor sich gehen, und führt sie in der eigenen Röstanlage selbst durch. Die Studenten beschäftigen sich weiterhin mit jeglichen Zubereitungsformen und Kaffeerezepten. Im hauseigenen Sensoriklabor trainieren sie ihre Zungen auf die Wahrnehmung feinster aromatischer Unterschiede. Darüber hinaus steigen sie in die Kaffeeökonomie ein. Wie wird Kaffee gehandelt und vertrieben? Welche Konventionen gibt es in der Art und Weise, wie Kaffee beworben wird? Auch die zukünftige Entwicklung des Kaffeemarktes wird betrachtet, aufkommende Trends werden analysiert und besondere Entwicklungen wie die gesteigerte Nachfrage nach Gourmetkaffee und das wachsende Bewusstsein für ethische Aspekte beim Kaffeehandel werden behandelt. 

Wer studiert Kaffee-Wissenschaften und warum?

Für wen ist der Studiengang interessant?Antreten dürfen nicht nur Hochschulabsolventen, sondern auch alle, die bereits Erfahrung im Kaffeegeschäft vorweisen können. Der Studiengang wird in deutsch, französisch und englisch angeboten. Und so kommen ganz unterschiedliche Menschen und Lebensgeschichten zusammen.
“Besonders eindrücklich habe ich die Leidenschaft, mit der uns die Experten in ihr jeweiliges Thema eingeführt haben, gefunden.” so Absolventin Furaha Umwizeye Teuscher, Unternehmerin aus Ruanda, die in ihrer Heimat eine Kaffeeplantage aufbauen möchte.
“Insbesondere die Besuche bei Unternehmen aus der Branche, die Sensorikeinheiten sowie die Integration von hochkarätigen Referenten aus der Praxis habe ich als sehr bereichernd empfunden. Nicht zu vergessen sind die persönlichen und beruflichen Kontakte, die sich zwischen den Kursteilnehmern ergeben haben.”, erzählte Absolventin Andrea Jauch, die für den Aufbau einer Kaffeerösterei den 9-monatigen Studiengang belegte. 
Die Schlussprüfung beinhaltet sowohl einen schriftlichen als auch einen sensorischen Teil. Dann sind die Studenten anerkannte Kaffeespezialisten mit einem umfassenden Wissen und Kontakten innerhalb der Kaffeebranche. So hat auch Kaffee-Liebhaber René Sutter endlich das perfekte Fundament, um seine Leidenschaft zum Beruf zu machen: “Die Vielseitigkeit der Kaffeebranche hat mich in meinem Entschluss bestätigt, mich in meiner Zukunft mit dem Kaffee jeden Tag zu beschäftigen.”

Quelle Zitate: http://www.icbc.zhaw.ch/de/science/institute-zentren/icbc/coffee/graduates.html

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