Mit dem Sieg der Deutschen Meisterschaft bei der Kaffeeolympiade 2013 qualifizierte ich mich für den World Brewer’s Cup 2014 in Rimini. Am 9.-12. Juni war es soweit – in Italien kamen die Weltbesten zusammen, um sich auf den Brettern, die in der Brewersszene die Welt bedeuten, zu präsentieren.

Hannes wählte den v60 als Zubereiter für den Compulsory Service

Die Vorbereitungen für die WM waren sehr zeitaufwendig und intensiv. Bereits im Januar startete meine Planung mit dem Rohkaffeeeinkauf in Äthiopien. Während des Aufenthalts hatte ich mit den Kaffeebauern in Duromina über eine kleine Menge besonders hochwertig aufbereiteten Kaffee gesprochen, die ich gerne für die Weltmeisterschaft nutzen wollte. Die Idee begeisterte, da sie für die Kooperative-Duromina ebenfalls eine prima Möglichkeit bot, vor anerkannten Kaffeeexperten präsentiert zu werden. Dieses besondere Lot Kaffee konnte ich dank der zahlreichen Unterstützung meines Crowdfunding Projekts finanzieren. Da der Rohkaffeeexport aus Äthiopien extrem vielen bürokratischen Prozessen unterliegt, hat es eine Weile gedauert bis der Kaffee ausgeführt, aber dennoch rechtzeitig - drei Wochen vor der WM - am Berliner Flughafen Tegel eintraf. 

Hannes Präsentation beim Compulsory Service

Ganz besonderer Duromina zubereitet im Hario v60

Eine strenge, internationale Jury

Auf nach "Bella Italia"

Nachdem ich in Kooperation mit meinem Röster ein tolles Röstprofil gefunden hatte, bin ich mit 15 kg Kaffee und zwei Koffern voller Kaffee-Zubereiter und Zubehör nach Rimini aufgebrochen. Am ersten WM-Tag lernten sich alle 27 Teilnehmer bei einem Orientierungsmeeting kennen und wir bekamen den Wettbewerbskaffee für den „Compulsory Service“ ausgehändigt.

Beim Brewer’s Cup setzt sich die Vorrunde aus zwei Runden zusammen – dem „Compulsory Service“ und dem „Open Service“. In der ersten Runde müssen alle Teilnehmer den Wettbewerbskaffee zubereiten, den die Juroren im Anschluss anonym degustieren und bewerten. In der zweiten Runde, beim „Open Service“, haben die Teilnehmer 10 Minuten Zeit um auf der Bühne den Juroren ihren eigens ausgewählten Kaffee begleitend von einer Präsentation zuzubereiten. 

Benjamin Hohlmann trat für die Schweiz an.

Den Juroren war Hannes Kaffee leider nicht komplex genug.

Kaffee zelebrieren – in 9:43 Minuten

Im Rahmen meiner Präsentation brühte ich mein Lot des Durominas im Hario v60. Um die Qualität des Brews zu erhöhen, verwendete ich hauptsächlich die kleinen Bohnen, da sie für ein volleres Tassenprofil sorgen. Nach 9:43 Minuten war meine Zeit auf der Bühne abgelaufen und die drei Tassen fertig serviert. Danach zog sich die Jury zurück und bewertet das Ergebnis. Bei der Beurteilung kommt es zu 75 % auf den Geschmack und zu 25 % auf die Präsentation inklusive der Geschmacksbeschreibung an. Nachdem über zwei Tage verteilt, alle 27 Teilnehmer die beiden Runden absolvierten, kamen schließlich alle wieder zusammen auf die Bühne und die sechs besten Brewer wurden für das Finale ausgerufen.

Leider wurde mein Name nicht genannt. Nichtsdestotrotz war es eine tolle Erfahrung für mich dabei gewesen zu sein und mit den besten der Welt zu brühen.

And the World Brewer's Cup goes to... GREECE!

Die sechs Finalteilnehmer hatten am letzten Wettkampftag die Aufgabe, den „Open Service“ vor den Juroren zu wiederholen. Spannend war, dass sich drei männliche sowie drei weibliche Brewer unter den Finalisten befanden. Am Ende sicherte sich die türkische Teilnehmerin, Asli Yaman den dritten Platz und Platz zwei ergatterte sich Rubens Gardelli aus Italien. Weltmeister im Brewing und Sieger des World Brewer’s Cup 2014 wurde Stefanos Domatiotis aus Griechenland.

Die Bilder wurden uns mit freundlicher Genehmigung von Latteart.ch bereitgestellt.

 

Und hier der Mitschnitt von Hannes Performance auf dem World Brewers Cup 2014.

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