Man müsste es doch eigentlich erwarten können! Nämlich dass jeder, der bei Coffee Circle arbeitet, Kaffeeliebhaber und langjähriger Kaffeetrinker ist. Trotzdem schleichen sich immer wieder Mitarbeiter ins Team, deren Zunge noch nie den erlesenen Saft der Kaffeebohne geschmeckt haben. So auch ich, René, der neue Praktikant bei Coffee Circle. ;-) Aber es wäre doch gelacht, wenn es die preisgekrönten Circle-Kaffees nicht schaffen, mich zum Kaffeeliebhaber zu bekehren, oder? Ich bin gespannt und starte den Selbsttest.

Von null Ahnung zu etwas Kaffeewissen!

Tag 1: Zuallererst verschaffe ich mir einen Überblick über die Grundlagen der Kaffeeproduktion, Kaffeeverarbeitung und Kaffeeröstung. Ich lese mich in unseren Blog ein, konsultiere Fachbücher und entdecke die vielfältigen Kaffee-Communities im Netz. Denn nur wer weiß, wie Kaffee hergestellt wird, wo die Unterscheide liegen und worauf man bei der Zubereitung achten muss, kann den Geschmack vollkommen genießen und wertschätzen. Jetzt kenne ich immerhin Zubereiter wie die Chemex, die Karlsbader Kanne oder die Aeropress und weiß, was Cupping und Pergamino bedeutet und wo die Unterschiede liegen beim Rösten in der Industrie und beim Kleinröster. Das ganze ist viel interessanter und umfangreicher als ich dachte.

Tag 2: Letzten Abend hatte ich eine neue Idee unter der Dusche: Da ich mich ja nun zum Kaffeeexperten herangelesen habe, will ich doch gleich mal schauen, ob ich in der Lage bin, verschiedene Kaffees im Blindtest voneinander zu unterscheiden. Also kaufe ich zwei weitere Kaffees aus dem Supermarkt an der Ecke, darunter einen guten Bio-Kaffee (250g für 5,95€) und einen klassischen Filterkaffee (500g für 5,49€), der laut Statistik der meistegekaufte Deutschlands ist. Von Coffee Circle nehme ich den Sidamo (500g für 13,50€). Natürlich werde ich alle auf die gleiche Art zubereiten: mit der Chemex.

Tag 3: Der Tag der Entscheidung. Jetzt geht’s ans Probieren. Der fremde Kaffeegeschmack trifft auf meinen jungfräulichen Gaumen. Der Sidamo von Coffee Circle trifft auf den Bio-Kaffee und den Industriekaffee.

Die drei Kaffees werden von meinen charmanten Kolleginnen zubereitet, damit ich nicht sehen kann, welcher von wo stammt. Ehrlicher kann man wohl kaum die Qualität der Kaffees feststellen ;-)

Hier das Fotoprotokoll:

Der Bio-Kaffee

Der Bio-Kaffee schmeckt eigentlich nicht so schlecht, zumindest, wenn man ihn schnell runterschluckt.
Wenn ich ihn länger im Mund behalte, ist er ziemlich sauer, was ja bekanntlich lustig macht - mir aber nicht so gut gefällt. Mal sehen, was die anderen Kaffees bringen.

 

Der Sidamo von Coffee Circle

Der Sidamo hat einen ähnlichen Geschmack wie der Bio-Kaffee, nur dass die Säure nicht aufkommt. Das macht ihn für mich schon mal sympathischer.

 

Der Supermarkt-Kaffee

Was soll ich sagen... diesen Kaffee lange im Mund zu haben gleicht einer Mutprobe. Er ist einfach nur bitter und lässt jegliche fruchtige oder würzige Aromen vermissen. Warum er dennoch von fast jedem fünften Deutschen Haushalt getrunken wird, kann ich nicht verstehen.

 

Fazit:

Ich war zwar in der Lage, alle Kaffees voneinander zu unterscheiden und richtig zuzuordnen, aber als Kaffeeneuling ist trotzdem jeder Kaffee eine kleine Herausforderung für mich. Ob ich zukünftig wirklich zum schwarzen Gold greifen werde, wenn ich morgens aufstehe oder ein Stück Kuchen esse, muss ich mir noch überlegen. Auf jeden Fall weiß ich, dass billige Supermarktkaffees keine Alternative sind, sondern mindestens frische Bio-Kaffees in den Schrank gehören. Da ich jedoch weiß, dass ich mit jedem Kaffeekauf ein ganz konkretes Entwicklungsprojekt in Äthiopien unterstütze, fällt es mir auf jeden Fall leicht, den Kaffee an Freunde und Eltern zu verschenken. Übrigens sind die Projekte der eigentliche Grund, warum ich bei Coffee Circle mein Praktikum mache ;-) Aber, psst.

PS:
Wir haben seit dieser Woche eine neue feste Mitarbeiterin, die euch in Zukunft am Telefon begrüßen und eure Bestellungen bearbeiten wird. Sie trinkt im Gegensatz zu mir sehr gern Kaffee! Ein herzliches Willkommen an Elis!