Adia ist ungefähr 50 Jahre alt (in Äthiopien kennen, die meisten Menschen ihr Alter nicht genau) Adia hat sechs Kinder und ist muslimisch wie der Großteil der Menschen in Ilketunjo
Adias Tagesablauf: Adia steht morgens vor Sonnenaufgang auf, um für ihre Familie das Frühstück vorzubereiten. Als erstes macht sie Feuer, um nach den teilweise sehr kalten äthiopischen Nächten (1.900m Höhe) die einfache Hütte etwas aufzuwärmen. Wenig später gibt sie grüne Bohnen in die Pfanne und beginnt sie langsam darin zu rösten. Es ist die traditionelle Art der Kaffeeröstung, wie sie schon seit Generationen in Äthiopien praktiziert wird. Sind die Bohnen geröstet, werden sie mit einem Mörser zerstampft, das Pulver in einen Tonkrug gegeben und heißes Wasser darüber gegossen. Nach einigen Minuten ist der Kaffee fertig. Nun versammelt sich auch die übrige Familie um den kleinen Holzschemel und genießt den ersten kräftigen Kaffee des Tages. Diese Kaffeezeremonie wird bis zu dreimal pro Tag zelebriert, wenn möglich mit der ganzen Familie. Immer mit dabei sind ihr Mann Abajihad und die Tochter Aleima.
Nach dem Frühstück führt Adia die Kühe auf die Weide. In Zeiten der Saat pflügt sie dann vormittags den kleinen Garten hinter ihrem Haus. Ansonsten geht sie direkt in den Wald, um Holz zu sammeln. Mit möglichst viel Brennholz kehrt sie am späten Vormittag wieder nach Hause zurück und bereitet das Mittagessen für Ihren Mann Abajihad und ihre sechs Kinder vor. Im Anschluss an das Mittagessen gibt es dann die zweite Kaffeezeremonie des Tages. Immer häufiger übernimmt ihre Tochter Aleima die Vorbereitung. Frisch gestärkt geht Adia nachmittags zum Fluss, um Wasser zu holen. Das ist besonders während der Kaffeeernte zeitraubend, da nachmittags Erntezeit ist und sie hierbei oft ihrem Mann helfen muss. Pro Tag erntet sie dann ca. 5-10 kg Kaffeekirschen. Wenn sie noch Zeit findet, kann sie nachmittags außerdem Getreide mahlen, etwas mit den Kindern spielen und beten. Am Abend bereitet sie dann noch einmal Essen für die ganze Familie vor, gefolgt von einer weiteren Kaffeezeremonie. Danach geht sie erschöpft zu Bett.
Die Lebensbedingungen in Ilketunjo sind hart. Aber solange sie ihre Familie ernähren kann, ist Adia glücklich. Dennoch sieht sie in unseren Gesprächen einigen Bedarf, wie wir mit Coffee Circle das Leben etwas angenehmer machen können. Hierzu gehört vor allem die Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Sie hat viele Kinder in Ilketunjo auf die Welt gebracht und hat stets eine Hebamme vermisst. Denn besonders in Zeiten der Ernte, in der alle Männer in den Wäldern sind, ist die Geburt für schwangere Frauen sehr schwierig. Noch besser wäre es, eine funktionierende Gesundheitsstation mit einer Krankenschwester in Ilketunjo zu haben. Denn oftmals seien Menschen in Ilketunjo zu krank, um mit dem Esel über viele Kilometer in die nächste Klinik getragen zu werden.
Ein weiteres Problem sieht Adia im nicht vorhandenen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Es gibt zwar einen Fluss in der Nähe, aber das Wasser ist verschmutzt und führt oft zu Krankheiten.

Serfu ist ungefähr 35 Jahre alt. Er ist stolzer Vater von drei Söhnen und einer der wenigen Christen in Ilketunjo
Ababiya schätz sein Alter auf ca. 50 Jahre. Er hat eine große Familie mit drei Mädchen und vier Söhnen.
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