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#Gerüchteküche

Gerüchteküche XVIII: Kaffeesatz ist der beste Gartendünger

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Alina Neukirchen

Ein Beitrag von Alina Neukirchen in der Kategorie #Gerüchteküche vom 22. Mai 2023

In unserer Reihe “Gerüchteküche” nehmen wir uns regelmäßig Mythen im Bereich Kaffee an, die sich bereits seit langer Zeit halten. Hier untersuchen wir, ob sie komplett erfunden sind oder ob an ihnen nicht doch etwas dran sein könnte.

Kaffeesatz fällt regelmäßig an, landet aber meistens im Müll. Dabei lässt sich einiges damit anstellen.Was du Vielfältiges mit deinem Kaffeesatz machen kannst, haben wir bereits in unserem Artikel zur Wiederverwertung von Kaffeesatz für dich festgehalten. In diesem Artikel erfährst du im Detail, für welche Pflanzen sich Kaffeesatz am besten als Dünger eignet.

Das Gerücht

Kaffeesatz soll als idealer Dünger im Garten dienen und die ausgelaugte Blumenerde und den Kompost verbessern. Na wenn das so einfach wäre, dann bräuchten wir ja nie wieder Dünger aus dem Gartencenter zu kaufen, oder?

Wir wollen dich nicht lange auf die Folter spannen und können es direkt vorwegnehmen: Bei manchen Pflanzen ist Vorsicht bei der Dosierung geboten, aber generell ist Kaffeesatz tatsächlich super als Gartendünger. Das liegt an seinen wichtigen Nährstoffen, denn neben Kalium, Stickstoff und Phosphor enthält der natürliche Dünger auch Koffein, Gerbsäure und Antioxidantien. Diese Inhaltsstoffe findet man meist auch in anderen, handelsüblichen Düngemitteln für Zimmerpflanzen, Balkonpflanzen oder Kübelpflanzen.

Gerüchteküche: Kaffeesatz ist der beste Gartendünger

Was genau bewirken die einzelnen Stoffe überhaupt?

Was seine Nährstoffe angeht, ist Kaffeesatz ziemlich gut aufgestellt und bedient die ganze Bandbreite. Während Stickstoff das Wachstum anregt, stärkt Kalium die Abwehrkräfte, Phosphor fördert den Wassertransport und Koffein beschleunigt den Stoffwechsel. Und als wäre das nicht schon vielversprechend genug, schützt Kaffeesatz auch noch vor Schädlingen wie Ameisen und Schnecken. Regenwürmer hingegen werden vom Kaffeesatz angezogen, was von Vorteil ist, denn Regenwürmer lockern den Boden auf und sorgen für eine krümelige Struktur. Wie du siehst, sind die Überbleibsel deines Lieblingsgetränks wahre Nährstoffbomben für deine Pflanzen und egal ob du leidenschaftliche:r Botaniker:in bist oder du ungewollt zu einem Pflanzenelternteil erklärt wurdest, die Aufbewahrung deines Kaffeesatzes lohnt sich allemal.

Welche Pflanzen können mit Kaffeesatz gedüngt werden?

Dass sich diese Frage überhaupt stellt, lässt vermuten, dass nicht alle Pflanzen mit Kaffeesatz gedüngt werden können. Aber warum ist das so?

Durch das Rösten der Kaffeebohne entsteht Huminsäure, weshalb Kaffeesatz einen leicht sauren pH-Wert hat. Alle Pflanzen, die für ein gesundes Wachstum einen sauren Boden benötigen, können Kaffeesatz somit super vertragen. Bleibt nur noch die Frage zu klären, welche Pflanzen eine sauren Boden benötigen. Neben den Zierpflanzen, wie zum Beispiel Hortensien, Rhododendron, Pfingstrosen und Kamelien, erfreut sich auch das Gemüsebeet über ein wenig Koffein.

Achtung: Bei Gewächsen, die eher basischen (also kalkhaltigen) Boden lieben, solltest du vom sauren Kaffeesatz lieber nicht zu viel verwenden. Da reicht es aus, wenn du ein bis zwei Löffel Kaffeesatz in das Gießwasser gibst. Zu diesen Gewächsen zählen z.B. Lavendel, Zitronen, Astern und Chrysanthemen oder auch dein Rasen.

Wie sollte der Kaffeesatz verwendet werden?

Gerüchteküche: Kaffeesatz ist der beste Gartendünger

Als Grundvoraussetzung zur Verwendung von Kaffeesatz ist es wichtig, dass du ihn vorher gut trocknest, um Schimmelbildung zu vermeiden. Dafür kannst du ihn einfach in ein offenes, weites Gefäß geben und an der Luft trocknen lassen. Ist der Kaffeesatz einmal getrocknet, ist er endlich bereit, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Ihn bloß auf die Erde zu streuen, reicht alleine nicht aus. Vielmehr sollte er in die Erde eingearbeitet werden, denn nur so kann er die Wurzel erreichen und sie mit Nährstoffen versorgen. Was die Dosierung des natürlichen Düngers angeht, ist es ratsam, selbst ein wenig auszuprobieren, wie deine Pflanzen auf die Düngung reagieren. Der Bedarf und die Empfindlichkeit deiner Pflanzen sind nämlich sehr unterschiedlich. Generell empfiehlt es sich allerdings, gleich größere Mengen Kaffeesatz zu trocknen und großzügig, etwa mehrere Handvoll, in die Erde einzuarbeiten. Garten und Beet kannst du bis zu vier Mal im Jahr mit Kaffeepulver düngen. Teilweise wird auch jeden Monat empfohlen, da eine Überdüngung kaum möglich ist.

Für Zimmerpflanzen ist ein Aufguss besser

Leider eignet sich Kaffeesatz als Dünger eher weniger für Zimmerpflanzen: Sie sind der Witterung nicht ausgesetzt, wodurch sich die Überbleibsel deines Lieblingsgetränks in ihren Töpfen kaum zersetzen. Stattdessen fängt die Erde irgendwann an zu schimmeln. Alternativ kannst du sie aber 1:1 mit Wasser verdünntem kalten Kaffee gießen, damit sie an die Nährstoffe kommen. Hier reicht es aus, deine Zimmerpflanzen einmal im Frühjahr und einmal im Winter zu düngen, da das Pulver im Blumentopf nicht wie im Freiland zersetzt werden kann.

Als kleiner Tipp: Wenn du dafür keinen neuen Kaffee verwenden möchtest, nimmst du einfach deinen gesammelten Kaffeesatz, kochst ihn nochmal auf, filterst den Kaffeesatz, fertig! 

Wie du siehst, lieben nicht nur wir das braune Gold, sondern deine Pflanzen tun es ebenfalls. Ganz nach dem Motto sharing is caring kannst du als Kaffeeliebhaber:in deine grünen Mitbewohner wunderbar versorgen. 

Herein in die Gerüchteküche

Regelmäßig gehen wir den beharrlichsten Gerüchten, der gepflegten Pseudowissenschaft und den gefühlten Wahrheiten rund um’s Thema Kaffee auf den Grund. Finde heraus, was wir bisher so alles herausgefunden haben.

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