Unser Messerundgang begann am Stand des Hobby-Projekts TemperBell (mit der leersten Webseite aller Zeiten..). Herr Kamphausen bietet Tamper in fast allen erdenklichen Materialien und Farben an. (Mit dem Tampen drückt ein Barista das Espressomehl im Siebträger fest, bevor er diesen in die Maschine einsetzt.) Hauptvorteil (neben den schönen Designs) ist die Tatsache, dass der Profi-Barista den Tampen nicht mehr abklopfen muss, da er genau dem Durchmesser des Siebträgers entspricht und so an den Rändern kein Kaffee hängenbleibt. Wie dem auch sei.. Wir fischten instinktiv die teuersten beiden Modell heraus. Damit hatten wir Glück, denn nun wurde es amüsant:

Der erste Tamper ist aus Wüsteneisenholz, dem härtesten Holz der Welt aus der kalifornischen Sonora-Wüste. Diese Tatsache und die schöne Maserung führen zu einem Preis von über 200 Euro. Vor dem Verhandeln und so..

Und nun wurde es das erste Mal KURIOS. Der zweite Tamper ist aus dem Backenzahn eines Mammuts. Ääähh, wie bitte? Ja, "Mammuts". Allein das "Rohmaterial" kostet "mehrere Hundert Euro". Die farblichen Abstufungen entstanden aus Mineralienablagerungen, die über die Jahrtausende :) zu Verfärbungen führten.

Wenige Meter weiter wurden wir erstmals der berüchtigten Twist ansichtig. Die Idee ist, dass man fernab der Zivilisation unbedingt richtig guten Espresso braucht und hierfür genug Gaspatronen (für den nötigen Druck), kochendes Wasser und Espressopulver zur Hand hat. Für jedes "Problem" gibt es eine Lösung in unseren Breitengraden..

Nachdem wir uns mit einem in der Tat ausgezeichnet schmeckenden Twist-presso belohnt hatten, ging die Entdeckungsreise weiter. Am Stand des Münchener Händlers Caffé Streets konnten wir einen Großteil des Sortiments der japanischen Firma Hario bewundern. Die Japaner sind was Kaffee-Zubereitung und -Entwicklungsdrang angeht die zurzeit führende und abgedrehteste Zivilisation unseres Planeten. So kommen denn auch viele der weiterentwickelten oder nur besonders schönen Erfindungen aus dem Land der aufgehenden Sonne. Auf den beiden Bildern seht Ihr links einen Tischzubereiter mit Leinen-Filter - der soll "noch" besser sein als Papierfilter, muss dafür aber feucht und am besten im Kühlschrank gelagert werden. Praktisch.. Und auf der rechten Seite einen Tischröster - für den Heimbedarf schätzen wir.. Und Martin ist auch mit im Bild.

Und natürlich gibt es in Japan auch nicht nur Eiskaffee oder-tee, sondern wenn schon, dann bitte mit Stil und Raffinesse. Beim Kaffeegefäß (-turm) links füllt man oben Eiswürfel ein, stellt die Tropffrequenz ein und lässt das ganze dann über Nacht stehen. Der Kaffee soll milder und weniger bitter schmecken als heiß zubereiteter. Das Teegefäß zurechts ist wohl selbsterklärend. Schön ist es allemal.

Nach so viel Konstruktionskunst war uns nach ehrlichen Kaffeebohnen. Am Stand der Berliner Kollegen von Fairbindung konnten wir ein paar Schnappschüsse einfangen, die die Verarbeitung des Rohkaffees nachzeichnen. Die zweite Schale von links enthält Pergaminos. So heißt die äußerste Schale der Kaffeebohne, die vor dem Rösten entfernt wird.

Wir blieben beim Thema Kaffee, als wir uns dem nächsten Stand näherten. Die genauen Beweggründe werden uns für immer verborgen bleiben, aber man kann tatsächlich Kaffeeschmuck verschenken ..oder sich selbst damit schmücken. KURIOS N° 2.

Und schlußendlich besuchten wir noch den Stand der von uns sehr geschätzte Speicherstadt Kaffeerösterei und bewunderten zum einen den hauseigenen Espresso..

.. und zum anderen die mächtige Machine am Stand nebenan. Basta.