Äthiopische Waldgärten
#Projekte

Coffee Circle Vision Fund II

Jede Tasse Kaffee, die wir lieben, beginnt mit einem Ungleichgewicht.

Die Menschen, die ihn anbauen, sind mit Preisen konfrontiert, die sie nicht beeinflussen können, mit einem Klima, das immer schwerer vorhersehbar wird, und mit Land, das jedes Jahr mehr Pflege und Investitionen erfordert. Dennoch tragen sie einen Großteil des Risikos und erhalten nur den kleinsten Anteil des Werts, den Kaffee erzeugt.

Bei Coffee Circle wollen wir mit unserem Geschäftsmodell dazu beitragen, dieses Ungleichgewicht zu verändern. Deshalb zahlen wir Preise, die deutlich über dem Weltmarkt liegen, und investieren über die Coffee Circle Foundation e.V. in Projekte, die weit über den Kaffeeanbau hinausgehen – für stärkere Lebensgrundlagen, widerstandsfähigere Gemeinschaften und langfristige Perspektiven in den Kaffeeanbauregionen.

Nach einem erfolgreichen Start unseres Coffee Circle Vision Fund I, mit dem wir sechs Projekte weltweit mit 500.000 € fördern konnten, haben wir im Oktober 2025 den Vision Fund II ins Leben gerufen. Diesmal haben wir unser Engagement verdoppelt und die Fördermittel auf 1.000.000 € erhöht.

Für den Coffee Circle Vision Fund II haben sich mehr als 160 Organisationen aus aller Welt beworben. Gesucht wurden Projekte, die gemeinsam mit den Communities entwickelt werden, in den lokalen Bedürfnissen verwurzelt sind und langfristig Wirkung entfalten.

Vier Organisationen haben uns dabei besonders überzeugt. Sie zeigen auf unterschiedliche Weise, wie nachhaltiger Wandel im Ursprung umgesetzt werden kann – und wir freuen uns, sie auf diesem Weg zu begleiten.

Fundación Entre Mujeres Nicaragua

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die Fundación Entre Mujeres (FEM) mit Frauen in ländlichen Gebieten im Norden Nicaraguas zusammen. Ihr Projekt widmet sich einer grundlegenden Ungerechtigkeit im Kaffeesektor: Frauen leisten einen Großteil der Arbeit, stehen jedoch am schlechtest bezahlten Ende der Lieferkette und verkaufen ihre Erzeugnisse an Zwischenhändler:innen zu Preisen, die oft nicht einmal ihre Kosten decken. Gemeinsam mit 50 Kaffeeproduzentinnen in den Provinzen Estelí, Madriz und Nueva Segovia vermittelt die FEM durch Workshops und Schulungen an ihrer anerkannten Madre Tierra Ecotechnology School technisches und kaufmännisches Wissen und baut zugleich die Kaffeemarke der Frauen, Café Diamantina, weiter auf. Ein Umlauffond ermöglicht es den Produzentinnen, im Voraus bezahlt zu werden, sodass sie nicht mehr von Käufer:innen abhängig sind, die sie unterbezahlen.

Das Ergebnis sind wirtschaftliche Unabhängigkeit, klimaresiliente Landwirtschaft und ein Mehrwert, der bei den Frauen bleibt, die ihn schaffen.

Mitarbeiterinnen von Fundación entre Mujeres (FEM), Nicaragua, 2023
In Äthiopien

Apuna and Siruma Kolumbien

Die vom Specialty Coffee Exporteur Siruma gegründete Apuna-Stiftung widmet sich einem Problem, mit dem die meisten landwirtschaftlichen Betriebe einfach leben müssen: den bei der Kaffeeverarbeitung anfallenden Fruchtfleisch- und Schleimresten, die Boden und Wasser verschmutzen und Treibhausgase freisetzen, wenn sie unbehandelt entsorgt werden.

Im Rahmen ihres Projekts „Inclusive Composting“ werden auf Farmen in den Departamentos Caldas und Cauca 50 Kompostgruben angelegt, um diese Abfälle in organischen Dünger umzuwandeln. Dadurch wird der Einsatz chemischer Düngemittel reduziert und der Zustand der Böden verbessert. Zusätzlich spart jede Familie dadurch jährlich rund 166 €. Die 50 landwirtschaftlichen Betriebe werden von Frauen und jungen Kaffeefarmern geführt. Im Rahmen des Projekts werden 100 dieser Führungspersonen in den Bereichen Kompostierung, Leadership, Geschlechtergerechtigkeit und Farm-Management geschult. Es handelt sich um eine Kreislaufwirtschaft, die von Anfang an so konzipiert wurde, dass sie von anderen Farmen und Gemeinden einfach übernommen werden kann.

Food 4 Farmers Kolumbien und Mexiko

Viele Familien von Kaffeefarmer:innen sehen sich mit einer harten Realität konfrontiert: Drei bis sieben Monate im Jahr fehlt es an ausreichend Nahrung, sobald die Einnahmen aus der Ernte aufgebraucht sind und die nächste Ernte noch keine Erträge bringt. Food 4 Farmers unterstützt Familien seit über einem Jahrzehnt dabei, diese Zeit zu überbrücken.

In Cauca, Kolumbien, wird die Organisation 500 Kaffeefarmer:innen-Familien dabei unterstützen, ihre eigenen Lebensmittel anzubauen und durch Hausgärten, Agroforstwirtschaft, Hinterhof-Tierhaltung und Imkerei neue Einkommensquellen zu erschließen. Das Projekt knüpft an ein bestehendes Programm mit der Kooperative COMEPCAFE an und erweitert es um eine neue Partnerschaft mit der Stiftung Mundo Mujer, um weitere Familien zu erreichen – unterstützt durch Schulungen und monatliche Besuche von Fachpersonal. Ein Wissensaustausch bringt die „Community Promoters“ zusammen – die lokalen Führungskräfte, die die Programme leiten und dafür sorgen, dass sie auch lange nach Ablauf der Förderung weiterbestehen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 150 € pro Produzent:in und Jahr, wobei die Gemeinden selbst die Federführung übernehmen.

Imker stehen um eine Bienenstock, Food4Farmers, CESMACH Kooperative, Mexiko
Farmer:innen der Vunga CWS, Muraho Co., Ruanda verarbeiten Kaffeebohnen

Muraho Ruanda

Dieses Team kennen wir bereits gut. Muraho war Teil unseres Coffee Circle Vision Fund I, und wir sind stolz darauf, ihre Arbeit weiterhin zu unterstützen. Dieses ruandische Kaffeeunternehmen expandiert derzeit in drei Distrikte, um den Anbau auf ein zunehmend raueres Klima vorzubereiten.

Der Plan ist konkret: Schulung von über 2.000 Farmer:innen in regenerativen Anbaumethoden, Bereitstellung von Setzlingen und Verbesserung der Arbeits- und Sicherheitsbedingungen für mehr als 1.000 Mitarbeitende. Der Zugang zu sauberem Wasser und Hygiene soll ausgebaut werden, einschließlich Menstruationsprodukten für die über 600 Frauen, die während der Dry-Mill-Season arbeiten. Alle anfallenden Kaffeeabfälle werden zu Kompost und Biokohle um die Bodenqualität zu verbessern. Imkerei und Viehzucht schaffen zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für die Farmer:innen. Bis zum dritten Jahr soll das Projekt so weit entwickelt sein, dass es sich selbst trägt und Muraho die wichtigsten Aktivitäten eigenständig fortführen kann.

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Wie es nun weitergeht

Diese vier Projekte haben nun ihre erste Förderung erhalten und die nächsten Schritte eingeleitet. Wir werden weiterhin mit ihnen in Verbindung bleiben, aufmerksam zuhören und miteinander teilen, was auf diesem Weg passiert: die Fortschritte, die Herausforderungen und die Erkenntnisse, die entstehen, wenn Veränderungen im Alltag umgesetzt werden.

Denn diese Arbeit gelingt nicht allein. Coffee Circle kann einen Beitrag leisten, Menschen zusammenbringen und dabei helfen, gute Ideen in die Tat umzusetzen. Doch ein widerstandsfähiger Kaffeesektor entsteht nur durch starke Partnerschaften und durch die Unterstützung der Menschen in den Kaffeeanbaugebieten, die bereits wissen, wie Veränderung vor Ort gelingt. So können wir dazu beitragen, dass auch künftige Generationen weiterhin Kaffee anbauen, teilen und genießen können.

An alle, die sich beworben haben: Vielen Dank. Die mehr als 160 Vorschläge, die wir erhalten haben, sind ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Menschen, die Kaffee anbauen, nicht darauf warten, dass die Zukunft kommt. Sie gestalten sie bereits jetzt.
Und mit jedem Kilogramm Coffee Circle-Kaffee, dass du kaufst, bist auch du ein Teil davon.

Kaffeeland Brasilien

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