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Coffee Guide: 5 Tipps für richtig guten Kaffee in Porto

Ein Beitrag von Lutz in der Kategorie #Café Guides  vom 11. Juli 2017

Porto wurde schon zum zweiten Mal zur „Best Destination of Europe“ gewählt. Und das nicht zu Unrecht. Die Stadt mit seinem einmaligen Flair hat nicht nur schöne Gassen und Plätze mit atemberaubenden Ausblick sondern auch sehr gute Cafés zu bieten. In Porto etabliert sich die Third Wave Kaffeeszene immer mehr und wird einmalig durch die Einflüsse des portugiesischen Flairs.

Der Charme der Stadt

Betritt man dann mal zum ersten Mal diese Stadt, so hat man das Gefühl, dass die Zeit hier viel langsamer vergeht als im Rest von Europa. Um das zu spüren, reicht es aus durch die vielen verwinkelten Gassen und Straßen zu gehen, die alten Geschäfte zu betrachten und die Portugiesen zu beobachten, wie sie zusammen sitzen, als hätten sie alle Zeit der Welt.

Kurz vor Sonnenuntergang scheint es, dass die Stunde der Stadt gekommen ist. Durch die Sonne kommt es einem vor, als wäre die Stadt neu gemalt worden und man genießt einfach jede Sekunde, die man um diese Stunde herum hat. Abends kehrt man dann in eine der vielen Weinlokale ein, oder geht zum Zentrum, in der Nähe der Universität, wo sich die jungen Menschen treffen um bis in die Morgenstunden zu feiern. Am nächsten Morgen ist es dann Zeit für einen ersehnten Kaffee.

Kaffeetradition in Portugal

Portugiesen haben eine lange Kaffee-Tradition. Ähnlich wie die Italiener trinken sie einen sehr starken Espresso (60% Robusta, 40% Arabica). Die bekanntesten Variationen sind die Bica (was soviel heißt wie: Trinke dies mit Zucker)-eigentlich ein Espresso; der Galão, ein Espresso mit heißer Milch; die Meia de leite, ein Espresso Lungo mit heißer Milch. Kaffeespezialitäten wie Cappuccino und Latte Macchiato sind eher weniger verbreitet, werden aber natürlich auch angeboten. Cafés der Third-Wave Tradition, sind bislang hier eher weniger bis gar nicht vertreten. Erst seit kurzer Zeit fängt Portugal langsam an, auch diese Bereiche zu beschreiten. Daher muss man auch noch etwas Verständnis mit Porto haben, wenn der Kaffee nicht genauso schmeckt, wie man ihn in den bekannten Third-Waves-Cafés her kennt. Aber die Szene ist vielversprechend und es geht nach oben. Meine zwei Lieblings-Orte für hochwertigen Kaffee sind Mesa 325 und Wanderlust- verlässlich gut. Was auffällt, ist dass jedes Café ein ganz anderes Konzept verfolgt. Da die Preise notgedrungen über dem Standard Portugals liegen müssen (man kann keinen hochwertigen Espresso für 60 Cent nachhaltig anbieten), haben diese Orte noch andere Standbeine, was sie dadurch einzigartig macht.

Mesa 325

Die Nummer 1 in Porto. Wenn man ohne seinen guten Kaffee den Tag in Porto nicht starten will, so muss man auf alle Fälle einen Abstecher bei Mario, Leonor und Juve machen. Hier arbeiten die Baristas mit dem meisten Know-How über Kaffee. Man bekommt 100% Arabica-Kaffee aus der Vernazza Kaffee-Rösterei. Der Espresso ist ein Blend, der Filter-Kaffee ist immer ein Single-Origin. Das Angebot reicht vom Espresso über Flat White bis hin zur V60, French Press oder Chemex zu sehr günstigen Preisen. Für mich ist das Mesa 325 mein Arbeits- und Studierplatz. Nicht nur der Kaffee ist lecker, sondern auch die Küche! Sehr entspannt, fast sogar familiär ist die Atmosphäre des bunt durchmischten Publikums. Ich freue mich immer wieder hier vorbei zu kommen und am Ende mit viel zu viel Kaffee intus das Café zu verlassen. Auf alle Fälle ein Must-Go in Porto!

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Details:

  • Adresse: 
Av. de Camilo 325, 4300-066, Porto, Portugal
  • 
Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 8:30 – 19:30 Uhr | Samstag: 10:00 – 19:00 Uhr
  • Website: https://www.facebook.com/mesa325/

Bop Café

Guter Kaffee, gute Musik, gutes Essen. Dieses Café / Bar / Restaurant von Felipe verfolgt ein ganz anderes Konzept, als man gewohnt ist. Nicht nur wird hier darauf geachtet, guten Kaffee anzubieten (wie bei Mesa 325 ist der Espresso ein 5-Länder Blend, und der V60 Filter-Kaffee ein Single-Origin), sondern auch die Musik bekommt einen hohen Stellenwert eingeräumt. Dazu dient die große Plattensammlung über der Bar. Wenn man Lust hat, kann man auch selbst Platten anhören. Dazu wurde extra ein Plattenspieler bereit gestellt. Die Sammlung kann man hier einsehen: http://bop.pt/music/ Einfach der Wahnsinn. Wenn man bei der 5. Platte dann auch mal Hunger hat, so ist die Küche auch sehr zu empfehlen. Also der perfekte Ort, wenn man mal einen ruhigen Tag in Porto haben will.

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Details:

The Coffee Room

Im Zentrum von Porto, in der Nähe von São Bento findet man das Café „The Coffee Room“ im ersten Stock eines Modegeschäftes. Das Konzept orientiert sich an der Third-Wave Tradition. Gute Auswahl des Kaffees, hochwertige und gepflegte Espresso-Maschinen, gute Mühlen und genug Know-How für den Kaffee. Elisa und Bruno betreiben das Café. Nicht nur bereiten sie einem den Kaffee zu, sondern beraten einem dann auch gleich für die passende Kleidung. Die Bohnen kommen vom Combi-Coffee aus Porto. Für den Espresso sowie für den V60 Filter-Kaffee gibt es jeweils eine eigene Single-Origin Röstung aus Guatemala. Auch hochwertigen Tee gibt es hier. Für mich ein Ort im Zentrum für guten Kaffee.

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Details:

Combi Coffee

Die Geschichte des Combi-Coffee Trucks ist ein Paradebeispiel dafür, was für einen Boom die Stadt Porto gerade erlebt. Gonçalo lebte 10 Jahre in London. Als er schließlich wieder in Portugal war, überlegte er sich mit einem Freund, was wohl Porto fehlen würde. Und sie kamen auf die Idee einen Coffee-Van zu bauen. Gesagt, getan. Am selben Tag noch regelte er, der bislang als Automechaniker gearbeitet hatte, die Finanzierung mit der Bank und sie begannen einen alten Mercedes-Van umzubauen. Es sollte der erste seiner Art in Portugal werden. Je weiter seine Pläne fortschritten, desto mehr musste er sich auch die Frage stellen, was er für einen Kaffee er verkaufen wollte. Von den Plänen mit großen Kaffee-Produzenten zusammen zu arbeiten kam er schnell ab und entwickelten die Idee einfach selbst zu rösten. Dazu besuchte er Röst-Kurse in Spanien und zusammen mit einem Freund kreierten sie ihren eigenen Blend. Dabei war es ihnen wichtig einen Geschmack zu treffen, der auch die Kaffee-Tradition Portugals widerspiegelt (eher dunkler und schokoladiger). Mit all diesen Vorbereitungen begann dann das Pilot-Projekt, Café in den Straßen Portos zu verkaufen. Von der Stadtverwaltung erhielten sie für den Sommer 2016 eine Genehmigung an abwechselnden Orten den frischen Kaffee anzubieten. Das Konzept ging auf. Als erster Portuense (so nennt man die Einwohner Portos), verfolgt er nun das Ziel Rösterei und Café in einem anzubieten. Die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gange und werden hoffentlich im April abgeschlossen sein. Bis dahin wird Gonçalo vorerst nur auf Events und Flohmärkten zu finden sein. Einfach dazu auf seiner Facebook oder Instagram-Seite nachschauen.

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Details:

Wanderlust

Obwohl Matosinhos eine eigene Stadt ist, so wird es so oft als ein Teil von Porto betrachtet. Für die meisten Menschen, die Porto besuchen, bedeutet Matosinhos Surfspaß und Erholung am Strand. Man sollte aber unbedingt auch mal fernab der Strandpromenade schauen, was es hier noch so alles zu entdecken gibt. Für viele Portuensen ist Matosinhos der Ort, um leckeren Fisch zu essen oder auch zu kaufen. Beispielsweise in der Markthalle von Matosinhos, der sogenannte Mercado Matosinhos. Kommt man dort an, so ist man gleich am richtigen Ort für guten Kaffee. Hier ist das Drip-Café Wanderlust, teil einer Galerie für Fotografie. Gründer sind Joana und Tiago, die das Reisen lieben und daher das deutsche Wort „Wanderlust“ wählten. Vor zwei Jahren als Pop-Up Café gegründet, wurde es im September 2016 sesshaft. Das Konzept unterscheidet sich von den anderen Cafés dadurch, dass es sich hauptsächlich auf Filter-Kaffee konzentriert. Espresso sucht man hier vergebens. Dafür kann man zwischen zwei wechselnden Sorten Single-Origins aus der Square-Mile Rösterei, und der Zubereitungsart auswählen. Der Kaffee wird dann mit genügend Know-How zubereitet. Kaffee-Liebhaberin Joana besuchte dazu Workshops unter anderem in New York. Für Porto ist das Konzept vollkommen neu, da normalerweise hauptsächlich Espresso getrunken wird, aber es geht auf.
Für mich der ideale Ort um nach dem Surfen entspannt meinen Kaffee zu trinken.

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Details:

Einen schnellen Überblick über die Cafés gibt es hier.

Zenith

Wer als Kaffeeliebhaber bereits in Lissabon bereits gewesen ist,  wird mit Sicherheit auch von Fabrica Coffee Roasters gehört haben.  In der Kaffeeszene Lissabons bereits etabliert, gibt es nun in Porto eine Kooperation mit der Zenith – Brunch & Cocktails Bar.

Spätestens hier merkt man, dass die dritte Welle auch in Porto angekommen ist.  An der Espresso-Maschine steht jemand, der seine Ausbildung in Frankreich bei BBS genossen hat und in dem Café der Chef der Victoria Arduino ist. Zusammen mit noch einem weiteren Barista garantieren sie einen guten bis sehr guten Kaffee. Auch Filterkaffee mit der Chemex steht im Angebot.

Diese Synthese aus Café, Bar, Restaurant steht für die neue Seite Portos. Scheint der Rest der Stadt eher verschlafen und gemächlich in den Tag zu gehen, so ist hier alles perfekt koordiniert und auf Zack. Jeder hat seine Aufgabe und die Zahnräder greifen alle ineinander. Für mich war es ungewohnt und erinnerte mich sehr an die Hektik, die man teilweise in Berliner Cafés wiederfindet.

Lecker ist der Kaffee – auf alle Fälle. Auch zum Brunchen einen Abstecher wert. Wenn man es trotzdem noch entspannt haben möchte, so bestellt man am besten to-go und macht einen Abstecher zum Park beim Torre dos Clérigos und genießt dort seinen Kaffee.

Das Zenith in Porto
Das Zenith in Porto
Das Zenith in Porto
Das Zenith in Porto
Das Zenith in Porto

Details:

  • Adresse: Praça de Carlos Alberto 86, 4050-158 Porto
  • Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag: 10:00 – 20:00 Uhr | Dienstag: geschlossen | Freitag/Samstag: 10:00 – 2:00 Uhr
  • Website: https://www.facebook.com/zenithporto/

Portos Röstereien

Diesen Röstereien hat man zu verdanken, dass Porto mehr und mehr auch hochwertigen Kaffee zu bieten hat. Sie arbeiten direkt mit den Cafés zusammen und bauen nach und nach mehr Orte auf, an denen man guten Kaffee trinken kann. Im Gegensatz zum typischen portugiesischen Blend, verwenden sie zu 100% Arabica Bohnen und rösten ihren Kaffee schonend.

Luso Coffee Roasters

Diese Rösterei röstet sehr leckere Filter-Kaffee und Espresso Sorten. Sie hat Kaffees verschiedenster Ursprungsländer dabei wie Ruanda, Papua Neuguinea, Honduras,..
Sie selbst ist zwar nicht in Porto, aber in einem Dorf in der Nähe gelegen. Um an ihren leckeren Kaffee für zu Hause zu kommen, kann man einen Abstecher ins Café Linha 22 machen.

Kontakt: https://lusocoffeeroasters.com/

Vernazza Coffee Roasters

Auch sehr wichtig für die Cafés in Porto ist die Rösterei Vernazza, die im Norden Portos liegt. Dieser Kaffee wird schon in einigen Kaffees Portos serviert.

Kontakt: www.vernazzacoffee.com

Combi Coffee

Wie schon oben beschrieben, ist Combi Coffee ein Lieferant für guten Kaffee verschiedener Orte Portos (auch nach Espinho).

Kontakt: http://combicoffee.pt/

Wer neben dem Kaffee auch noch andere Sachen in Porto sehen will, dem sind folgende Orte ans Herz gelegt:

  • Palácio de Cristal – einer der schönsten Parks Portugals
  • Passeio das Virtudes – Sonnenuntergang kann so entspannt schön sein
  • Chef Tapioca in Matosinhos – für Brasilien Liebhaber, die mal wieder eine gute Tapioca oder Açaí essen möchten
  • Fish-Surf Schule – super Surfschule, die besonders viel von Einheimischen besucht wird
  • ESMAE – jeden Dienstag Abend gibt es hier Jazz fernab vom Tourismus
    https://de-de.facebook.com/ESMAEJAMSESSION/
  • Rota do chá – zum entspannten Tee trinken im schönen Ambiente
  • Confeitaria do Bolhao – fantastische Gebäcke und Süßspeisen

Ich wünsche euch einen super schönen Aufenthalt in dieser wundervollen Stadt!

Für richtig guten Kaffee auch auf Reisen

Reiseeindrücke Porto
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Vernazza
Lokale Rösterei
Vernazza
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Lutz

Lutz ist leidenschaftlicher Kaffeetrinker und hat auch schon während eines Workshops bei Coffee Circle viel über Filterkaffee gelernt. Während seines einjährigen Aufenthalts in Porto ist er nun dabei die Schätze der Third Wave Coffee Szene zu entdecken. Seine Tipps machen uns auf jeden Fall Lust auf einen Trip nach Porto.

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