Warum Isi eine Kaffeeheldin ist? Weil sie seit 2011 fester Bestandteil des Coffee Circle war und mit ihrer Arbeit in Buchhaltung & Controlling immer bleiben wird. Hier berichtet sie von dem Kaffeeprojekt in Laos, an dem sie nun gemeinsam mit Adrian arbeitet und über ihre Zeit bei Coffee Circle.

Unsere Kaffeeheldin Isi

Isi, was machst du gerade?

Inspiriert von Coffee Circle geht für mich die Reise weiter, tiefer in die Tiefen des Kaffeeanbaus und der Kooperativenarbeit vor Ort. Seit Oktober arbeite ich für JHai Coffee in Pakxong in Laos. JHai hat es sich zur Aufgabe gemacht in Zusammenarbeit mit den laotischen Kaffeebauern auf dem Bolaven Plateau Spezialitätenkaffee in Laos groß zu machen, Kooperativenarbeit aufzusetzen und gleichzeitig Brunnen und Hygieneschulungen in den Schulen der Dörfer der Kaffeebauern durchzuführen. 

Wir sind ein Team von vier Leuten, neben Tyson, dem Gründer und Thao, ist Adrian, ein weiterer alter Bekannter aus dem Coffee Circle Team mit mir hier. Und so versuchen wir unser Kaffeewissen einzubringen und zu schauen, wie man Kaffee am anderen Ende der Welt macht.

Die neue RöstungSchule vor Ort

Vergleichbar mit Äthiopien ist Laos zum Thema Kaffee nur sehr minimal. Die Mehrheit der Kooperativenchefs hat letztes Jahr das erste Mal bei einem JHai-Training überhaupt Kaffee getrunken. So begegnen uns täglich neue Herausforderungen. Angefangen vom eigentlichen Kaffeeernten über die Strukturen innerhalb der Kooperative, bis zum tatsächlichen Export des Kaffees in die USA oder auch Europa. 

Wir haben gerade diese unglaubliche Chance, eine ganz andere Kultur durch den Kaffee kennenzulernen. Das ist ein bisschen wie Musik - man muss nicht zwanghaft die gleiche Sprache sprechen, um einander zu verstehen. Und wer weiß, vielleicht wird auch Coffee Circle irgendwann mal JHai Coffee anbieten. Schmecken tut er auf jeden Fall!

Probiere unseren Kaffee

Gibt es etwas, dass Du bei Coffee Circle für’s Leben gelernt hast?

Kaffee trinken. Bevor ich zu Coffee Circle gekommen bin, habe ich gar keinen Kaffee getrunken und jetzt weiß ich deutlich mehr darüber als der „durchschnittliche“ Kaffeetrinker. Ich finde, dass Kaffee aufgrund seiner Vielfältigkeit ein unfassbar tolles Produkt ist.

So habe ich über die Liebe zum Detail, die bei Coffee Circle für den Kaffee gelebt wird, auch gelernt andere Produkte, egal ob Lebensmittel oder was anderes, mit etwas anderen Augen zu betrachten. Es gibt nicht nur uns Konsumenten, sondern auch immer jemanden, der es gepflanzt, hergestellt, transportiert und verkauft hat.

Isi in Laos

Und so sieht es vor Ort aus

Natürlich hatte ich die Chance, sehr viel auf unternehmerischer Seite mitzunehmen. Denn so ein Unternehmen zu leiten und großzuziehen ist natürlich nicht nur Zuckerschlecken. Ich durfte miterleben, wie es sich anfühlt, wenn es mal nicht so läuft, wie verschiedene Menschen miteinander agieren in solchen Situationen oder auch für sich selbst damit umgehen.

Ich durfte lernen, was für ein unglaublich schwerer Balanceakt so eine Leitung von einem 20-köpfigen Team voller Persönlichkeiten ist, wie man Dinge auch mal ganz hart ökonomisch entscheiden muss, aber auch wie man sich selbst auch mal auf die Schulter klopfen muss, was für eine Freude es ist, wenn so eine eigene Idee richtig gut klappt und was es ausmacht, ein großartiges Team zu haben.

Gibt es etwas, dass du vermissen wirst?

Es ist wohl dieses einzigartige Gefüge an Menschen, warum ich auch immer wieder zu Coffee Circle zurückgekehrt bin (innerhalb und nach dem Studium). Ich habe so oft gesagt, dass ich glaube, unglaublich verwöhnt zu sein von meiner Arbeit, schlichtweg weil ich das Gefühl habe, bei jedem einzelnen aus dem Team mir jemand gegenübersitzen zu haben, der nicht dumm ist, der dich bereichern kann, in dem die gleiche Begeisterung für die Sache existiert, wie bei mir selbst. Das ist nicht selbstverständlich und ich habe das immer sehr geschätzt.

Du hast auch Erfahrungen in klassischen, großen Beratungen etc. Was sind im Vergleich dazu die größten Herausforderungen in so einem jungen Unternehmen - vor allem in Deinem Bereich?

Ich habe Coffee Circle ja nicht nur, aber vor allem im Finanzbereich begleitet und hatte dort die Möglichkeit fast von Anfang an alles aufzubauen und erstmal zu kreieren. Dazu kommt man natürlich in einem bereits bestehenden Konzern eher selten. Das ist auf der einen Seite natürlich großartig, da man sich erstens so richtig austoben kann und zweitens ein maximales Level an Flexibilität hat, da man Dokumente ja nur so erstellt wie man sie selbst gern hätte.

Zudem kommt natürlich, dass Wege und Entscheidungen in so einem kleinen Unternehmen deutlich schneller sind, was meiner Meinung nach nicht nur das Arbeiten deutlich angenehmer macht, sondern auch Kreativität schürt und unglaublich motiviert.

Adrian und Isi

Auf der anderen Seite kommt mit all der Freiheit natürlich auch die Verantwortung. Es ist DEIN Bereich, du machst die Dinge so wie du willst, aber es macht sie eben auch kein anderer. Da ist es manchmal schon ein komisches Gefühl, wenn man weiß, dass man ein riesiges Zahlenkonstrukt erstellt hat, dass zur Entscheidungsfindung dient oder vielleicht sogar veröffentlicht wird und ein winzig kleiner Vorzeichenfehler das Ergebnis auf einmal ganz aussehen lassen könnte.

Aber das Gute ist: es ist ja dein Ding, sprich man entwickelt ein verdammt gutes Gefühl für’s Gesamtgeschäft, da man eben nicht nur in seiner Abteilung kauert und die Leute aus der 5. Etage nicht mehr kennt, sondern alles mit einander gut agiert, da weiß man dann eben ganz genau, um bei dem Beispiel zu bleiben, wie so eine Zahl im Endeffekt aussehen sollte.

Möchtest Du sonst noch was loswerden?

Think big and keep it up :)

Unsere Kaffeeheldin

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