Melitta BentzAls Melitta Bentz am 31. Januar 1873 in Dresden zur Welt kam, ahnte noch niemand, dass sie die Welt des Kaffees revolutionieren würde. Während sie ihren häuslichen Tätigkeiten nachging, kam der Entschluss dem störenden Kaffeesatz in der Tasse den Kampf anzusagen. Ausgerüstet mit einem handelsüblichen Topf, in dessen Boden kurzerhand ein paar Löcher geschlagen wurden und einem Blatt Löschpapier entstand der legendäre Melitta Kaffeefilter! Mit einem Startkapital von lediglich 73 Pfennig begann der Siegeszug in die Herzen der Hausfrauen. Viele aktuelle Methoden der Filterkaffee-Zubereitung basieren auf diesem Prinzip - wir zeigen Dir welche.

 
  

Ein Klassiker neu interpretiert

Nachdem der deutsche Chemiker Peter Schlumbohm nach New York ausgewandert ist, erfand er bereits 1941 die ikonenhafte Glaskaraffe mit ihrem runden Bäuchlein und der schmalen Taille. Seine Leidenschaft für Kaffee kombiniert mit der Erfahrung aus dem Chemielabor machen die perfektionistisch gestaltete Chemex aus. Mit ihrem zeitlosen Design und dem besonders reinen Aromaprofil ist sie eine feste Größe in der heutigen Café-Kultur.

1921 trat in Tokyo HARIO (engl. King of Glass) erstmals mit der Herstellung hochwertiger Glasware für Labore auf den Plan. Gut 80 Jahre später, seit 2005 ist nun das japanische Unternehmen mit der Erfindung des V60-Filters weltweit in aller Munde. Die globale Präsenz von den japanischen Inseln über Europa bis in die USA wächst rasant mit einem Sortiment von Filtern, Mühlen und Waagen, das jeden Kaffee-Connaisseur zum Träumen einlädt.


  

Der Clever Coffee Dripper: der neue im Team

All diese Filtermethoden sind in ihrer Verwendung, bis auf feine Nuancen in der Entfaltung von Aroma und Körper des resultierenden Kaffees, vergleichbar. Einen neuen innovativen Ansatz bietet der Clever Coffee Dripper: mithilfe eines simplen Stopp-Mechanismus im Boden des Filters erhält der experimentierfreudige Kaffeegenießer noch mehr Spielraum. Erst mit dem Abstellen des Filters auf den Rand eines Gefäßes öffnet sich der Boden, damit der Kaffee seinen Weg in die Tasse findet.

Beim Brühen des Kaffees steht man also vor der Qual der Wahl:

Stellt man den Filter bereits zu Beginn auf ein Kännchen oder eine Tasse, dann folgt man der klassischen Prozedur des Filterkaffees - diese ist vergleichbar mit dem bekannten Prinzip des Melitta oder Hario-Filters.

Die zweite Option ist dabei spannender und das eigentlich Neue an diesem kleinen Spielzeug. Es ist möglich wie bei der French Press oder AeroPress das Kaffeemehl mit heißem Wasser aufzugießen und anschließend beliebig lange extrahieren zu lassen. Der Fachausdruck dafür ist “full immersion”, weil das Mahlgut direkt mit dem Wasser verrührt wird. Diese ermöglicht noch mehr Kontrolle beim Brühvorgang und  weitere Zubereitungsarten auszuprobieren.

  

Auf die Verhältnisse kommt es an...

Zu beachten ist die Kombination aus Brühzeit und Mahlgrad des Kaffeemehls. Je nach Wahl des Mahlgrades – von mittelfein (traditionelle Filtermahlung) bis grob (vgl. French Press) – muss die entsprechende Wartezeit vom Beginn des Wasserkontakts bis zum letzten Tropfen angepasst werden. Verlangt grob gemahlenes Kaffeemehl in der French Press ganze vier Minuten, um die optimale Balance aus Aromen und Bitterstoffen zu erreichen, so wäre die gleiche Dauer fatal bitter für fein gemahlenen Kaffee. Denn dieser fühlt sich mit seinem relativ feinen Mahlgrad bei einer Kontaktzeit von zwei bis drei Minuten am wohlsten. Mit dem Clever Coffee Dripper ist eine Bandbreite zwischen den beiden Extremen möglich, so dass auch der ganz persönliche Kaffeegeschmack Beachtung findet. Mahle ich die Bohnen also grob, warte ich länger bis zur Öffnung des Bodens, und verkürze die Zeit entsprechend bei feiner eingestelltem Mahlgrad.

  

Also weshalb sollte ich Filterkaffee trinken?

Handgefilterter Kaffee ist die bekömmliche Alternative zu der bitteren Brühe aus Kaffeemaschinen. Es werden wesentlich weniger Bitterstoffe gelöst, da man volle Kontrolle über die Brühtemperatur und -dauer hat. Zudem ist die Wahl der Zubereitungsart natürlich eine Geschmacksfrage: die Kaffeearomen finden durch den Handfilter eine besonders gute Entfaltung, wodurch die feinen Nuancen in der Tasse leichter zu erforschen sind. Vor allem bei den heutigen Trends zu helleren Röstungen und sortenreinen Kaffees lohnt sich der Versuch durch die Filtermethode die einzelnen Fruchtnoten der verschiedenen Anbauregionen zu erschmecken.