Er ist wieder da: Unser geliebter, fruchtig-süßer Duromina-Kaffee, der beste afrikanische Kaffee des Jahres 2012. Wir haben die Kooperative im Januar besucht. Hier berichtet Hannes von den Menschen, die hinter dem Kaffee stehen.

 Florian, Martin, Hannes und die Kooperativenleitung von Duromina.

 

Außergewöhnlicher Kaffeegenuss

Der Kaffee aus der Kooperative Duromina ist mein persönlicher Lieblingskaffee.  Als ich ihn vor knapp zwei Jahren zum ersten Mal probierte, war das ein ganz besonderer Moment für mich. Damals war ich noch neu in der Kaffeeszene und als ich den Duromina Kaffee kostete, wollte ich erst nicht glauben, dass das purer Kaffee war. Er schmeckte einfach zu außergewöhnlich. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass dem Kaffee etwas beigemischt sein musste und hätte nie gedacht, dass ein Kaffee auf natürliche Weise so intensiv nach Orange schmecken kann. Ich war hin und weg und seitdem hat der Duromina einen besonderen Platz in meinem Kaffeeherzen.

Die Kaffeebohnen werden 8 - 10 Tage getrocknet. Äthiopischer Kaffee wird noch von Hand gepflückt - einer der Gründe für seine hohe Qualität.

 

Die erste Reise in die Kooperative

Aus diesem Grund habe ich mich  sehr gefreut, als ich im Januar 2014 die Möglichkeit hatte, die Kooperative Duromina zu besuchen und einen Teil der Farmer  kennenzulernen. Mich hat überrascht, dass die Farmer dort mit geringen Mitteln einen so wahnsinnig  aromatischen Kaffee produzieren. Ein wichtiger Teil des Geheimnisses dieses wundervollen Geschmacks liegt offenbar in der Natur, beziehungsweise in den geografischen Bedingungen der Gegend. Die Kooperative Duromina befindet sich in Boto, einem Dorf mit knapp 10.000 Einwohnern in der Jimma Zone.  Boto liegt zwischen 1.900 und 2.200 Höhenmetern und hat für den Kaffeeanbau ideale klimatischen Bedingungen. Die Farmer haben uns sehr herzlich empfangen, uns die Aufbereitungsanlagen gezeigt und sind mit uns spazieren gegangen. Mein Highlight war die Tasse Kaffee, zu der uns die Kooperativenleitung eingeladen hat. Normalerweise schmeckt der traditionelle äthiopische Kaffee überröstet und verbrannt, doch der Duromina Kaffee überraschte mich positiv, da er neben den dunklen Röstaromen auch eine schöne Spritzigkeit aufwies und sehr komplex schmeckte.

 Hannes wird von der Kooperativenleitung freundlich in Empfang genommen.Die Drying Beds der Kooperative Duromina.Martin sieht sich den Duromina-Rohkaffee an.

 

Duromina – „um das Leben zu verbessern“

Die Erfolgsgeschichte der Kooperative ist extrem inspirierend. Bis 2010 wurde der  Kaffee aus dieser Gegend noch in minderwertiger Qualität zu geringen Preisen verkauft, da den Farmern die Möglichkeit fehlte, den Kaffee als „washed coffee“ aufzubereiten und sie zudem nicht das Know-How für eine höhere Qualität besaßen.  In 2010 haben sich 113 Farmer zur Kooperative „Duromina“ zusammengeschlossen, was soviel heißt wie „um das Leben zu verbessern“. Die neu gegründete Kooperative wurde von der NGO Technoserve unterstützt. Dank der tollen Arbeit von Technoserve, mit denen wir in Äthiopien eng kooperieren, konnte eine „Washing Station“ finanziert werden und die Farmer erhielten ein intensives Training. So konnte schon in kürzester Zeit eine phänomenale Kaffeequalität erreicht werden. Die Krönung war, dass der Kaffee 2012 beim „Taste of Harvest“-Contest zum besten Ostafrikanischen Kaffee gewählt wurde: ein riesiger Erfolg für die Kooperative.  Der US Hörfunksender-Zusammenschluss NPR bezeichnet in dieser Erfolgsgeschichte die Kooperative Duromina sogar als „Cinderella of Coffee“. Das Schöne an der Geschichte ist, dass die Farmer durch die inzwischen weltweit angesehene Kaffeequalität höhere Preise für ihren Kaffee erhalten und mit den Erlösen problematische lokale Umstände verbessern können. Früher war das Dorf Boto, das circa 45 Minuten von der nächsten asphaltierten Straße entfernt liegt, in der Regenzeit komplett abgeschnitten, da der Fluss die einzige Brücke im Dorf überschwemmte. Ein Teil der Kaffeeerlöse hat die Kooperative dafür aufgewendet, eine bessere Brücke zu bauen, sodass die Dorfbewohner jetzt in der Regenzeit die nächste Stadt erreichen können. Derzeit plant die Kooperative mit den nächsten Erträgen der neuen Ernte die Dorfschule zu renovieren und auszubauen. Duromina ist ein tolles Beispiel dafür, dass Kaffeefarmer durch eine hohe Kaffeequalität nicht den Weltmarktpreisschwankungen ausgesetzt sind, sondern stabile Preise erhalten und ihre Lebensbedingungen selbstständig verbessern können.

 Der Buchhalter der Kooperative Duromina präsentiert uns stolz den Taste of Harvest-Pokal.Hannes am Drying Bed.

 

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