Voller Spannung haben wir alle vor dem PC gesessen, als die neuen Fotos aus Äthiopien kamen. Wir sind begeistert von der wahnsinnigen Motivation und Unterstützung der Kaffeebauern und Dorfbewohner und freuen uns schon auf viele weitere Projekte mit ihnen.

 
  
  

Wie schon im letzten Blog erwähnt, hat Yemi (Action4Words) den letzten Teil des Schulbaus übernommen und berichtet nun anstelle von mir aus Äthiopien. Anfang September soll die Satellite School für über 600 Mädchen und Jungen errichtet sein und eingeweiht werden können. Dadurch werden zum neuen Schuljahr endlich viel mehr Kinder aus der Region einen Zugang zu Bildung bekommen. Bei der Fertigstellung der Schule wurde Yemi unter anderem von Getachew unterstützt. Er ist Schulleiter und wohnt ganz in der Nähe der Schule. Gemeinsam mit ihm und Dergu, dem Bauleiter, und vielen anderen Dorfbewohnern hat Yemi während der Regenzeit in 1 1/2 Monaten das neue Schulgebäude mit drei Klassenräumen errichtet.

Die „Meragi“ bauen das SchulgebäudeSatellite School


Dabei wurde das Komitee von den jüngsten Kaffeebauern aus der Kooperative unterstützt, den sogenannten „Meragi“. Sie haben sich bereit erklärt, den Bauleiter beim Bau der Schule zu unterstützen und bei allen anfallenden Arbeiten zu helfen. Am Anfang waren wir ein wenig skeptisch, aber die Arbeit hat reibungslos funktioniert und den Jungs großen Spaß gemacht.

Die Kaffeebauern transportieren Lehm und Ziegel zur Kooperative

Wie vereinbart haben auch die Kaffeebauern großes Engagement bewiesen und Yemi tatkräftig unterstützt. Innerhalb von 15 Tagen haben sie drei LKW Ladungen Ziegelsteine und Lehm bzw. Sand zum Standort der Satellite School gebracht. Während der Regenzeit sind die Wege sowieso schon schwer befahrbar und die LKWs hatten große Probleme zur erreichbaren Sammelstation für den Kaffee aus der Region zu kommen, um die Lieferungen dort abzuladen. Von dort liegt die Schule ca. eine Stunde Fußweg entfernt. Unvorstellbar, wie viel Arbeit dieser Transport gewesen sein muss. Für die Bauern sind diese Wege normal – für uns nicht denkbar.


Satellite School

Wie geht es weiter?

Getachew hat alle Bauern notiert und vermerkt, wie oft sie gearbeitet haben. Natürlich fehlen auch ein paar Kaffeebauern, aber das wollen wir ihnen nicht übel nehmen. Das Schulgebäude steht und die Wände werden derzeit mit einem Gemisch aus Lehm und Stroh verschlossen. Nach vielen Gesprächen mit lokalen Organisationen und Experten ist das für diese Gegend die beste Alternative zur Abdichtung des Innenraums. Ein Bau mit Steinen und Beton wäre hier niemals möglich.

  
  

Wie Du auf den Fotos sehen kannst, ist der Tischler schon dabei, die Schultische und –bänke zu bauen, sodass diese in den nächsten Wochen fertig sein werden. Yemi wird noch einmal mit der lokalen Regierung sprechen, um mit ihnen den Kauf der Schulbücher zu finalisieren. Und schlussendlich wird zum Ende dieser Woche ein Ferien-Malkurs von einer alten Lehrerin angeboten, in dem die Kinder Bilder malen und vorbereiten können, um ihre neue Schule zu verschönern. Darauf freuen wir uns natürlich schon besonders!