Wir haben uns bereits in einem älteren Blogbeitrag mit der Frage beschäftigt, wie man seinen Kaffeeabfall sinnvoll verwerten kann. Da wir aber über die Zeit weitere (zugegebenermaßen relativ ausgefallene) Weiterverwendungsmaßnahmen entdeckt haben, kommt hier ein kurzes Update!

Wohin mit dem Kaffeeabfall?
  
  

1) Das T-Shirt aus Kaffee

Unter einem T-Shirt aus Kaffee kann man sich zunächst einmal wenig vorstellen. Jason Chen, ein taiwanesischer Produzent von umweltfreundlicher Funktionskleidung, verwendet jedoch tatsächlich Kaffeesatz bei seiner Textilproduktion. Wie er auf diese Idee kam? Zufällig! Ihm wurde der Tipp nahegelegt, benutzte Kaffeefilter mit Kaffeesatz in den Kühlschrank zu legen, dort fungiere dieser als Geruchsneutralisierer. Warum sollte das nicht auch bei Textilien funktionieren? Durch diesen Gedanken angeregt, startete er 2005 mit den ersten Versuchen, Kaffeetextilien zu entwickeln. 2009 gelang ihm der Durchbruch und die ersten T-Shirts gingen in die Produktion. Sie nehmen schlechte Gerüche auf, trocknen schnell und schützen vor UV-Strahlung. Und das waren nur drei der Vorteile von Kaffeekleidungsstücken. Mittlerweile werden täglich bis zu 500 Kilogramm Kaffeeabfall auf dem Firmengelände abgeladen. Ein weiterer entscheidender Vorteil: Dieses Rohmaterial bekommt Jason völlig umsonst, da es ja nur Abfall für die großen Kaffee-Filialen bedeutet. Sein Slogan „Drink it, wear it“ spiegelt den Gedanken der Nachhaltigkeit und die Raffinesse dieses Produktes perfekt wider! Wir kippen uns auch seit Tagen den Kaffeesatz auf unsere Kleidung, doch uns fehlt wohl doch ein wenig taiwanesisches Kaffeefaser-Knowhow...

© JUSTIN GUARIGLIA/IHT/Redux/laif

  
  

2) Die Batterie aus Kaffeekapseln

Eine weitere Verwendung von bereits verbrauchtem Kaffee, in diesem Fall verbrauchten Kaffeekapseln, ist die auf Kaffee basierende DIY (Do it yourself)-Batterie. Das hier vorgeführte Design entsprang dem Wiener Designstudio mischer’traxler während der 2010 Vienna Design Week. Im Wesentlichen besteht es nur aus Aluminiumkapseln, einem Kupferstreifen, Salzwasser und selbstverständlich aus Kaffeesatz. Jetzt kommen wir zu den dunklen vergangenen Chemieschulstunden zurück – Anode (der Pluspol), Kathode (der Minuspol) und Elektrolyt (die chemische Verbindung). Wir könnten nun die Traumata unserer Chemiezeit auspacken und genauestens auf die chemischen Reaktionen in diesem Szenario eingehen, doch das wollen wir Dir nicht antun. Die Antwort „Es funktioniert einfach!“ konnte man in der Schulzeit leider nie verwenden und deshalb tun wir es jetzt und hier.

Bildquelle: http://bit.ly/as5JzpBildquelle: http://bit.ly/as5JzpBildquelle: http://bit.ly/as5Jzp

  
  

Übrigens: Eine Batterie erzeugt 1,5 - 1,7 Volt. Sechs dieser Batterien können gemeinsam ein kleines Radio betreiben. Verrückte Sache, welch nutzbare Energie in unserem täglichen Kaffeeabfall steckt. Dieser Meinung waren eben auch die beiden Designer von mischer’traxler. Aber warum gerade Kaffeekapseln? Die Installation des Designer-Duos soll die Leute dazu animieren, ihrem täglichen Wegwerfprodukt einen Mehrwert zu geben. Des Weiteren wird die nicht sichtbare Energie in den Kapseln auf eine sehr schöne und dezente Art visualisiert. Das gesamte Objekt bestand aus 700 verschiedenfarbigen Kapseln. Dieses Design spannt einen wundervollen Bogen von rein nachhaltigen Aspekten hin zu kunsthaften Installationen.

3) Kunst aus Kaffee

"Mocha Lisa", Quelle: Karin Eland

  
  

Am künstlerischen Ende des bereits erwähnten Bogens finden sich wundervolle Kunstwerke, natürlich aus Kaffee. Die kanadische Künstlerin Karen Eland fand es nicht nur wichtig, guten Kaffee zu trinken, sondern ihn auch zu vermalen. Seit 1998 kreiert Karen Kaffee-Kunst, die ausschließlich aus Espresso besteht. Sie muss es ja wissen, denn sie ist nicht nur Künstlerin, sondern auch gelernte Barista.
Mit Kaffee zu malen ist ein eher langsamer und anspruchsvoller Prozess, denn der Espresso wird immer schichtweise aufgetragen. Wo die Fläche also dunkler werden soll, müssen sehr viele Espresso-Schichten aufgetragen werden. Die Kaffeekünstlerin malt hauptsächlich Klassiker komplett aus Kaffee nach. Durch das ein oder andere Tässchen in der Hand der Portraitierten wird eine sehr ironische Verbindung zum Werkstoff geschaffen.
Die Gemälde strahlen eine sehr ruhige und warme Atmosphäre aus, genau wie man sich das beim Genießen einer guten Tasse Kaffee eben wünscht.


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