Eine Kaffee-Baumschule bei einer Kooperative in San Ignacio, Peru. Photo Credit: Yober Rivera für World Coffee Research
#Projekte

World Coffee Research – Gemeinsam für die Zukunft des Kaffees

„Farmer:innen brauchen bessere Alternativen. Sie brauchen Kaffeepflanzen, die ertragreich, widerstandsfähig und an die jeweiligen Anbaugebiete angepasst sind. Forschung kann dazu beitragen, das zu erreichen – aber nur, wenn wir weltweit zusammenarbeiten. Je mehr Länder, Unternehmen und Forschende sich daran beteiligen, desto schneller kann Wissen ausgetauscht werden und desto schneller gelangen bessere Sorten zu den Produzent:innen. In die Kaffeeforschung zu investieren bedeutet, in ihre Lebensgrundlage und in die Zukunft des Kaffees zu investieren. Deshalb unterstützen wir WCR – und deshalb engagiere ich mich persönlich im Beirat.“

– Martin Elwert, CEO und Gründer von Coffee Circle

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Du hast nur eine Minute Zeit? Hier liest du, was wir gemeinsam erreicht haben.

Kaffee steht vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel sowie neue Krankheiten und Schädlinge setzen den Kaffeeanbau weltweit unter Druck. Seit 2020 unterstützen wir deshalb die Non-Profit Organisation World Coffee Research (WCR) dabei, die Zukunft des Kaffees durch wissenschaftliche Forschung und die Entwicklung widerstandsfähiger Kaffeesorten zu sichern.

Jedes Jahr fördern wir gezielt Projekte, die Farmer:innen, Forschende und ganze Anbauregionen dabei unterstützen, sich an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen.

Was macht World Coffee Research?

Die Entwicklung neuer Kaffeesorten ist eine Investition in die Zukunft – und ein Prozess, der normalerweise Jahrzehnte dauert. World Coffee Research zeigt jedoch, dass es auch schneller geht. Die Organisation entwickelt seit 2012 neue, klimaresiliente Kaffeesorten, die hohe Erträge liefern, widerstandsfähig gegen Krankheiten sind und gleichzeitig eine hervorragende Qualität bieten. Um diesen Prozess zu beschleunigen, arbeitet WCR mit Forschungseinrichtungen und Züchtungsprogrammen weltweit zusammen und fördert den offenen Austausch von Wissen und genetischem Material. Mit Hilfe innovativer Methoden wie „Speed Breeding” verkürzt WCR den Züchtungsprozess außerdem von rund 30 auf etwa sechs Jahre.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf elf strategisch ausgewählten Kaffeeanbauländern: Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Indien, Indonesien, Vietnam, Kenia, Ruanda und Uganda.

Lebenszyklus einer Kaffeekirsche von Blüte über Kirsche bis Samen, dargestellt in einer geöffneten Hand, Photo credit: World Coffee Research
© World Coffee Research
Vermehrung von Kaffeepflanzen mittels somatischer Embryogenese in einem Labor in Costa Rica. Photo credit: World Coffee Research.
© World Coffee Research
Kaffeesämlinge in einer Baumschule einer Kooperative in Chirinos, Peru. Diese Sämlinge sind für die Saatgutproduktion bestimmt und wurden genetisch geprüft. Photo credit: Yober Rivera for World Coffee Research
© Yober Rivera, World Coffee Research
In einer Baumschule in Puerto Rico keimen Kaffeesamen zu kleinen Kaffeepflänzchen. (Sorte: Marsellesa). Photo Credit: Johnny de los Santos
© Johnny de los Santos, World Coffee Research

Wissen teilen, Zukunft gestalten Der African Breeders Hub

Eines der ersten Projekte unserer Zusammenarbeit war die Unterstützung des African Breeders Hub. Das Programm bringt Kaffeezüchter:innen und Forschende aus verschiedenen afrikanischen Ländern zusammen, um Wissen, Daten und wissenschaftliche Methoden auszutauschen.

Warum ist das wichtig? Die Entwicklung neuer Kaffeesorten ist ein langfristiger Prozess. Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen auf den Farmen bereits heute. Durch den Austausch zwischen Expert:innen aus Ländern wie Äthiopien, Uganda, Kenia, Ruanda oder Burundi entstehen die wichtigen Grundlagen für die Zucht widerstandsfähiger Kaffeesorten, die sowohl den Anforderungen der Farmer:innen als auch den Erwartungen von Konsument:innen gerecht werden.

Trotz der Herausforderungen der Pandemie konnte der zweite African Breeders Hub 2020 erfolgreich virtuell durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Züchter:innen wurde gestärkt, neue wissenschaftliche Werkzeuge wurden vermittelt und langfristige Partnerschaften aufgebaut.

Eine Frau bei der Arbeit in einer Baumschule in Guatemala. Photo Credit: World Coffee Research.
© World Coffee Research

Intensive Klimaforschung und smarte Strategien

Im Jahr 2024 lag der Fokus unserer Unterstützung auf dem Projekt „Coffee R&D and Climate Modeling“. Dabei wurden zwei zentrale Themen vorangetrieben.

  • Zum einen unterstützte World Coffee Research den Ausbau des nationalen Kaffeezüchtungsprogramms in Äthiopien. Gemeinsam mit Partner:innen wie dem Ethiopian Institute of Agricultural Research (EIAR) wurden Strategien entwickelt, um neue, klimaresiliente Kaffeesorten zu identifizieren und langfristig verfügbar zu machen. Gleichzeitig führte WCR Gespräche mit internationalen Organisationen und Geldgebenden, um zusätzliche Unterstützung für die Zukunft des Kaffeesektors in Äthiopien zu gewinnen.
  • Zum anderen arbeitete World Coffee Research an einer innovativen Plattform, die Klima-, Ertrags- und Umweltdaten miteinander verknüpft. Ziel war es, Farmer:innen künftig datenbasiert dabei zu unterstützen, die für ihre Region am besten geeigneten Kaffeesorten auszuwählen. Dafür wurden globale Datensätze zusammengeführt und Vorhersagemodelle entwickelt, die Faktoren wie Niederschlag, Hitzestress oder Krankheitsrisiken berücksichtigen.
Maßnehmen an einem jungen Kaffeebaum. Sorte „Obata“. Photo Credit: Devon Barker (@devonbbarker)
© Devon Barker, World Coffee Research
Eine Kaffeepflanze mit Wassertropfen, Standort unbekannt, aufgenommen am 28.02.2025, Photo Credit: World Coffee Research

„Dank Unternehmen wie Coffee Circle und unserem globalen Netzwerk von Umsetzungspartner:innen sind wir in der Lage, diese gemeinsame Anstrengung zur Gestaltung der Zukunft des Kaffees voranzutreiben.“
– Dr. Vern Long, CEO von World Coffee Research

© World Coffee Research

Was wir gemeinsam erreicht haben

Die Arbeit von World Coffee Research wirkt oft langfristig – viele Ergebnisse werden erst Jahre später sichtbar. Dennoch konnten bereits wichtige Ziele erreicht werden:

  • Aufbau, Stärkung und wissenschaftliche Bewertung nationaler Züchtungsprogramme in Ländern wie Äthiopien und Uganda, die konkrete Verbesserungsmaßnahmen ermöglicht haben.
  • Förderung des Wissensaustauschs zwischen Züchter:innen und Forschenden aus mehreren afrikanischen Anbauländern.
  • Unterstützung bei der Sicherung von Finanzierungen und Fördermitteln für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsprogramme.
  • Entwicklung neuer Werkzeuge und Datengrundlagen, um Farmer:innen besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.
    • Entwicklung von CafeClima, einem digitalen Tool, das Klima-, Ertrags- und Umweltdaten kombiniert und Farmer:innen dabei unterstützt, die am besten geeigneten Kaffeesorten für ihren Standort auszuwählen.
    • Beschleunigung der Kaffeezüchtung durch die Entwicklung innovativer Technologie, mit denen vielversprechende Kreuzungen bereits frühzeitig identifiziert werden können. So lassen sich Ressourcen gezielter einsetzen und neue, klimaresiliente Sorten schneller entwickeln.
  • Investitionen in Forschungszentren und Saatgutsysteme, damit gesunde und leistungsfähige Pflanzen ihren Weg auf die Farmen finden.

Von diesen Fortschritten profitieren nicht nur Forschende und Institutionen, sondern langfristig Tausende Kaffeefarmer:innen weltweit.

Kaffeesämlinge in einer Baumschule einer Kooperative in San Ignacio, Peru. Diese Sämlinge sind für die Saatgutproduktion bestimmt und wurden genetisch geprüft. Photo credit: Yober Rivera for World Coffee Research
© Yober Rivera, World Coffee Research

Mit starken Partnerschaften in die Zukunft

Die Herausforderungen für den Kaffeeanbau werden in den kommenden Jahren weiter wachsen. Umso wichtiger sind starke Partnerschaften, die Forschung, Innovation und praktische Lösungen miteinander verbinden.

Wir sind stolz darauf, WCR seit 2020 auf diesem Weg zu begleiten. Die bisherigen Erfolge zeigen, wie wichtig langfristige Investitionen in Wissenschaft und Zusammenarbeit sind. Und sie sind erst der Anfang.

Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft gemeinsam mit World Coffee Research daran zu arbeiten, dass Kaffee für kommende Generationen erhalten bleibt – als Lebensgrundlage und Genussmoment.

Maureen Namugalu, Projektleiterin für Uganda, begutachtet einen geschwächten Kaffeebaum in der Region Rwenzori in Uganda. Photo Credit: World Coffee Research
© World Coffee Research

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