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Das ist uns wichtig

Unsere Kaffee Einkaufskriterien

Wir sind stolz auf unsere Kaffees und die Menschen, die dahinter stehen. Wir möchten mit Coffee Circle Verständnis und Wertschätzung für gute Kaffeequalität schaffen und vermitteln, welche Leistung hinter jeder einzelnen Tasse steckt. Hierfür haben wir 7 Kriterien definiert, die wir uns beim Einkauf unserer Rohkaffees als Ziel gesetzt haben. Respect your coffee!

Derzeit arbeiten wir intensiv an der transparenten inhaltlichen Aufbereitung, sowie detaillierten Zahlen. Hast du Fragen? Dann schreib gern eine Email an martin@coffeecircle.com.

Aktueller Stand: August 2017

Wir glauben daran, gemeinsam mit dir die Wertschöpfungskette von Kaffee zu verändern

1. Rückverfolgbarkeit

Unsere Kaffees können bis zum Ursprung zurückverfolgt werden. Wir können nachvollziehen, woher unsere Kaffees kommen. Die Rückverfolgung unserer Kaffees geht über das Land und die Region hinaus. Wir wissen genau, aus welchen Kooperativen unsere Kaffees stammen.

Rückverfolgbarkeit ist im Vergleich zu den anderen Kriterien für uns leichter umsetzbar. Es kann jedoch passieren, dass wir aufgrund eines Notfalls Kaffees hinzukaufen müssen. Die Herkunft ist dann nicht mehr 100% bis zur Kooperative nachvollziehbar und endet meist bei Land und Region. Wenn z.B. ein Kaffeebestandteil eines Espressoblends ausgeht, müssen wir „quer einkaufen“ um die Produktion nicht einstellen zu müssen. Es ist uns das letzte mal 2014 passiert und wir streben danach, weiterhin alle unsere Rohkaffees 100% rückverfolgbar einzukaufen.

Hier kommt der Blend her

2. Persönliche Beziehung

Unsere Kaffees stammen aus direkten Handelsbeziehungen. D.h. für uns, dass wir regelmäßig mit unseren Partnerproduzenten kommunizieren und sie jährlich besuchen. Direkte Kommunikation ist essentiell, um ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufzubauen, zu verbesserter Kaffeequalität zu motivieren und die Lebensumstände vor Ort wirklich zu verstehen.

Mit der Erweiterung unseres Portfolios ist es zuletzt schwieriger geworden, alle unsere Partnerkooperativen jährlich zu besuchen. Die Kaffeeländer liegen weit auseinander und die Kaffeeernte findet oft zur gleichen Jahreszeit statt. Zudem möchten wir nicht nur „Stippvisiten“ machen und nach ein paar Stunden wieder abreisen. Wir halten dennoch an unserem Ziel fest. Unsere Herausforderung besteht in den kommenden Jahren darin, das „Green Buying Team“ entsprechend zu vergrößern.

Idealerweise können wir unsere Besuche dann auf mehrere Schultern verteilen und somit gleichzeitig in mehreren Ländern präsent sein. So können wir auch weiterhin neue Ursprungsländer hinzunehmen, um unsere geschmackliche Vielfalt zu erweitern, ohne dabei unsere Kriterien aufzuweichen.

Direkte Kommunikation ist essentiell, um ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufzubauen

3. Hohe Qualität

Eine hohe Kaffeequalität ist uns wichtig. So kaufen wir z.B. nur Filterkaffees ein, die wir im Ursprung mit einem Cupping Score von > 80 Punkten (internationales Scoringmodell der SCAA, der Specialty Coffee Association of America) bewertet haben. Der Cupping Score ist ein sehr guter Referenzwert, um die Qualität im Einkaufsprozess zu evaluieren. Dabei handelt es sich um ein bewährtes und verlässliches Verfahren im Spezialitätenkaffeehandel. Unsere Partner im Ursprung motivieren wir stetig dazu, die Kaffeequalität zu steigern. 

Diese strukturierte Methode der SCAA hat im Einkaufsprozess von Spezialitätenkaffees Tradition und Berechtigung. Dennoch bleibt es zu einem gewissen Teil eine subjektive Bewertung des jeweiligen Graders. Deshalb versuchen wir immer in „blind cuppings“ die Meinung von jeweils zwei Gradern heran zu ziehen, um die Qualität zu beurteilen. Du kannst dich jedenfalls absolut darauf verlassen, dass wir ausschließlich Kaffees einkaufen, von deren Qualität wir restlos überzeugt sind.

4. Fairer Einkaufspreis

Für hohe Qualität sind wir bereit hohe Preise zu bezahlen, die vom Weltmarkt unabhängig sind. Ein hoher Preis ist uns wichtig, damit die Farmer nachhaltig motiviert sind, laufend an der Verbesserung ihrer Kaffeequalität zu arbeiten. Die Einnahmen aus dem Kaffeeanbau tragen so dazu bei, ihre Lebensverhältnisse selbständig zu verbessern.

Ein Beispiel: Im Schnitt der letzten Jahre liegt der von uns gezahlte Einkaufspreis in Ilketunjo (Region Limu, Äthiopien) im Vergleich 88% über dem Weltmarktpreis und 56% über dem Fairtrade-Mindestpreis von 1,60 EUR (inkl. Prämie).

So schön dieser Vergleich ist, wollen wir betonen, dass wir hier Äpfel mit Birnen vergleichen. Der Weltmarktpreis basiert auf einem Preiskorb aller gehandelten Kaffees der Welt. D.h. er setzt sich zum einen aus sämtlichen Qualitätsstufen zusammen, nicht nur Top Qualitäten wie unseren, und zum anderen aus Kaffees vieler unterschiedlicher Länder, die wiederum stark abweichende Kostenstrukturen im Anbau haben. So macht es z.B. einen wesentlichen Unterschied aus, ob die Kaffeekirschen von Hand in Waldgärten gepflückt oder maschinell auf Plantagen geerntet werden. Dennoch sehen wir in dem Vergleich einen guten Anhaltspunkt. Wir verstehen ihn jedoch nur als Anfang. Dieses Thema ist sehr komplex und wir arbeiten daran, es für dich transparent aufzubereiten.

Wir sehen unsere Herausforderung der nächsten Jahre darin, mehr über die Kostenstrukturen unserer Produzentenpartner zu erfahren, um wirklich evaluieren zu können, wie fair unsere Preise sind.

In Kolumbien können wir bereits Erfolge dank hoher Einkaufspreise verzeichnen. Unsere Partnerkooperative COOCAFE konnte sich dank Qualitätsprämien, die wir zusätzlich zum Einkaufspreis zahlten, ein Quality Lab finanzieren, um die Kaffeequalität der Farmer der Kooperative langfristig zu steigern.

Ein hoher Einkaufspreis ist wichtig, um die Farmer zu motivieren laufend an der Verbesserung ihrer Kaffeequalität zu arbeiten – und somit selbständig ihre Einnahmen und damit die Lebensqualität zu erhöhen

5. Projekte

Bei langfristigen Partnern setzen wir Projekte in den lokalen Gemeinden um. Das ist ein zusätzlicher Anreiz zur Verbesserung der Kaffeequalität und wird als Teil der Entlohnung verstanden. Damit unterscheiden wir uns grundsätzlich von klassischer Charity, da wir durch ökonomische Anreize motivieren. Wir sehen darin eine deutlich würdevollere Art der Unterstützung, als sie uns in klassischen Spendenmodellen bisher begegnet ist.

Aktuell unterstützt du mit jeder Tasse Kaffee das WASH-Projekt in Äthiopien, durch die wir mehr als 18.900 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitäranlagen und Hygiene ermöglichen.

Aktuell fokussieren wir unsere Projektarbeit auf Partnerkooperativen in Südwest Äthiopien. Zwar setzen wir auch kleinere Projekte in Kolumbien um, aber rein finanziell investieren wir aktuell das meiste Geld in unser WASH-Projekt. Für uns ist es wichtig, die gesammelten Gelder so zu investieren, dass sie ihre maximale Wirkung entfalten. So kämpfen wir in Äthiopien vornehmlich gegen fundamentale Probleme in der Grundversorgung, wie z.B. fehlenden Zugang zu sauberem Wasser und damit Hygienekrankheiten, oder elementare Schulbildung. Diese Probleme gibt es beispielsweise in Kolumbien nicht. Hier wiederum versuchen wir, durch möglichst effektive Investitionen in Ausbildung der Kaffeefarmer, die Kaffeequalität und Produktivität unserer Partner zu verbessern, um ihr Einkommen Schritt für Schritt zu erhöhen.

Unser Ziel bleibt es, allen unseren Partnern einen fairen Preis zu zahlen und bei langfristigen Partnern zusätzlich Projekte umzusetzen. In den kommenden Jahren haben wir uns vorgenommen, verstärkt Projekte im Kaffeeanbau anzugehen. Zum einen, weil Grundversorgung nicht überall ein Problem darstellt. Zum anderen, weil Investitionen in Kaffeequalität und Professionalität der Produzentenstrukturen (z.B. in der Buchhaltung) für die langfristige Sicherung und Steigerung des Einkommens am wirkungsvollsten ist.

Was wir bisher erreicht haben

6. Nachhaltige Anbaumethoden

Unsere Kaffees werden auf umweltverträgliche Weise angebaut. Diese ist, unabhängig von einer Zertifizierung, eine Kaufvoraussetzung für uns. So begrüßen wir z.B. das offizielle Bio-Siegel ausdrücklich. Letztendlich spielt Qualität für uns aber eine größere Rolle als eine offizielle Zertifizierung. Daher kaufen wir auch nicht zertifizierte Kaffees, sofern wir uns sicher sind, dass der Kaffee auf nachhaltig umweltverträgliche Weise angebaut wird.

Die Überprüfung der nachhaltigen Anbauweise ist in der Realität sehr schwierig. Es bedarf großem Vertrauen zu unseren Produzentenpartnern, da wir nicht das ganze Jahr überprüfen können, inwieweit z.B. chemische Düngemittel eingesetzt werden. Größere Präsenz und bessere Beziehungen helfen hier sicherlich weiter, s. Punkt 2. Ebenso tragen Zertifizierungen ihren Teil dazu bei, die Produzenten an z.B. biologische Anbauweise zu erinnern. Doch auch Zertifizierungen basieren lediglich auf einer jährlichen Befragung und Kontrolle. Und gerade in Äthiopien, haben wir aufgrund persönlicher Erfahrung der letzten Jahre unsere Zweifel, inwieweit Bio-Zertifizierungen wirklich konsequent gemacht und dann auch eingehalten werden. Auch bei diesem Kriterium lernen wir dazu und können nur mit zunehmender Präsenz besser werden.

7. Kontinuierliche Verbesserung

Der Handel mit Kaffee ist komplex und wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass er kein „Schwarz-Weiß-Denken“ zulässt. Vielmehr müssen wir ständig dazu lernen und unsere Einkaufskriterien regelmäßig überprüfen, um hohe Qualität, fairen Handel und nachhaltigen Anbau soweit möglich sicherzustellen. Derzeit haben wir uns folgende Ziele gesetzt:

  • Wir möchten unser „Green Buyer“ Team stärken, um unsere Präsenz in den Anbauländern zu erhöhen, damit unsere persönlichen Beziehungen zu intensivieren (Punkt 2), hohe und faire Einkaufspreise besser zu verstehen (Punkt 4), und auch den nachhaltigen Anbau sicher zu stellen (Punkt 6).
  • Derzeit bereiten wir das neue Projekt vor, welches das WASH-Projekts nach Fertigstellung ablösen wird. Dabei handelt es sich um ein großflächiges Programm zur Ausbildung der Kaffeefarmer in den Bereichen Anbau, Ernte und Aufbereitung – sodass diese ihre Kaffeequalität und damit auch die Einnahmen nachhaltig und selbständig erhöhen können.
In Äthiopien
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