Ich war ja schon insgesamt sechs Mal in Äthiopien - vor allem wegen des College, das ich dort mitgegründet habe - aber noch nie mit dem Auftrag herauszufinden, ob unsere Idee überhaupt umsetzbar ist.

Im September 2009 wars soweit. Ich flog über Kairo nach Addis Abeba in die Hauptstadt des Kaffee und habe dann mit Hilfe der GTZ und dem äthiopischen Kaffeeverband einen tiefen Einblick in die äthiopische Kaffeebranche bekommen.

Dort war ich erstaunt wie professionell die Kaffeeindustrie arbeitet. Das hätte ich mit aber eigentlich vorher schon denken können - immerhin ist Äthiopien Afrikas größter Kaffeeproduzent (ca. 300.000 t /p.a.) und auch das Ursprungsland des Kaffees. Jeder Lieferung (bestehend aus mehreren 60 kg Säcken Kaffee) wird mit dem kleinen Röster probegeröstet und dann verkostet. Nach der Verkostung wird der Kaffee wieder ausgespuckt. Schaut ein bisschen aus wie beim Zahnarzt :)   

Auch die Qualitätssicherung und Lagerung des Kaffees war beeindruckend. Im September ist dort zwar saisonal bedingt nicht so viel los, aber zu Höchstzeiten schaffen sie 4! Tonnen pro Stunde. Die Frauen haben extrem gute Augen und können mit ihrer Erfahrung auch noch die letzten schlechten Bohnen aussortieren.     

Ich konnte bei meiner Reise herausfinden, dass wir den Kaffee direkt importieren dürfen und nicht auf die Mittelsmänner angewiesen sind. Also war die Idee kein Hirngespinst! Jetzt müssen wir "nur" noch rausfinden mit welchen Bauern wir zusammen arbeiten wollen und welche Kaffees wir auswählen. Aber hierfür bekommen wir ja professionelle Hilfe. Dazu später mehr...