Kaffeewissen
So findest Du die optimale Kaffee-Dosierung
Denke nicht in Löffeln und Füllstrichen, sondern in Gramm
Für eine gelungene Kaffeezubereitung ist das richtige Verhältnis von Kaffee und Wasser essentiell. Leider stehen in den mitgelieferten Anleitungen der meisten Kaffeezubereiter Dosierungsangaben wie „Zwei gestrichene Löffel pro Tasse”. Einigen Zubereitern werden auch Kaffeelote für die Dosierung beigelegt. Beim täglichen Kaffee kochen fallen derlei Mengenangaben unserer Meinung nach viel zu ungenau aus.
Ein Beispiel: Wenn Du im Handfilter eine Tasse (220 ml) Kaffee aufbrühst und hierfür 14 Gramm Kaffee verwendest, dann entsprechen zwei Gramm mehr oder weniger einer Abweichung von 14%. Das schmeckst Du. Diese Abweichung kann Deinen Kaffee stark beeinträchtigen und ihn bitter oder sauer schmecken lassen. Da Gewichtsangaben exakter sind, empfehlen wir, die Kaffeezubereitung mit Hilfe einer Küchenwaage durchzuführen. Das ist eine einfache und praktische Möglichkeit, eine gleichbleibende Kaffeequalität zu genießen.
Tipp
Stelle eine Tasse Kaffee auf die Küchenwaage, stelle die Waage auf 0 Gramm und fülle so viel Gramm Kaffee wie gewünscht in die Tasse.
Leider wahr: Kaffeebohnen sind unterschiedlich dicht und deshalb unterschiedlich schwer
Das Problem an Mengenangaben ist, dass sie der unterschiedlichen Kaffeebohnengröße nicht gerecht werden. Kaffeebohnen haben eine unterschiedliche Struktur und verschiedene Kaffee-Varietäten weisen Unterschiede in Form und Größe auf. Zudem hat auch die Art der Röstung einen Einfluss auf die Größe der Bohnen.
Im Foto siehst Du im linken Behältnis 200g Bohnen der Art Indian Monsooned Malabar und im rechten Gefäß 200g unserer Limu-Kaffeebohnen. Da die Limu-Bohnen dichter sind, muss das rechte Behältnis nicht so hoch gefüllt werden, um das gleiche Gewicht zu erreichen. Das Beispiel verdeutlicht, dass sich beim Abmessen von Kaffeebohnen mit einem Kaffeelot die Grammzahl verändert, wenn Du unterschiedliche Bohnen benutzt. So wirst Du letztlich unterschiedlich viel Kaffeepulver benutzen. Schon geringe Abweichungen können die Balance des besten Kaffees zerstören. Volumenangaben sind zu ungenau und daher für die Kaffeezubereitung nicht geeignet. Gewichtsangaben kannst Du hingegen mit einer Küchenwaage sehr gut und vor allem einfach kontrollieren.
Achte darauf, dass bei der Zubereitung die Wassermenge von der Kaffeemenge abhängt
Die Dosierung des Kaffeepulvers richtet sich immer nach der Kaffeemenge, die gebrüht werden soll. Die Amerikaner sprechen dabei von der “brewing ratio”, d.h. dem Brühverhältnis von Kaffee zu Wasser. Die SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) empfiehlt, 60g Kaffee pro 1.000 Milliliter Wasser zu verwenden. Für eine Tassengröße von 200 ml benötigst Du demzufolge etwa 12g Kaffeemehl. Dieses Verhältnis ist als Orientierungshilfe zu verstehen, die Du je nach Geschmack der Kaffeesorte anpassen solltest. Für unsere milden und fruchtigen äthiopischen Kaffees empfehlen wir eine etwas stärkere Dosierung, damit ihre feinen Geschmacksnuancen besser zur Geltung kommen. Wir nutzen für gewöhnlich 65g pro Liter Wasser.
Beispiel: Die Kaffee-Zubereitung mit einer Waage am Beispiel der Chemex-Karaffe
Da ein Milliliter Wasser ziemlich genau ein Gramm wiegt, ist die Kaffeezubereitung anhand einer Küchenwaage sehr einfach durchzuführen. Hier findest Du ein Beispiel mit der Chemex-Karaffe. Genau so lassen sich auch alle andere Zubereitungsarten mit einer Waage kontrollieren.
- Spüle den Chemex-Filter mit heißem Wasser durch und schütte das Wasser aus. Wenn Du vorab am durchgelaufenen Wasser riechst, wirst Du feststellen, dass es leicht nach Papier riecht. Diesen Eigengeschmack bist Du nun los. Er landet nicht in der Kaffeetasse. Stelle die Chemex auf die Waage und setze diese anschließend auf 0 Gramm zurück (tariere die Waage).
- Füge so viel gemahlenes Kaffeepulver hinzu, bis Du die gewünschte Menge erreicht hast. Wir nutzen in der Chemex 42g Kaffee für 600 ml Wasser. Setze die Waage danach nochmals auf Null, damit Du nun ebenfalls die Wassermenge abwiegen kannst.
- Schütte das Wasser langsam in mehreren kleinen Schritten auf. Die Waage misst, wie viel Wasser Du bereits eingeschenkt hast. So kannst Du einfach bei 600g aufhören, nachzugießen. Du hast das optimale Brühverhältnis (englisch „Brewing-Ratio“) erreicht.




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