Mit 1€ pro Kilogramm verkauftem Kaffee unterstützen wir mit eurer Hilfe seit Beginn 2015 ein groß angelegtes Wasser- und Hygieneprojekt in Äthiopien, bei dem es wieder einige Fortschritte gibt. Außerdem stellen wir dir Matthias Späth, unseren neuen Ansprechpartner vor Ort vor.

Wasser-Reservoirs nehmen Gestalt an

Nachdem wir im April von dem Bau eines 100 m³ großen Wasser-Reservoirs berichtet haben, können wir nun mit Freude weitere Baufortschritte präsentieren: Nicht nur nimmt das 100 m³ große Wasser-Reservoir Gestalt an, auch wurde mit den Vorbereitungen eines zweiten kleineren Reservoirs begonnen. Dafür wurde weiteres Baumaterial angeschafft, das Baugebiet wurde vorbereitet und schließlich konnte auch schon mit dem Erdaushub begonnen werden. Durch die Erschließung der Homecha Quelle und die Konstruktion von Wasserleitungen und -reservoirs werden wir bis 2017 mehr als 7.200 Menschen in den Bezirken Doyo-Toli und Doyo-Bikila einen einfachen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen.

das Wasserreservoir nimmt Gestalt andas Wasserreservoir nimmt Gestalt an

das Wasserreservoir nimmt Gestalt andas Wasserreservoir nimmt Gestalt an

Wissensvermittlung durch Illustrationen und Plakate

Bei der Projektplanung haben wir uns Ende 2014 bewusst dafür entschieden, nicht nur in Baumaßnahmen in den Bereichen Trinkwasserversorgung und Sanitäranlagen zu investieren, sondern auch in Wissenstransfer. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, der Deutschen Welthungerhilfe, planten wir vielmehr die Implementierung eines groß angelegten WaSH-Projektes, das die Gesundheits- und Hygienesituation der Kaffeebauern und ihrer Familien langfristig verbessern sollte. WaSH steht für Water, Sanitation and Hygiene, wobei dieser Projektansatz nicht nur Baumaßnahmen beinhaltet, sondern besonders Aufklärungsarbeit im Gesundheits- und Hygienebereich fokussiert.

Bei unserem letzten Update haben wir bereits von der ersten übergreifenden Schulung der “Health development army” berichtet, welche verschiedene Bezirke und Institution vertritt. Knapp zwei Monate später können wir heute von weiteren Konferenzen in den jeweiligen Dörfern berichten, bei denen der Wissenstransfer aktiv angegangen wurde. Um die lokale Bevölkerung zu erreichen, wurden außerdem informative Plakate erstellt und an verschiedensten Orten aufgehängt: In Gesundheitseinrichtungen, Verwaltungsbüros der lokalen Gemeinden, in Schulen und an vielen weiteren öffentlichen Plätzen sind diese mit Bildern und Texten versehenen Aushänge nun zu finden. Einheimische sollen so dauerhaft auf die hygienische Nutzung von Sanitäranlagen, auf korrektes Händewaschen und den richtigen Umgang mit Trinkwasser hingewiesen werden.

informative Plakate

Personalwechsel im Welthungerhilfe-Team vor Ort

Neben den erfreulichen Neuigkeiten zur Projektumsetzung, gibt es auch einen personellen Wechsel zu verkünden: Nachdem Lanka und Manfred von der Welthungerhilfe das WaSH-Team in Äthiopien für die letzten Monate vor Ort erfolgreich koordiniert und unterstützt haben, machen sich die beiden nun auf zu ihrem nächsten Posten in Sierra Leone. An dieser Stelle möchten wir uns für die tolle Zusammenarbeit bedanken und ihnen alles Gute wünschen! Von nun an wird unser WaSH-Team vor Ort von einem neuen Welthungerhilfe-Gesicht geleitet: Matthias Späth. Um ihn besser kennen zu lernen, haben wir ihm einige Fragen gestellt, die er für uns beantwortet hat. Schon jetzt freuen wir uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und heißen ihn im Coffee Circle Team herzlich willkommen!

Mathias Späth

Matthias, woher kommst du ursprünglich und wie bist du zur Welthungerhilfe gekommen?

Meine Kindheit verbrachte ich in Furtwangen im tiefen Schwarzwald. Später lebte ich für ein wirtschaftswissenschaftliches Studium in Berlin und Freiburg. Als Student lernte ich meine Frau kennen, die marokkanische Wurzeln hat und der Grund dafür war, warum ich zur Entwicklungshilfe gekommen bin. Die letzten 20 Jahre arbeitete ich in verschiedenen Management-Positionen bei einer anderen NGO, 8 Jahre davon in Äthiopien. Meine Frau und ich sind sehr glücklich darüber, nach dem Auszug unserer Kinder im März 2016 wieder in unserer emotionalen Heimat Äthiopien zu leben, wo ich nun das Welthungerhilfe Regionalbüro für das "Horn of Africa" leite.

Hast du eine Vision oder ein Lebensmotto?

Helmut Schmidt sagte einmal: „Wer Visionen hat solle zum Arzt“. Ich habe zwar Vorstellungen, wie eine gerechte Welt aussehen könnte, bin aber überzeugt, dass Menschen noch dringender intakte Grundwerte benötigen, um eine Maxime für ihr Handeln zu finden. Ich habe zwei Lebensmottos: „Begin with the end in mind“ und “Willst Du die Welt ändern, dann beginne bei Dir selbst“.

Welche Eindrücke hast du von Äthiopien?

Beeindruckend finde ich immer wieder die Freundlichkeit der Menschen, die (vermeintliche) Gelassenheit, mit welcher viele Äthiopier ihr hartes Schicksal meistern, sowie die Improvisationsfähigkeit, den komplizierten Alltag zu meistern. Auf der negativen Seite ist es die Schicksalsergebenheit vieler Menschen in diesem Land, die den Glauben daran verloren haben, ihr eigenes Schicksal zu beeinflussen.

Wie läuft die Projektumsetzung vor Ort ab?

Die Welthungerhilfe arbeitet vornehmlich mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, was Synergien ermöglicht, aber auch einen hohen Bedarf an Kommunikation, Koordination und gegenseitiges Verständnis bedeutet. Das jahrzehntelange Engagement der Welthungerhilfe in Äthiopien hat neben den technischen Ergebnissen auch zu einem Vertrauensgewinn auf Regierungsebene sowie bei den Einheimischen geführt. Das hilft uns mit administrativen Hürden und immer komplexer werdenden Vorgaben der äthiopischen Regierung besser umzugehen.

Wo siehst du dich in 20 Jahren?

Soweit möchte ich gar nicht denken, denn dann bin ich 74. Hoffentlich spiele ich dann mit meinen Enkelkindern in einem schönen Garten mit Apfelbäumen und freue mich über die Zufriedenheit all meiner Familienmitglieder.

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