Eine Herkunft - ein Geschmack? Falsch! Jedes Anbauland hat eine Vielzahl an Geschmacksrichtungen des Kaffees. Allein in Kenia reicht die Bandbreite der verschiedenen Aromen von pikant-fruchtig bis floral-cremig. Aber auch in der Verarbeitung gibt es viele Unterschiede, die sich auf den Geschmack des Kaffees auswirken. Einen Überblick über außegewöhnliche 5 Anbauländer gibt es hier.

 
  

Kaffeeaufbereitung in Äthiopien

 

Äthiopien - Nicht umsonst unser Favorit

Die Geschmacks und Aromen TabelleÄthiopien gilt als Urheimat des Kaffees. Selbst heute findet man noch wilde Arabica-Pflanzen in der Natur. Eine Legende besagt, dass es etwa im 9. Jahrhundert n. Chr. einen Schafshirten namens Kaldi gab. Kaldi wunderte sich, warum seine Viehherde selbst nachts sehr aufgescheucht und unruhig war. Bald fand Kaldi heraus, dass die Schafe kirschartige Früchte einer Wildpflanze aßen, die sie offenbar wach hielten. Daraufhin bereitete der Hirte einen Aufguss aus den Früchten der Pflanze - und voilà, der erste Kaffee war geboren.

Der äthiopische Kaffee ist für seinen blumig-würzigen Geschmack berühmt, zudem weist er ein volles Aroma auf. Oft haben äthiopische Bohnen auch eine gut ausbalanicerte Säure. Der beste Arabica wird in einer Höhe zwischen 1000 und 2000 Metern gezüchtet, wie zum Beispiel unser Chiri Kaffee.

Der Kaffeeanbau ist ein wichtiger Bestandteil der äthiopischen Wirtschaft - seit den Sechzigern hat sich der Export vervierfacht. 70% der Kaffeebestände werden von Kleinbauern angepflanzt. Der restliche Bestand wird von der lokalen Bevölkerung in den Wäldern gesammelt und meist trocken aufbereitet. 
 

Burundi - Das Geheimnis liegt im Hochplateau

So muss eine reife Kaffeebohne aussehenBurundi gilt als das ärmste Land der Erde - rund drei Viertel der Bevölkerung leben in  Armut. Umso wichtiger ist die Landwirtschaft und insbesondere der Kaffeeanbau für das Land. Der Kaffee wird auf einem Hochplateau gepflanzt, der das Land durchzieht. In einer Höhe von fast 2000 Metern wird feinster Arabica kultiviert. In die Kaffeeproduktion sind 800.000 Familien, also  fast 9 Millionen Einwohner integriert. Da auf dem Hochplateau tropisches Klima vorherrscht, zeichnet sich der Geschmack durch eine gehaltvolle Säure und ein vollmundiges Aroma aus. Neben der satten Würze findet man auch feine Fruchtnuancen. Der Arabica wird  nahezu immer nass aufbereitet. Beim Robusta ist sowohl die nasse als auch die trockene Aufbereitung gewöhnlich.
 

Australien - Kaffee im Reich der Koalas

Nur wenige Kenner wissen, dass auch in Australien Kaffee angepflanzt wird. Tatsächlich ist der Kafffeeanbau schon seit bald 100 Jahren ein wichtiger Zweig der australischen Landwirtschaft. Die Region im Norden von Queensland lebt förmlich vom Anbau der Arabica-Bohnen. Die Bohnen haben einen milden und weichen Geschmack und sind außergewöhnlich koffeinarm. Manche Sorten weisen eine leicht bittere Note auf, doch in der Regel ist der australische Kaffee mild und auch magenfreundlich. Selbst sanfte Kakaonoten sind in einer guten Tasse des australischen Arabicas zu finden.Die Sorte Skybury ist qualitativ sehr hochwertig und wird von manchen Kennern mehr gelobt als der jamaikanische Blue Mountain. Leider ist australischer Kaffee nur selten in Deutschland zu finden, da die Exportmengen gering sind. Seit den Achtzigern wird der Kaffee maschinell geerntet und nass aufbereitet.
 

Brasilien - Vielfalt in Südamerika

Hinweis des richtigen ReifegradesBrasilien gilt als der Gigant der Kaffeeproduktion. Sowohl Arabica als auch Robusta wird im südamerikanischen Land angebaut. Um der großen Nachfrage nachzukommen, wurde die Produktion vor Jahren maschiniert. Das führt zwar zu hohen Erträgen und somit zu Gewinn, allerdings gelangen auch viele unreife Bohnen in die Ernte, denn die Maschine ist nicht in der Lage unreife, reife und überreife Kirschen zu identifizieren. Genau diese können aber gleichzeitig an einem Strauch wachsen.. Auch die Verarbeitung erfolgt maschinell, um die Produktion zu maximieren.

Brasilianischer Kaffee weist eine Vielzahl an geschmacklichen Tendenzen auf. Der Hauptstrom ist jedoch weich und mild mit einem leicht sauren Geschmack.
 

Indonesien - Feinster Kaffee im Inselstaat

Dieser Kopi Luwak frisst leidenschaftlich gerne KaffeekirschenDer Inselstaat ist der weltweit zweitgrößte Lieferant von Robusta-Kaffee. Nicht einmal 10% des Exports besteht aus Arabica. Der indonesische Robusta unterscheidet sich geschmacklich stark von anderen Kaffeesorten: er ist weich mit einem vollen Aroma und einem leicht erdigen Ton. Die Bohnen werden meist nass aufbereitet.

Berühmt ist Indonesien jedoch vor allem wegen des Kopi Luwak, auch bekannt als Katzenkaffee. Der Kopi Luwak hält derzeit den Rekord des teuersten Kaffees der Welt. Der in Indonesien wild lebende Fleckenmusang frisst die Kaffeekirschen und scheidet die Bohnen wieder aus, die dann zu Kaffee weiterverarbeitet werden. In den letzten Jahren stieg die Nachfrage nach dem Kopi Luwak jedoch so stark an, dass Teile der Bevölkerung die Schleichkatzen in Käfigen halten und mit Kaffeekirschen überfüttern, um so an die edlen Bohnen zu gelangen.