Wir drehen einfach nur den Hahn auf und es sprudelt uns entgegen. Wasser. Viele Menschen in Äthiopien hatten noch nie Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch der Bau eines Brunnens allein reicht nicht aus. Die Herausforderung liegt darin, den Menschen den Umgang mit Wasser näherzubringen.

Wasser, ein rares Gut

"Water is life. When water is unsafe and sanitation non-existent, water can kill.” UNICEF

Weltweit leben 783 Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit dramatischen Folgen, denn die Kontamination von Wasser führt zu tödlichen Krankheiten und Seuchen. Auch in Äthiopien hat nur jeder Dritte Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Äthiopien gehen allein 60% aller Krankheiten und 15% der Todesfälle auf so genannte “wasserbürtigen Krankheiten”, wie Cholera oder Typhus, zurück, die durch kontaminiertes Wasser und mangelnde Hygienezustände entstehen. Besonders in den ländlichen Regionen sind die Menschen, die 85% der äthiopischen Bevölkerung ausmachen, von Folgen der Trinkwasserverschmutzung und den sanitären Mängeln betroffen.

Frauen und Kinder in Doyo laufen jeden Tag mehrere Kilometer, um Wasser zu holen

Um an die nächstgelegene Wasserquelle zu gelangen, sind die Menschen gezwungen, mehrere Stunden Fußmarsch in Kauf zu nehmen, damit ihre Dörfer und Familien mit Wasser versorgt werden können. Gerade während Dürreperioden erschwert sich die Beschaffung von Wasservorräten ungemein. Oft fällt diese Aufgabe Frauen und Kindern zu, die kilometerweite Strecken mit mehreren Litern Wasser zurücklegen müssen. Der damit verbundene Kraftaufwand und insbesondere die Verschmutzung der Quellen, aus denen die Menschen ihr Wasser beziehen, hat lebensbedrohliche Folgen.

Kinder beim Wassertransportmehrere Kilometer werden zurückgelegt

Es braucht mehr als nur einen Brunnen

Diese Problematiken führen zu einem Teufelskreis! Die langen Strecken, die Frauen und Kinder für Wasser zurücklegen müssen, sind sehr kräftezehrend. So bleibt wenig Zeit für Schule und Arbeit. Zum Anderen führt ein fehlendes Hygieneverständnis dazu, dass bestehende Wasserquellen mit Bakterien und Parasiten kontaminiert werden. Um aus diesen stagnierenden Zuständen auszubrechen, ist Aufklärung notwendig. Aufklärung über die Folgen, die verschmutztes Wasser mit sich bringt und wie Hygiene Standards eingeführt und vor allem eingehalten werden.

Kaffee braucht Wasser. Wasser braucht Kaffee.

Mit unserem aktuellen Wasser Projekt “Wasser braucht Kaffee” setzen wir auf langfristige Veränderungen durch den Bau von Brunnensystemen und engagieren uns gleichzeitig in Bereichen der Aufklärung über hygiensche Mängel und deren Risiken. Mit unserem Projekt beginnen wir in Doyo in der Limu-Region, aus der unser Limu-Kaffee stammt. Innerhalb der nächsten drei Jahre haben wir es uns zum Ziel gesetzt 18.000 Menschen mit einem Anschluss zu sauberem Trinkwasser zu versorgen. Die Nähe zu den Menschen vor Ort und die gemeinsame Projekterarbeitung ist das, was jedes unserer Projekte so wertvoll und einzigartig macht.

Wasser ist nicht selbstverständlichder Wassertransportder Wassertransport

Lass uns etwas ändern!

Ohne Wasser keinen Kaffee. Mit jeder Tasse Kaffee unterstützt Du unsere sozialen Projekte, denn 1 € pro verkauftem Kilo Kaffee fließt in unsere sozialen Projekte. Du kannst dabei sein!

Mit unseren Projekten wollen wir einen Schritt weitergehen, als es gängige Ansätze von NGOs bisher tun. Der Preis, den wir den Kaffeebauern für ihren Kaffee zahlen, liegt deutlich über dem Weltmarktpreisniveau. Dabei ist für uns die Qualität des Kaffees das höchste Kriterium. Damit bieten wir den Kaffeebauern Anreize ihre traditionelle Anbauweise in Waldgärten beizubehalten, sodass sie, langfristig betrachtet, nicht nur gegenüber uns höhere Preise rechtfertigen können, sondern gegenüber allen internationalen Käufern, die bereit sind faire Preise zu zahlen.

Zu den Menschen vor Ort pflegen wir persönliche Beziehungen auf Augenhöhe und beratschlagen im persönlichen Austausch mit den Kooperativen, wo Hilfe benötigt wird und wie wir diese gemeinsam angehen können. Dadurch unterstützen wir die Menschen in Äthiopien nicht nur auf finanzieller Basis mit höheren Löhnen, sondern setzen uns gemeinsam mit ihnen aktiv für die Verbesserung ihre Lebensbedingungen ein.

Äthiopien, Ilketunjo, Januar 2014

WASH: Water, Sanitation, Hygiene

Hier knüpfen Projekte im so genannten WASH-Bereich (Water, Sanitation, Hygiene) an. Bei WASH handelt es sich um ein Entwicklungskonzept, das nicht nur auf eine Verbesserung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung in unterversorgten Gebieten abzielt, sondern vielmehr mit erzieherischen Maßnahmen arbeitet, durch die gezielte Aufklärungsarbeit im Gesundheits- und Hygienebereich geleistet wird. Durch Methoden, die den Betroffenen ihr Verhalten und dessen Auswirkungen auf krasse Weise vor Augen führen, werden bei ihnen Emotionen, wie Scham und Ekel hervorgerufen. Diese subtile Bewusstseinsbildung hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen, da der kognitive Lernprozess nicht ausschließlich auf logischer, sondern auch auf emotionaler Erfahrung beruht.

Aktuell suchen wir noch nach einem vertrauenswürdigen Partner, der über fundierte Erfahrung im WASH-Bereich und in der Durchführung von Entwicklungsprojekten verfügt. Die Zusammenarbeit mit Partnern wird es uns ermöglichen, eine noch größere Wirkung in den Projektregionen möglich zu machen. Auf diese Weise profitieren wir von einer umfassenden institutionellen und personellen Infrastruktur, was angesichts unserer begrenzter Kapazitäten vor Ort einen enormen Mehrwert darstellt.