
Ein Beitrag von Martin Elwert in der Kategorie #News vom 9. April 2026
Wir freuen uns riesig – und sind ehrlich gesagt auch ziemlich stolz: Die Specialty Coffee Association (SCA) hat Coffee Circle Anfang April 2026 mit dem Sustainability Award ausgezeichnet. Und zwar nicht für ein einzelnes Projekt, sondern für das, was uns im Kern ausmacht – unser Business Model.
Das bedeutet uns sehr viel. Denn dieser Award ist einer der relevantesten in der Specialty Coffee Szene, getragen von einer globalen Community aus Produzent:innen, Röstereien und Expert:innen. Dass unser Ansatz hier Anerkennung findet und unter so vielen beeindruckenden Teilnehmenden ausgewählt wurde, ist für uns Motivation und Wertschätzung zugleich.
Wir gratulieren den Gewinner:innen der Non-Profit-Kategorie sowie unseren Mitnominierten von Herzen und freuen uns, gemeinsam mit so inspirierenden Organisationen gewürdigt zu werden.
„Wenn ich auf diese 15 jährige Reise zurückblicke, dann fing alles eigentlich mit einer ziemlich einfachen, fast naiven Idee an: Wir wollten mit Kaffee nicht nur ein hochwertiges Produkt schaffen, sondern auch für alle in der Lieferkette – insbesondere vor Ort – wirklich etwas bewegen.
Daraus ist das entstanden, was bis heute das Fundament von Coffee Circle ist: Für jedes verkaufte Kilogramm Kaffee fließt ein Euro in ausgewählte Projekte vor Ort. Und zwar nicht gekoppelt an einen möglichen Gewinn, der erstmal erwirtschaftet werden muss, sondern von Anfang an fest im Modell verankert. Das war uns wichtig, weil es bedeutet, dass der Impact direkt mit unserem Wachstum verbunden ist – je mehr Kaffee wir gemeinsam trinken, desto mehr können wir investieren.
Wir haben Coffee Circle von Anfang an als For-Profit und Non-Profit aufgebaut. Mithilfe der Coffee Circle Foundation e.V. und unseren Kund:innen investieren wir so jedes Jahr signifikante Beträge in Projekte in den Ursprungsländern des Kaffees und können gleichzeitig volle Transparenz schaffen. Diese Investitionen wachsen automatisch mit. Sie sind kein „Extra“, das man irgendwann dazu gibt, sondern ein integraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells.
Wir sind unglaublich stolz darauf, ein außergewöhnliches Kaffeeerlebnis zu schaffen, das so viele Menschen – inzwischen auch in unseren Cafés und in ihrem Arbeitsalltag – begeistert. Dass unser Konzept so großen Zuspruch erhält und nun auch von der SCA anerkannt wird, empfinde ich als besondere Bestätigung und freut mich sehr.
Es war uns immer wichtig, die Projektmittel gezielt und langfristig einzusetzen. In den letzten 15 Jahren haben wir gemeinsam mit starken Partner:innen Projekte umgesetzt, die weit über kurzfristige Maßnahmen hinausgehen. Im Mittelpunkt stand immer, nachhaltige Strukturen zu schaffen – mit konkretem Bedarf und in engem Austausch mit den Menschen vor Ort. Es geht darum zuzuhören, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und sicherzustellen, dass Maßnahmen nicht nur gut gemeint sind, sondern wirklich wirken. Dieser Ansatz, basierend auf Augenhöhe und Vertrauen, prägt unsere Arbeit seit Anfang an“, erzählt Martin Elwert, Coffee Circle Gründer und CEO.






„Wir verstehen unsere Projektarbeit als Kompensation für den Anbau von gutem Kaffee. Ziel ist es, wirtschaftliche Anreize zu setzen, anstatt karitativ zu handeln. Im Laufe der Zeit wurde immer wieder deutlich: Kaffee ist immer nur ein Teil des Ganzen. Die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, leben nicht „vom Kaffee allein“. Sie bauen verschiedene Dinge an, kümmern sich um ihre Familien, ihre Tiere, ihre Gemeinschaften. Wenn man wirklich etwas bewegen will, muss man diese Realität verstehen – und Projekte so denken, dass sie zu den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort passen.
Ein Beispiel, das mir persönlich immer wieder in den Sinn kommt, ist unsere Arbeit in Äthiopien. Dort haben wir gemeinsam mit Partnerorganisationen, wie der Welthungerhilfe, über Jahre hinweg in Infrastruktur investiert, die hunderttausenden Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht. Bis heute wurden dort etwa 80 Kilometer Rohrleitungen verlegt. Wenn man vor Ort sieht, was das konkret verändert – für Gesundheit, Alltag und Lebensqualität – wird schnell klar, dass es hier um viel mehr geht als um Kaffee.
Mit dem Coffee Circle Vision Fund haben wir diesen Gedanken in den letzten Jahren noch einmal weiterentwickelt. Er ermöglicht die Erweiterung unseres Netzwerks und die parallele Unterstützung weiterer Projekte – und damit die breitere Aufstellung unseres Impacts. Gleichzeitig haben wir mit unserem Impact Report begonnen, all das transparenter und greifbarer zu machen, was bisher oft im Hintergrund passiert ist.
Besonders in diesen Zeiten, wo der Zeitgeist manchmal abdriftet und es immer schwieriger wird zu unterscheiden „Wer macht was richtig gut?“ und „Wer macht nur schöne Bilder?“, ist es ermutigend zu sehen, dass die SCA genau hinschaut. Für uns ist es nicht immer einfach gewesen, ausreichend darzustellen, dass langfristiger Impact ein integraler Bestandteil unserer DNA ist.
Dass die SCA genau das erkennt und auszeichnet, bedeutet uns sehr viel. Denn es zeigt, dass nicht nur sichtbare Einzelprojekte zählen, sondern auch die Konsequenz, mit der wir unseren Weg seit über 15 Jahren verfolgen.
Ich möchte all unseren Mitarbeitenden, Partner:innen, Gesellschafter:innen und Wegbegleitenden der letzten 15 Jahre danken – ohne euch wäre all das nicht möglich gewesen.
Am Ende ist dieser Award vor allem eine Bestätigung, dass unser Ansatz funktioniert. Dass man ein Unternehmen aufbauen kann, das wirtschaftlich denkt – und gleichzeitig langfristig positive Veränderungen vor Ort anstößt. Und dass jede Tasse Kaffee ein Teil davon sein kann. Darauf bin ich wahnsinnig stolz.”
– Martin Elwert, Coffee Circle Gründer und CEO

Martin Elwert
Martin ist seit 2010 Gründer und Geschäftsführer von Coffee Circle. Martin treibt die Vision des Unternehmens voran und ist für die Umsetzung unserer Projekte in den Anbauländern verantwortlich.

