Hannes ist unser Kaffeeheld der Kaffeehelden. Seit Hannes zu Coffee Circle kam, erlebte er unglaubliche Reisen durch die Welt des Kaffees. Auf unserem Youtube Channel ist er bereits als der "Peter Lustig des Kaffees" und "Mr. Bean" bekannt. Allerhöchste Zeit also, euch Hannes mal genauer vorzustellen.

Unser Kaffeeheld: Hannes

Hannes kam 2012 durch ein Praktikum zu Coffee Circle. Inzwischen ist er für den Rohkaffeeeinkauf und die Rösterei verantwortlich, sowie zweifacher Deutscher Meister im Filterkaffee! Ich sage “mittlerweile”, denn Hannes unterstützte seit seinem Praktikum vor vier Jahren einige Bereiche bei Coffee Circle. Los ging's für Hannes mit Business Intelligence, kurz darauf war er bereits für die Planung und Durchführung der Coffee Academy 2012 verantwortlich. Schon gegen Ende seines Praktikums arbeitete sich Hannes im Kaffeeeinkauf ein und übernahm anschließend den Rohkaffeeeinkauf. 2014 bis 2015 perfektionierte Hannes sein Kaffee Know-How mit einer Rösterausbildung in Berlin.

Bereits während seines Diplomstudiums der Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften in Köln begeisterte sich Hannes für Kaffee. Schon damals trank er ausschließlich Filterkaffee und experimentierte mit dem Rösten von Kaffee herum. Auf das Thema Kaffee wurde Hannes über eine kleine Rösterei aufmerksam, die auf dem Weg von seiner Wohnung zur Uni lag. Der Barista verriet ihm einige seiner Tricks zum Thema Heimrösten, die – von Hannes rückblickend betrachtet – „rudimentärer" Natur waren.

Kleiner Fun Fact: Die ersten Röstversuche fanden in seiner WG-Küche an einem umgemodelten Vita Grill statt. Den frisch gerösteten Kaffee teste Hannes an einer Handhebelmaschine, die er über eBay ersteigerte. Seitdem hat sich einiges geändert…

Hannes vor 5 Jahren bei Coffee Circle

Hannes Schreibtisch steht für Kaffee-Chaos

Unser Kaffeeheld: Hannes

Unser Kaffeeheld: Hannes am Röster

Unser Kaffeeheld: Hannes am Röster

Hannes' Steckbrief

Wo kommst du her? Ich bin in Münster geboren und aufgewachsen. Hand aufs Herz, wie viele Tassen Kaffee trinkst du pro Tag? Drei bis vier. Ich habe mir angewöhnt, nur noch halbe Tassen zu trinken. Welcher ist dein Lieblingszubereiter? Der Kalita Wave Dripper. Gerade haben wir erste Samples des neuen Spezialitäten-Kaffees geröstet, der Ende August in den Shop kommt. Im Kalita Wave Dripper zubereitet schmeckt er wie ein süßer, saftiger Pfirsich – wirklich toll! Verrätst du uns dein Top-Kaffeezept? ich halte mich immer an ein Verhältnis von 14g Kaffee auf 225ml Wasser (95°C). Dabei wähle ich einen mittleren bis feinen Mahlgrad für Filterkaffee, sodass der Kaffee in 3 min. durchläuft. Was war deine schlimmste Kaffee-Sünde vor Coffee Circle? Ich trinke schon immer gern Filterkaffee. Anfangs noch mehr mit Milch und Zucker, dann habe ich allmählich den Zucker abgestellt, danach kam die Milch. Und seit ich 18 Jahre alt bin trinke ich Kaffee eigentlich schwarz. Aber zurück zur eigentlichen “Sünde”. Ich gestehe: den Iced Kaffee aus dem Uni-Automaten habe ich einen ganzen Sommer wie Wasser getrunken. Wo findet man dich, wenn du nicht bei Coffee Circle bist? Ganz ohne Kaffee geht’s auch in meiner Freizeit nicht. Daher trifft man mich meistens in der Rösterei bei Freunden von Five Elephant. Hast du ein Lieblingscafé in Berlin? Wie alle, bin auch ich ein großer Fan der Kuchen im Five Elephant Café – mein Tipp: Ja, der Käsekuchen ist gut, ABER versuch doch mal den Carrot Cake! Außerdem besuche ich auch gerne das neue Café von Bonanza in Kreuzberg. Ansonsten findet ihr meine Café-Tipps auch in unserem Coffee Guide für Berlin. Hast du einen aktuellen Lieblingssong? Ich stehe auf Indie Musik und Oldies, wie die Beatles, Neil Young und Van Morrison. Aktuell finde ich 3 Miles high von Travis ziemlich gut. Was wolltest du als Kind werden? Entwicklungshelfer. Ich habe schon in der Schulzeit gemerkt, dass ich mich für soziale Werte einsetzen möchte. Aus dem Grund bin ich auch zu Coffee Circle gekommen. Wo siehst du dich in 30 Jahren? In 30 Jahren lebe ich im Umland von Berlin und bis dahin ist Coffee Circle schon so groß, dass ich von dort aus die Spezialitätenkaffees in einer kleinen lokalen Rösterei in Brandenburg röste. Vielleicht bin ich in 30 Jahren auch schon Winzer mit eigenen Weinbergen. Wir werden sehen,... 

Unser Kaffeeheld: Hannes

Wie können wir uns einen Besuch bei den Kaffeebauern vorstellen? Erzähl doch mal! 

Die Kaffeebauern zu besuchen ist jedesmal ein toller Moment. Die äthiopischen Farmer zu treffen ist wichtig für unsere Beziehung, da sie ja kein Internet oder Smartphones haben und wir sonst kaum Kontakt halten können. So ist die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten groß. Ich bin immer sehr angetan, wenn ich sehe, wie stolz die Bauern auf ihre Arbeit und ihren Kaffee sind und wie gerne sie uns Verarbeitungsschritte der Ernte zeigen möchten – angefangen vom Pflücken der Kirschen, über die Verarbeitung an der Wet Mill. Meinen schönsten Moment hatte ich, als wir von einem Bauern zu einer Kaffeezeremonie nach Hause eingeladen wurden und er mir im Laufe der Zeremonie seine ganze Familie vorstellte. Nach und nach kamen mehr Kinder in den Raum bis sich heraus stellte, dass er Vater von sage und schreibe 14 Kindern ist!

Was macht dir bei deiner Arbeit am meisten Spaß?

Ich finde es spannend mit einem Naturprodukt zu arbeiten. Kaffee ist nicht berechenbar! Nie zu wissen, was mich beim ersten Cupping eines Kaffees erwartet, ist aufregend. Es gibt so viele unvorhersehbare Faktoren, die die Qualität und den Geschmack eines Kaffees beeinflussen können: Wird es während der Reife- und Erntephase des Kaffees viel oder wenig regnen? Welche Röstkurve ist die richtige für welchen Kaffee? In welcher Stimmung ist der Kunde, wenn er unseren Kaffee trinkt? All das sind Faktoren, die den Geschmack des Kaffees beeinflussen. Eins kann ich versprechen: Die Kaffeewelt wird nie langweilig!

Unser Kaffeeheld: Hannes

Moata und Hannes kennen sich seit Hannes bei Coffee Circle arbeitet

Worin siehst du das größte Potential, um den Kaffeehandel fairer zu gestalten?

Fair ist ein subjektiver Begriff, über den sich natürlich ausgiebig diskutieren lässt. In meiner Vorstellung von fairem Handel, erhält der Farmer höhere Erlöse für höhere Kaffeequalität und nachhaltigen Anbau. Somit sehe ich das größte Potential für fairen Handel im Spezialitätenkaffee unabhängig von Güte-Siegeln, wie z.B. Fair Trade. Allerdings muss die Zahlungsbereitschaft für guten Kaffee auf der Seite der Endkonsumenten steigen, damit mehr bei den Farmern ankommt. Da befinden wir uns in der Kaffeeindustrie noch deutlich hinter der Weinindustrie, doch der Trend einer höheren Wertschätzung für hohe Qualität ist bereits spürbar. Nur gemeinsam können wir die Schritte in Richtung eines fairen Kaffeehandels gehen.

Was würdest du Leuten empfehlen, die ebenfalls im Kaffeegeschäft arbeiten möchten?

Puh, das ist schwer zu sagen. Mein Motto ist: Learning by doing. Ohne Neugier und eine Grundfaszination für das Produkt Kaffee hätte ich nie so tiefe Einblicke in das Kaffeegeschäft erhalten. Oft führt der erste Weg über Cafés mit eigener Rösterei. Dort zu arbeiten hat den Vorteil, dass man in direkten Kontakt mit den Einkäufern und Röstern kommt und so einen leichteren Zugang zum internationalen Netzwerk der Kaffee-Szene bekommt. Für alle Heimbarista und -röster da draußen gilt: üben, üben, üben. Ich habe mich anfangs vor allem über das Internet und Video-Tutorials weitergebildet. Schau’ mal in unserem Youtube Kanal vorbei, dort geben wir viele hilfreiche Tipps rund um Kaffee und Kaffee-Zubereitung.

Was war dein schönster Moment mit Coffee Circle?

Der erste Trip in die Kooperativen in der Region Limu, vor allem nach Ilketunjo, war super aufregend. An das erste Treffen mit den Kooperativen erinnere ich mich noch sehr gut, obwohl es schon vier Jahre her ist. Zu sehen, woher der Kaffee kommt, den man täglich zelebriert und um den sich der gesamte Arbeitstag dreht, war großartig. Seit vier Jahren besuche ich die Kooperativen in Äthiopien mehrmals im Jahr, da ist es schön zu sehen, wie sich die Regionen über die Jahre entwickeln und dass sich die Leute an uns erinnern und freuen uns zu sehen. Während die Kaffeefarmer und Menschen vor Ort anfangs noch sehr zurückhaltend und reserviert gegenüber Fremden waren, hat sich über die Jahre ein Vertrauensverhältnis entwickelt, dass einen herzlichen und offenen Austausch ermöglicht.

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