And're Länder, and're Sitten. Das gilt nicht nur für Tischgewohnheiten oder soziale Umgangsformen, sondern auch für Kaffee. Die Traditionen in Zubereitung und Genuss unterscheiden sich pro Land sehr. In unserem Kaffee-Ländercheck zeigen wir vier verschiedene Kaffeezubereitungs- und Trinkgewohnheiten aus vier verschiedenen Ländern: Thailand, Türkei, Schweden und, wie solls’ auch anders sein, Äthiopien. 
Lass Dich inspirieren! 

 
 

Thailand - bis der Löffel steht

Aus Thailand kommt der seltene Black Ivory CoffeeKaffee ist in Thailand ein vergleichsweise neuartiges Getränk. Erst in den frühen 70er Jahren begann dort die Kaffeeproduktion. Doch die Thailänder kamen auf den Geschmack – auch, wenn sich dieser von unserem doch etwas unterscheidet. Am beliebtesten sind stark gesüßte Eiskaffees – kein Wunder, wenn die Temperaturen gerne mal weit über 30°C klettern – aber auch in den frisch gebrauten Kaffee gehören löffelweise Zucker und andere Gewürze. Nur eins darf da nicht rein: Milch.

Mittlerweile haben aber nicht nur die Thailänder selbst Geschmack am Kaffee gefunden, auch Elefanten kommen in den Genuss der Arabica Bohnen. In Thailand wird der Black Ivory Coffee hergestellt, aus Bohnen, die einmal durch den Verdauungstrakt eines Elefanten gewandert sind. Da kostet die Tasse Kaffee schonmal 34 €.

Türkei – rühren, rühren, rühren

Die „türkische Art“der Kaffeezubereitung gilt als die älteste, bekannte Methode. Das bereits mit viel Zucker vermischte Kaffeepulver wird mit Wasser aufgeschüttet und langsam erhitzt. Und dann wird gerührt - ununterbrochen 5 bis 8 Minuten lang, um eine geschlossene Schaumdecke zu bilden. Früher galt dies als Zeichen hausfraulicher Qualitäten und diente dem Nachweis, dass die Frau zur Heirat bereit war. Gerne trinkt man Kaffee auch mit Freunden, denn ein türkisches Sprichwort besagt, dass eine gemeinsame Tasse Kaffee für 40 Jahre Freundschaft steht. Doch nicht nur da gilt Kaffee als Zukunftsbote: In der Türkei wird der Kaffee samt aufgekochtem Kaffeepulver, seiner Seele, serviert. Ausgetrunken und auf die Untertasse gestülpt, lassen sich aus dem Sud die Geschehnisse des folgenden Jahres rauslesen. In folgendem Video kannst Du Dir anschauen, wie man den wahrsagenden, Freundschaftskaffee zubereitet:

 

Schweden – Immer und ohne alles

Die traditionell schwedische ZubereitungsartHoch im Norden gibt es den grob gemahlenen Kochkaffee. In echter Lagerfeuerromantik wird dieser in kochendes Wasser geschüttet und über dem Feuer ein Mal aufgekocht. Dabei sollte der Kaffee aber nicht umgerührt werden. Sobald der Kaffee kocht, Kessel vom Feuer nehmen, kurz warten bis das Kaffeepulver zu Boden sinkt und vorsichtig in die Tassen gießen. Dabei gilt: ein ordentlicher Kochkaffee braucht Zeit. Wer es aber mit dem Trinken eilig hat, kann das heiße Getränk einfach zum Abkühlen auf die Untertasse kippen und schlürfen, so wie Oma früher.

In Schweden kann man seinen Kaffee aber auch wesentlich weniger abenteuerlich und außerhalb des Waldes genießen. Und das tun die Schweden gern und oft und zwar während der traditionellen Kaffeepause, der „fika“. Dabei gibt es die Morgenfika, die Frühstücksfika, die Mittagsfika usw. Von Kaffee können die Schweden eben nicht genug bekommen und das können wir voll und ganz nachvollziehen. Zum Kaffee gibt es dann immer was zu naschen, ob es nun Plätzchen, Zimtschnecken oder Butterbrote sind. Aber egal wie der Kaffee gekocht wird oder was man dazu isst, in den Kaffee selber kommt nichts. Schweden trinken ihren Kaffee schwarz, Milch verfälscht ihrer Ansicht nach den Geschmack. Ganz unsere Meinung!

Äthiopien – Nimm dir Zeit

In Äthiopien nimmt man sich ZeitÄthiopien gilt als das Ursprungsland des Kaffees und noch wichtiger, es ist das Ursprungsland unseres Coffee Circle Kaffees. Natürlich sind wir so auch auf jedem unserer Besuche in den Genuss äthiopischer Kaffeetraditionen gekommen. Der Kaffee wird dort ganz gemäß unserem Motto 'Nimm dir Zeit' zubereitet und getrunken. Die Zubereitung, als auch das Kaffeetrinken werden als Gesellschaftsereignis zelebriert. Dafür muss man schonmal etwas Zeit einplanen. Begonnen wird damit, dass die grünen Kaffeebohnen über dem offenen Feuer geröstet werden, wobei der aufsteigende Duft jedem Gast einzeln zugefächert wird. Erst danach werden die Bohnen mit Hilfe eines Mörsers zerkleinert. In einer bauchigen Tonkanne, der Jebanna, wird das Kaffeepulver dann direkt ins Wasser gegeben und über dem offenen Feuer erhitzt. Oft werden auch schon weitere Gewürze, wie Kadamom, mit in den Kaffee gegeben, der dann 2 bis 3 mal aufgekocht wird. Der Kaffee wird ohne Absetzen in kleine Tässchen gefüllt. Klar, dass dann etwas Kaffee daneben geht, aber so wird verhindert, dass das Kaffeepulver immer wieder neu aufgewirbelt wird.

Coffee Circle kocht Kaffee in ÄthiopienGetrunken wird der Kaffee anschließend in 3 Runden und auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen. Schwarz, mit Gewürzen oder einem Stückchen Butter drin – da sind die Äthiopier sehr erfindungsreich. Die 1. Tasse wird für den reinen Genuss getrunken, bei der 2. Tasse werden Probleme besprochen und die 3. Tasse dient dem allgemeinen Segen der Anwesenden. Oft wird während der Zeremonie auch Weihrauch verbrannt und Popkorn gegessen. Bei so viel Liebe fürs Detail können wir uns doch glatt ein bisschen was abgucken. 

So inspiriert, kannst Du bei deiner nächsten Tasse Kaffee also kreativ werden. Pepp deinen Kaffee doch mal mit einem Stückchen Butter auf oder nutze Deinen Kaffeesatz, um Dir die Ereignisse des Tages vorauszusagen? Oder hast Du vielleicht bereits Deine eigene, ganz spezielle Kaffee-Tradition? Erzähl uns davon!