Diese Frage mag vielleicht auf den ersten Blick banal klingen, aber hättest Du ad hoc eine Antwort parat? Nein? Dann ist dieser Beitrag umso interessanter für Dich, denn wir erklären verständlich und ausführlich, worin denn nun genau die einzelnen Unterschiede liegen.

Espresso vs. Kaffee

Eine Info vorweg: Espresso und Kaffee stammen von derselben Kaffeepflanze und haben somit dieselbe Grundressource. Ob eine Kaffeebohne später als Kaffee oder Espresso in der Tasse landet, entscheidet sich erst in der weiteren Verarbeitung.

Die Röstung – Espresso ist durch die längere Röstung bekömmlicher

Ein Unterschied von Espresso- und Kaffeebohnen liegt in der Röstung der Rohkaffeebohnen, und zwar konkret in der Röstdauer. Während die Bohnen bei einer Trommelröstung ca. 13 Minuten benötigen, bis sie zur Kaffeezubereitung geeignet sind, werden bei einer Röstung für Espressobohnen etwas weniger als 20 Minuten benötigt. Optisch äußert sich dies in der Helligkeit des Bohnenbildes. Durch die längere Röstung sind Espressobohnen deutlich dunkler und haben eine glänzende Oberfläche. Der Glanz entsteht hierbei durch die in der Bohne enthaltenen Öle, die während der Röstung an die Oberfläche treten. Kaffeebohnen sind – bedingt durch die kürzere Röstdauer – eher hell und matt.

Des Weiteren werden bei der Röstung zusätzlich die in den Rohkaffeebohnen enthaltenen Säuren abgebaut. Durch eine längere Röstdauer der Bohnen enthält Espresso weniger Säure als Kaffee und ist dadurch schonender für empfindliche Mägen.

Zubereitung – Unterschiede bei Druck und Mahlgrad

Neben dem Röstverfahren der Rohkaffeebohnen unterscheiden sich Espresso und Kaffee außerdem stark in der Art der Zubereitung. Espresso - ursprünglich erfunden, um einen schnelleren Barbetrieb zu ermöglichen – wird unter besonders hohem Druck zubereitet. Für einen Espresso muss das Wasser mit mindestens 9 bar durch das zuvor gepresste Kaffeemehl fließen und eine Temperatur von etwa 88 bis 94°C haben. Bei der Kaffeezubereitung hingegen wird eine höhere Wassertemperatur verwendet (ca. 92 bis 96°C) und es muss kein künstlicher Druck erzeugt werden. Der hohe Druck bei der Espressozubereitung ist übrigens ein Grund dafür, dass keine Papierfilter verwendet werden, da diese einem solchen Druck nicht Stand halten würden. 

Bei der Zubereitung eines Espressos wird im Vergleich zum Kaffee ein deutlich feinerer Mahlgrad benötigt. Dies hängt mit dem bereits erwähnten kürzeren Brühvorgang und der somit geringeren Wasserkontaktzeit (25 bis 30 Sekunden) zusammen. Diese Art der Espressozubereitung garantiert eine effektivere Extraktion der Substanzen als bei der Kaffeezubereitung. Während beim Espresso etwa 24% der Substanzen während der Zubereitung extrahiert werden, sind es beim Kaffee lediglich etwa 17%. Die Wasserkontaktzeit eines Kaffees kann bis zu 6 Minuten andauern.

Genuss – Eine Tasse Kaffee enthält mehr Koffein

Entgegen der landläufigen Meinung enthält eine Tasse Espresso weniger Koffein als eine Tasse Kaffee. Dies liegt zum einen daran, dass das Kaffeemehl durch die längere Röstung weniger Koffein enthält. und zum anderen, dass eine Tasse Espresso üblicherweise nur 30ml enthält. Denn auch wenn die Menge des Koffeins im Espresso geringer ist, so ist die Konzentration höher als im Kaffee. Ein Grund dafür ist, dass das Verhältnis von der verwendeten Wassermenge zur Menge des Kaffeemehls ein anderes ist. Bei einem Espresso wird pro Milligramm Kaffemehl weniger Wasser verwendet. Würde man also gleiche Mengen Espresso und Kaffee vergleichen, hätte der Espresso mehr Koffein. Überprüft man wiederrum die üblichen Genussmengen, enthält eine Tasse Kaffee mehr Koffein.

Filterkaffee und Espresso: wo liegen die Unterschiede?

Stellt man die beiden Getränke geschmacklich gegenüber, weist der Espresso einen kräftigeren Geschmack und ein intensiveres Aroma auf als der Kaffee und auch optisch zeigt sich hier ein Unterschied: Bei einem guten Espresso bildet sich auf dessen Oberfläche eine dichte goldbraune Schaumschicht, die sogenannte Crema. Diese Crema entsteht durch den hohen Wasserdruck und bildet sich deswegen nicht bei einer Tasse Filterkaffee.

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