Den ersten Kaffee habe ich mit einer vermehlten Küchenwaage und einer Stoppuhr zubereitet, bis ich auf meine erste professionelle Feinwaage umgestigen bin. Doch welche Waage ist die Richtige? Aus diesem Grund habe ich vier bekannte Kaffeewaagen von Hario, Brewista über Acaia ausführlich getestet.


Kaffeewaagen im Test

Waagen kannte ich vor meiner Zeit als Kaffeeliebhaber nur zum Wiegen von Mehl, wenn es mal wieder nach einem Kuchen gelüstet hat. Dass ich eine Waage, und dann auch noch eine Feinwaage einmal zum Kaffeezubereiten nutzen würde, war mir eher realitätsfern. Und überhaupt, Kaffee gab es eh immer nur so zubereitet, dass er nur mit viel Milch erträglich war. Nachdem ich gemerkt habe, dass Kaffee auch ohne viel Milch und mit ordentlich Bums schmecken kann, hab’ ich die ersten Male einfach die vermehlte alte Küchenwaage und eine Stoppuhr benutzt. Doch irgendwann reicht alt und vermehlt nicht mehr aus, um seine Kaffeezubereitung angemessen zu zelebrieren. Darum habe ich mir meine erste Feinwaage zum Kaffee machen angeschafft – die Hario Drip Scale. Der Klassiker unter den Kaffeewaagen. Mittlerweile gibt es so einige Kaffeewaagen auf dem Markt. Das habe ich mal zum Anlass genommen, vier bekannte Waagen von Hario, Brewista und Acaia zu testen.

 

 

Die getesteten Kaffeewaagen im Überblick

Hario Drip Scale

Die Hario Drip Scale: "eine solide Kaffeewaage, die macht was sie soll."

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Hario Metal Drip Scale

Die Metal Drip Scale: "Für alle, die auf Sauberkeit und Optik achten."

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Brewista Scale

Die Brewista Smart Scale: "Sie ist schnell und lässt sich gut bedienen"

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Acai Scale

Die Acaia Pearl: "Sie ist unglaublich genau, schnell und sieht gut aus!"

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Hario Drip Scale – Für jeden unkomplizierten Kaffeefan

Hario Drip Scale

Die klassische Hario Waage kommt im zeitlosen Design und typische Hario Qualität daher. Mit insgesamt (LBH) 190 x 120 x 28 mm Abmessung ist die Waage schön klein und inklusive zwei AAA Batterien nur 274g leicht. Die Oberfläche aus Plastik lässt sich gut sauber machen und jeder Zubereiter findet Platz auf der Wiegefläche. Das Display ist ein einfaches LCD, ohne viel Schnickschnack. Auch wenn es ein wenig altbacken rüber kommt, es lässt sich gut ablesen. Links neben dem Display ist der Start/Stop Button für den Timer und rechts neben dem Display ist der On/Off Button mit Tare Funktion. Zwei Knöpfe für alles – reicht aus. Die beiden Knöpfe sind eben und reagieren auf Berührung. Von 2–200g wiegt die Hario Drip Scale bis auf eine Nachkommastelle genau. Bei insgesamt 2000 g ist Schluss mit Wiegen.

Die Drip Scale im Test

Naja, über das Design der Waage lässt sich streiten. Sie erfüllt jedoch ihren Zweck und das zu einem guten Preis. Die Oberfläche ist leicht zu reinigen, das Display ist gut ablesbar und die beiden AAA Batterien halten eine Ewigkeit. Was mich ein wenig stört sind die Knöpfe, die überhaupt kein Feedback geben. Zweites Manko ist die Verzögerung, mit der das Gewicht angezeigt wird. Gießt man zu schnell ein, ist man ruck zuck über dem gewünschten Gewicht, weil die Waage das Gewicht leicht verzögert anzeigt.

Die Hario Drip Scale ist eine solide Kaffeewaage, die macht was sie soll – Zeit und Gewicht anzeigen. Jeder, der seine Kaffeezubereitung zelebriert, dem das Design gefällt und der auf eine Waage nicht verzichten will, sollte sich die Hario Drip Scale anschaffen.

Hier für 49,90 € bestellen.

 

Hario Metal Drip Scale – Für den sauberen Kaffeeenthusiasten

Die Metal Drip Scale

Die Metal Drip Scale ist die Weiterentwicklung der Drip Scale von Hario, quasi ein Facelift. Mit (LBH) 175 x 120 x 31mm ist die Metal Version kleiner, dafür aber etwas höher und mit insgesamt 470g schwerer als ihr Vorgänger. Die Metall Version ist wesentlich hochwertiger: Die Oberfläche der Wiegeeinheit ist aus Edelstahl und sogar abnehmbar. Die Oberfläche darunter ist hochglänzend schwarz. Durch einen kurzen Dreh lässt sich die Oberseite der Waage abnehmen und so beide Teile reinigen – was bei der spiegelglatten Oberfläche wirklich Sinn macht. Außerdem sind die Batterien bei dieser Waage integriert. Der Akku lässt sich über ein mitgeliefertes Kabel per USB aufladen. Laut Hersteller hält eine Ladung 80 Stunden. Wenn man davon ausgeht, dass ein Brew circa fünf Minuten dauert, kann man ca 960 mal Kaffee machen (sollte für einen Tag ausreichen).

Die Weiterentwicklung der Drip Scale abnehmbare Wiegeplatte

Die Metall Version der Hario Drip Scale gefällt mir gut. Sie sieht super hochwertig aus und ist 1a verarbeitet. Durch das Laden über USB muss man sich nicht mit Batterien rumärgern. Die abnehmbare Wiegeplatte hat Vor- und Nachteile. Vorteil ist, dass man die Waage so gut sauber machen kann. Jedoch befürchte ich, dass die Verbindung mit der Zeit ausnudelt und wackelt (aber wie oft muss man die Platte schon abmachen um gründlich zu reinigen? – es hält sich wahrscheinlich im Rahmen). Schade ist, dass die Waage technisch identisch mit der Vorgänger-Version ist. Die Anzeigezeit hat genau so eine Verzögerung und die Knöpfe sind auch identisch geblieben. Lediglich das verbesserte Display mit LED Backlight ist ein technischer Fortschritt hoch 10.

Optisch macht die Metal Version der Drip Scale einiges her. Wer bei der Kaffeezubereitung auf Sauberkeit und Optik achtet, der ist mit der Waage gut bedient. Allerdings sollte man nicht zu penibel sein, sonst stört einen schnell die verzögerte Anzeige des Gewichts.

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Brewista Smart Scale – Für kompakte Espressoliebhaber

Die Brewista Smart Scale

Die kleine wasserfeste Brewista Smart Scale misst nur (LBH) 125 x 105 x 17mm und wiegt mit Batterien (2xAAA) 260g. Wegen ihrer Größe ist die Brewista perfekt für die Espresso-Zubereitung. Filterkaffee ist auch kein Problem, außer bei der großen Chemex wird es eng. Das LCD wird orange beleuchtet und ist gut ablesbar. Die vier Knöpfe lassen sich gut erreichen und bedienen. Das Besondere der Wage sind die sechs verschiedenen Modi, welche voreingestellt für Espresso und Handfilter zu gebrauchen sind. Im Vergleich zu den Waagen von Hario hat die Brewista vier Knöpfe (On/Off, Mode, Tare, Time). Die Wiegefläche ist aus Edelstahl und der Rest der Waage aus einem beschichtetem Plastik.

gut ablesbares Display passend für Espressomaschinen

Die Waage gefällt mir an sich richtig gut. Das Design mit orange beleuchteten Knöpfen und orangenem Display ist auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Es ist aber gut ablesbar und die Knöpfe geben ein gutes Feedback – nix mit Möchtegern-Touch, hier muss noch richtig gedrückt werden, was ich persönlich bevorzuge. Die Größe der Waage ist wirklich sehr praktisch und die Brewista passt unter viele Espressomaschinen. Ein Hario V60 Range Server findet locker Platz und auch mit einer mittelgroßen Chemex lässt sich entspannt brühen. Die sechs verschiedenen Modi sind meiner Meinung nach eine lustige Idee, mehr aber auch nicht. Nach einigem rumprobieren habe ich nur noch Modi “hand2” benutzt, wo alles manuell durch drücken der Tasten passiert. Möchte man den Modus wechseln, muss man sich erstmal eine gefühlte Eeeewigkeit durch die Modi drücken – schnarch! Die Tasten reagieren ein wenig träge. Tariert man die Waage oder möchte den Timer starten, tut die Brewista das mit einer kleinen Verzögerung. Die Anzeige-Geschwindigkeit ist zum Glück schon wesentlich besser als bei der Hario.

Die Brewista Smart Scale kann ich nur empfehlen. Preislich liegt sie auf einem Level mit der Hario Drip Scale. Sie ist schnell und lässt sich gut bedienen. Jedem, dem die kleine Wiegefläche von 10x10cm ausreicht, kann ich diese Waage nur ans Herz legen.

Hier für 58,90 € bestellen.

 

Acaia Pearl – Für fortgeschrittene Kaffeeliebhaber

Die Acaia Pearl Scale

Die Waage unter den Waagen, das Moped unter den Mopeds! Die Acaia Pearl sieht wirklich gut aus und ist solide verarbeitet. Das Design erinnert an einen Mac Mini (nur das der Mac Mini nicht wiegen kann – Bluetooth hat er auch). Die Waage wird ebenfalls mit einem integrierten Akku geliefert, der über das mitgelieferte USB Kabel geladen wird. Eine Akku-Ladung hält laut Hersteller 20 bis 30 Stunden. Mit 500g ist die Waage am schwersten von den getesteten, jedoch mit (LBH) 160 x 160 x 30 trotzdem kompakt. Die Acaia Pearl hat ebenfalls nur zwei berührungsempfindliche Knöpfe. Die gesamte Oberfläche besteht aus Plexiglas und der Boden aus einem rutschfestem Material. Das Besondere der Acaia Pearl ist die Verbindung via Bluetooth 4.0. Mit der eigenen Acaia App lässt sich die Waage mit dem Handy steuern, Brühkurven erstellen und teilen, der Akku-Status anzeigen oder Fotos machen. Mit der extra Update-App kann die Waage zudem regelmäßig geupdated werden. Durch Drücken der Start-Taste kommt man in das Einstellmenü der Waage und kann dort noch etliche Parameter einstellen.

stylisches Design Verbindung via Buetooth

Die Acaia Pearl ist das Nonplusultra und genau das Richtige für jeden Kaffee-Nerd und Design-verliebten Kaffeeliebhaber. Die Acaia wiegt sehr genau und ist sehr schnell. Das Erstellen von Brühkurven mit der App ist eine nette Spielerei und genau das richtige für jeden, der es sehr genau nimmt, seinen Brew verbessern will oder gerne neue Rezepte ausprobiert. Mich hat vor allem das Aussehen, die Genauigkeit und die Schnelligkeit der Waage überzeugt. Das Design ist gut gelungen, die berührungsempfindlichen Knöpfe geben Feedback in Form eines Lichts oder wenn man möchte einen Ton. Die Bedienung ist wirklich einfach und gut umgesetzt. Einziges kleines Manko ist meiner Meinung nach das Display. Es ist zwar designtechnisch sehr gut gelöst, dass man das Display an sich nicht sieht, wenn man die Waage aber anschaltet ist ein weißer Schein um die Zahlen. Bei der überarbeiteten schwarzen Version wurde dieser kleine Fehler zum Glück behoben – meckern auf hohem Niveau!

Wer bereit ist, für eine Waage (mit Bluetooth) fast 160 € auszugeben, der wird von der Acaia Pearl nicht enttäuscht. Es macht wirklich Spaß mit der Acaia Pearl zu brühen. Sie ist unglaublich genau, schnell und sieht gut aus… Kann man nich’ meckern! (Das größte Lob für einen Berliner)

Hier für 159,00 € bestellen.

 

"Wer einen wirklich guten Brew hinbekommen möchte, sollte auf eine Kaffeewaage nicht verzichten"

 

Eine Waage bleibt eine Waage! Aber: Wer die Kaffeezubereitung zelebriert und einen wirklich konstant guten Brew hinbekommen möchte, der sollte auf eine Kaffeewaage nicht verzichten. Die Hario Drip Scale macht dabei für ihren Preis einen ordentlichen Dienst. Wer ein hochwertigeres Material bevorzugt, kann auch auf die teurere Hario Metal Drip Scale ausweichen. Wer eventuell oft unterwegs ist oder Zuhause kaum Platz hat, dem sei die Brewista Smart Scale ans Herz gelegt – und die Brewista ist außerdem richtig gut für die Espressozubereitung geeignet. Die Acaia ist mit 159,00 € zwar die teuerste im Test, kann aber wirklich auf ganzer Linie überzeugen. Die Zubereitung mit der Acaia macht einfach Freude!

 

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