Für alles gibt es eine App. Deswegen war ich nicht weiter überrascht, als ich vom Launch einer neuen Koffein-Tracking-App gelesen habe. Doch wie sinnvoll ist eine solche App tatsächlich und was bringt mir der Einsatz im Alltag? Ein Selbsttest.

Koffein-Tracking-App im Test

 

Da wir alle News rund um Kaffee verfolgen, ist natürlich auch der Launch der neuen Jawbone Koffein Tracking App nicht an uns vorübergezogen. Der amerikanische Hersteller, der unter anderem durch sein Fitnessarmband „Up“ (das Schritte zählt, sportliche Aktivitäten und Schlafzeiten misst) bekannt wurde, erweitert nun mit einer „Kaffee-App“ sein Sortiment. Für uns war klar: Das muss getestet werden!

Mein Test startet morgens um 9 Uhr im Büro. Die App ist schnell gefunden und installiert. Beim ersten Öffnen werden zunächst einige persönliche Angaben wie Größe, Gewicht und erwartete Schlafenszeit abgefragt. Außerdem muss man eine Selbsteinschätzung zur persönlichen Koffeinempfindlichkeit abgeben. Die Einführung geht schnell und unkompliziert und beansprucht nicht mehr als fünf Minuten.

Der erste Eindruck

Das Design der App gefällt mir auf Anhieb. In einem stilisierten Glaskolben wird die zugeführte Koffeinmenge in Form von braunen Punkten graphisch dargestellt. Das Design ist schlicht, die Navigation innerhalb der App unkompliziert. Im Kolben sind zwei Grenzlinien eingezeichnet. Eine obere für die persönliche Koffeinobergrenze, die (im eigenen Interesse) nicht überschritten werden sollte. Die untere Grenzlinie dient als Orientierung für den Koffeinkonsum vor dem Zubettgehen. Liegt die Koffeinmenge unterhalb dieser Linie, ist der Schlaf durch das Koffein im Körper nicht beeinträchtigt.

Die Hauptansicht der App: Ein Glaskolben mit braunen Punkten, die das Koffein darstellen. Links oben ein "Koffeinradar", das den aktuellen Koffeingehalt im Körper anzeigt. Einen Tag lange tracke ich meinen Koffeinkonsum.

 

Und los geht’s!

Immer wenn ich koffeinhaltige Getränke zu mir nehme, vermerke ich dies in der App. Dort ist eine große Auswahl an Kaffeespezialitäten hinterlegt, die von Filterkaffee über Flat White bis hin zum Cappuccino reicht. Auch diverse Teegetränke (schwarzer, grüner sowie Eistee) können ebenso ausgewählt werden wie Cola oder Energy Drinks. Zu meinem Erstaunen ist die Bandbreite nicht nur auf Getränke beschränkt, sondern umfasst auch Süßigkeiten und Medikamente.

Der Testverlauf

09:00 Uhr: Meine erste Tasse Filterkaffee trinke ich morgens im Büro. Diese wird natürlich sofort mit Hilfe der App getrackt. Der Kolben ist nun zur Hälfte mit den braunen Koffeinkugeln gefüllt. Laut App wäre mein Schlaf nun durch die Koffeinmenge beeinträchtigt.

10:00 Uhr: Ich entdecke weitere Funktionen der App. Neben der Trackingfunktion bietet die App diverse Artikel rund ums Thema Kaffeewissen. Die Inhalte sind kurzweilig und informativ aufbereitet.

11:00 Uhr: Vor dem Mittagstief nehme ich noch schnell einen Cappuccino zu mir. Der Kolben ist nun über die Hälfte gefüllt. Dem Koffeinradar (das der Tankanzeige im Auto ähnelt), kann ich entnehmen, dass ich mich mehr und mehr meiner persönlichen Koffeinobergrenze annähere. Noch steht der Zeiger jedoch auf „ok“. 

14:00 Uhr: Nach dem Mittagessen bietet Hannes mir einen Filterkaffee an. Ich nehme eine kleine Tasse. Muss ich das jetzt auch tracken? Ich entscheide mich dagegen. 

16:30 Uhr: Der nächste Cappuccino. Zwischenzeitig war der Koffeinstand abgesunken. Jetzt wird wieder aufgefüllt. Aus Neugier teste ich auch, wann mein persönliches Koffeinmaximum laut App erreicht wäre. Ich füge noch eine Tasse Filterkaffee hinzu – jetzt ist die obere Grenzlinie so gut wie erreicht. Noch eine Tasse Kaffee und die App warnt mich vor übermäßigem Koffeinkonsum. Eine solche Menge an Kaffee würde ich jedoch ohnehin nicht zu mir nehmen.

22:30 Uhr: Mein Koffeinstand ist relativ weit abgesunken. Laut App kann ich jetzt schlafen gehen. Das tue ich auch. Hier endet mein Testtag.

Screenshot: Der Gesamtübersicht kann ich entnehmen, welche koffeinhaltigen Getränke ich zu mir genommen habe.Screenshot: In der Rubrik "Did you know?" wird Wissenswertes rund um das Thema Koffein zusammengefasst.Screenshot: Die App biete mir außerdem die Möglichkeit, meinen Koffeinkonsum mit anderen zu vergleichen.

 

Mein Fazit

Der Test war zweifelsohne unterhaltsam. Die App ist schön gestaltet und macht in der Benutzung Spaß. Für Tracking-Fans auf jeden Fall eine tolle Sache. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie genau die Ergebnisse, die die App liefert, tatsächlich sind. Letztendlich hängt der konkrete Koffeingehalt immer auch von der Zubereitung ab und kann über die App nur grob abgebildet werden.

Ich persönlich werde die App jedoch aus einem anderen Grund nicht weiterbenutzen: Das ganze Tracking ist mir im Alltag zu aufwändig und technisch –  schlichtweg zu viel Aufwand für eine eigentlich simple Sache. Ich merke auch ohne App-Unterstützung, wann ich zu viel Koffein zu mir nehme und kann abschätzen, wann ich spätestens einen letzten Espresso trinken darf, um abends problemlos einschlafen zu können.

Infos: Jawbone Coffeine Tracking App // Sprache: englisch // erhätlich nur für IOS

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