Wenn wir in ein Café gehen und ein Kaffeegetränk bestellen, haben wir meist eine konkrete Vorstellung, was wir von dem Getränk erwarten. Doch wie sich vor allem beim Reisen zeigt, gibt es dabei schon mal Missverständnisse und manchmal große Unterschiede in der Zubereitung. Ein Versuch Klarheit in das Kaffeewirrwarr zu bringen!

 
  

WienDie Wiener Melange

Die Wiener Melange (frz. Mischung) ist wohl das berühmteste Kaffeegetränk aus der österreichischen Hauptstadt, das erstmals um 1830 angeboten wurde. Die Melange besteht aus einem Espresso, Milch und einer Haube aus geschäumter Milch. Und manchmal wird noch Schlagobers (Schlagsahne) auf das Kaffeegetränk gegeben.


Doch was passiert, wenn man eine Wiener Melange in der Schweiz bestellt?

In der Schweiz ist ein Café Mélange oder Kafi Melange (ch. gemischter Kaffee) ein Kaffee mit einer Schlagsahnenhaube. Hin und wieder wird die Schlagsahne noch mit einer Kaffeebohne garniert. Oft wird die Schlagsahne auch separat in einem Schälchen dazu serviert. Achtung! In den Niederlanden wird unter Wiener Melange ein Kaffeegetränk verstanden, das mit gezuckertem Eigelb zubereitet wird.

Cappuccino auf einem TablettDer Cappuccino - Wirklich aus Italien?

Für einen Cappuccino wird heiße, aufgeschäumte Milch auf einen Espresso gegossen, sodass eine Milchkrone als Haube entsteht. Durch das Aufschäumen der Milch auf etwa 60-70 °C bekommt sie einen besonders süßlichen Geschmack, der perfekt zum  Espresso passt. Der Cappuccino, ist das für uns typisch italienische Getränk - schließlich trägt dieses Kaffeegetränk ja auch einen italienischen Namen. Aber kommt der Cappuccino wirklich aus Italien?

Entstehungsgeschichte - vom Kapuziner zum Cappuccino

Ein Kapuziner war in Österreich lange Zeit die Bezeichnung für einen Mokka, der mit flüssigem Schlagobers vermischt wurde, wodurch das Getränk eine Färbung erhielt, die an die Kutte eines Kapuzinermönches erinnerte. Und so wurde der Mokka Kapuziner getauft. Doch wie wurde aus dem Kapuziner nun ein Cappuccino? Man vermutet dass dies an der Stationierung österreichischer Soldaten in Italien lag, die auch dort nicht auf ihren Kapuziner verzichten wollten. Weil Kapuze auf italienisch übersetzt Cappucio heißt, wurde zunächst im Café immer ein Cappucio geordert. Mit der Zeit wurde aus dem Capuccio der allseits bekannte Cappuccino, der mit seiner Urform nur noch wenig gemein hat.

Der Milchkaffee

Der Milchkaffee wird je nach Ortslage auch als Café Latte oder Café au Lait bezeichnet und bedeutet übersetzt soviel wie Kaffee mit Milch. Man könnte nun vermuten, dass dadurch auch der Inhalt überall gleich ausfallen würde - doch dem ist nicht so.

Espresso ShotEin Getränk - länderspezifische Zubereitungen

Der italienische Caffè Latte oder auch Caffè e latte (ital. Kaffee mit Milch) verwendet keinen Kaffee, sondern einen Shot Espresso, der mit heißer Milch aufgegossen wird und häufig in einem großen Glas oder in einer Schale serviert wird. Milchschaum wird für dieses Kaffeegetränk nicht verwendet.

Der Café au Lait ist ein französisches Kaffeegetränk, dass hauptsächlich aus Kaffee besteht und um heiße Milch ergänzt wird. In Paris wird er auch Café Crème genannt, obwohl dies in anderen Regionen Frankreichs, wie traditionell üblich, ein Kaffee mit Sahne ist.
Bestellt man in Österreich einen Caffè Latte, bekommt man häufig einen Latte Macchiato serviert. Bei diesem aus Italien stammenden Getränk wird vorsichtig Espresso in ein Glas mit heißer, geschäumter Milch gegossen, sodass sich verschiedene Ebenen von Kaffee und Milch ergeben: die unterste Schicht bildet heiße Milch, darauf folgt der Espresso und als Krone dieses Kaffeegetränks dient ein üppiger und feinporiger Milchschaum.

Flat WhiteFlat White

Der Flat White ähnelt von der Art der Zubereitung einem Cappuccino. Der Hauptunterschied betrifft das Verhältnis des Milchanteils und die Konsistenz des Milchschaums. Der Flat White enthält etwas mehr Milch und einen geringeren Anteil an Milchschaum. Der feinporigere Milchschaum des Flat Whites wird deswegen auch als Mikroschaum (Microfoam) bezeichnet und eignet sich hervorragend für Latte Art.

Die Entstehung des Flat Whites

Nach dem Zweiten Weltkrieg sind viele Italiener nach Australien ausgewandert, wodurch vermehrt Espresso-Maschinen in den australischen Cafés zu finden waren. Wenn dann ein Cappuccino bestellt wurde, orientierte man sich bei der Zubereitung zunächst an der eines Tees: der Espresso wurde mit so viel Milch ergänzt, wie es sonst beim Tee üblich war. In den späten 80er Jahren wurde die Zubereitung des Flat Whites in Wellington, Neuseeland perfektioniert und standardisiert.

...Und wieder etwas dazu gelernt?

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