Kaffeekirschen auf Drying Beds in Ruanda
#Reisen

Zwischen Cupping-Tischen und Kaffeekirschen: Äthiopien und Ruanda 2026

Der Flughafen von Addis Abeba in Äthiopien ist ein guter Ort, um kurz innezuhalten. Hinter Martin und Hannes liegt eine Woche, die es in sich hatte – vollgepackt mit intensiven, aufschlussreichen Gesprächen und sehr, sehr viel Kaffee.
Äthiopien ist das wichtigste Kaffeeland für Coffee Circle. Hier liegen unsere Ursprünge, und immer noch beziehen wir den meisten Kaffee für unsere Single Origins und Blends von hier.

Tag 1 und 2 Die Auswahl der besten Lots

Um diese Jahreszeit ist die Ernte in Äthiopien größtenteils abgeschlossen. Das bedeutet, bei dieser Reise liegt der Fokus von Hannes und Martin darauf, langjährige Partner in Addis Abeba zu treffen und die frische Ernte zu verkosten, um die besten Lots für die kommende Saison auszuwählen. Die Herausforderung dieser Reise liegt in der kurzen Zeit, die die beiden dieses mal eingeplant haben.

  • Der Start in die Woche verläuft dennoch vergleichsweise entspannt. Gemeinsam mit Ansha und Moata von CoQua verkosten sie am Montag rund zwanzig bis dreißig Kaffees, um ein erstes Gefühl für die diesjährigen Qualitäten zu bekommen.
  • Am Dienstag wird es dann schon sportlich. Martin und Hannes verkosten an nur einem Tag rund achtzig Kaffees, die meisten davon am späten Nachmittag und frühen Abend. Eine sensorische Grenzerfahrung, die selbst für erfahrene Kaffeeprofis körperlich spürbar ist. Doch diese Intensität zahlt sich aus. Sie finden die Lots, nach denen sie gesucht haben, und verlassen die Cupping-Tische mit großer Vorfreude auf die neue Ernte.

Aufgrund langjähriger Partnerschaften vor Ort, wurde vorab bereits eine Auswahl von Kaffees besprochen, die die beiden verkosten wollten. Welche Kaffees letztendlich auf dem finalen Cupping Tisch landen, wird bereits in den Monaten zuvor schrittweise entwickelt. Hier fließen unter anderem Informationen zur Entwicklung der Ernte, des Wetters, der Preise und der politischen Rahmenbedingungen aus den verschiedenen Anbauregionen des Landes ein.

So wissen wir, dass die äthiopische Regierung seit diesem Jahr sehr hohe Minimum Preise für den Ankauf der Kirschen definiert hat, was neu ist und sehr stark die Exporte beeinflusst. So erfahren wir auch, dass nach einer Rekordernte im letzten Jahr, dieses Jahr weniger Kaffee erwartet wird, die Qualität jedoch in Sidamo und Yirgacheffe besser sei. Das bestätigt sich dann auch im Cupping, wo auch die Naturals, die wir für unsere limitierten Kaffees aussuchen, sich besonders lebendig und ausdrucksstark zeigen. Die Kaffees aus der Region Limu, also aus dem Westen des Landes, haben die beiden sehr positiv überrascht. Sie waren unter den geschmacklich besten, die Martin und Hannes in dieser Woche probieren. Außerdem waren sie preislich moderater – auch das ist immer ein wichtiges Kriterium, gerade bei den zuletzt stark gestiegenen weltweiten Rohkaffeepreisen.

Martin und Hannes beim Cupping mit unseren Partner:innen in Addis Abeba
Kaffeeproduzent:innen bereiten das Cupping neuer Sorten vor

Tag 3 und 4 Ruanda: Partnerschaft, die Wirkung zeigt

Nach Äthiopien geht es weiter nach Ruanda – für Coffee Circle eine Premiere. Es ist die erste Reise in dieses Ursprungsland, entsprechend groß ist die Neugier. Vor Ort treffen Martin und Hannes unsere Partner von Muraho, die bereits Kaffees wie Rugali und Muraho möglich gemacht haben und über den Coffee Circle Vision Fund I gezielt gefördert wurden. Während ihres Aufenthalts wird immer wieder deutlich, dass hier eine Partnerschaft auf Augenhöhe gelebt wird.

Der ersten Tag führt sie in den Westen Ruandas, in die Region Nyabihu, zur Washing Station Shyira, unweit der Station Vunga. Die Ernte hat gerade erst begonnen, deshalb wurden bislang ausschließlich sonnengetrocknete Kaffees produziert. Besonders eindrucksvoll ist es zu sehen, welche Fortschritte durch die gemeinsamen Investitionen bereits erzielt wurden. Agrarwissenschaftler:innen wurden eingestellt und ausgebildet, Demonstrations-Farmen für junge Nachwuchsfarmer:innen aufgebaut und regelmäßige Besuche auf den Farmen etabliert. Die Farmer:innen lernen dort ganz konkret, wie sie ihre Erträge steigern und ihre Felder widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen können, etwa durch organisches Düngen oder das Mulchen der Böden. So wird der Anbau von Kaffee für die Farmer:innen zu einer nachhaltigen Lebensgrundlage. Auch an der Washing Station selbst zeigt sich der Impact deutlich. Ein neues Wasserfiltersystem versorgt nicht nur die Mitarbeitenden mit sauberem Trinkwasser, sondern steht auch der umliegenden Bevölkerung offen.

Am zweiten Tag reisen Martin und Hannes weiter in den Südwesten Ruandas nach Nyamasheke, wo sie die Stationen Kilimbi und Rugali besuchen. Beide Orte hinterlassen Eindruck. Alles wirkt sauber, gut organisiert und professionell geführt. Besonders prägend sind die Gespräche mit den Agrarwissenschaftler:innen, deren Stellen mit unseren Investitionen geschaffen wurden. Es wird deutlich, dass die vermittelten Maßnahmen den Produzent:innen nicht nur erklärt, sondern in der Praxis konsequent umgesetzt werden.

In einer offenen Gesprächsrunde mit den Farmer:innen erfahren Martin und Hannes, wie sehr sich die Stimmung in den letzten Jahren verändert hat. Steigende Kaffeepreise haben den Anbau wieder zu einem attraktiven Geschäft gemacht. Das motiviert nicht nur bestehende Farmer:innen, sondern auch viele junge Menschen, wieder in der Kaffeeproduktion zu arbeiten. Gleichzeitig werden neue Kaffeepflanzen angebaut, teilweise andere Pflanzen (z. B. Mais) ersetzt, in der Hoffnung auf langfristig stabile Einkommen.

Ein besonderes Projekt entsteht derzeit an der Rugali-Station. Muraho baut dort ein großes, umweltfreundliches System zur Aufbereitung des Abwassers der Washing Station. Dieses Pilotprojekt soll die Umweltbelastung deutlich reduzieren und in den kommenden Jahren auf alle von Muraho betriebenen Stationen ausgeweitet werden.

Martin und Hannes zu Besuch bei unseren Partner:innen von Muraho
Martin und Hannes mit Partner:innen zwischen Kaffeepflanzen
Muraho Kaffee mit Aeropress in Ruanda auf einem Kaffeetisch mit Ausblick auf einen See
Washing Station von Muraho in Ruanda
Kaffeefarmer:innen sortieren Kaffeebohnen zwischen Drying Beds
Background Element Mantis Opaque

Fazit

Am Ende dieser Reise, zurück im Flughafengetümmel in Addis beim Umstieg in Richtung Berlin, steht für Martin und Hannes ein sehr klares Fazit: Der Ansatz von Muraho überzeugt, weil er über Innovation und Schulung hinausgeht und den Farmer:innen aktiv Zugang zum Kaffeemarkt ermöglicht. Genau dieser Aspekt fehlt in vielen Projekten, ist aber entscheidend für nachhaltigen Erfolg.

Für Martin und Hannes hat sich außerdem einmal mehr bestätigt: Ruandische Kaffees gehören zu den besten Afrikas und verdienen es, noch stärker mit der restlichen Welt geteilt zu werden.
Deshalb wird Coffee Circle die Partnerschaft mit Muraho weiter vertiefen und auch in diesem Jahr wieder Kaffees aus Ruanda einkaufen.

Auch die äthiopischen Arabicas haben uns dieses Jahr wieder einmal überzeugt. Martin und Hannes haben sich voll ins Zeug gelegt und tolle Kaffees ausgewählt – wir freuen uns schon sehr, diese im Sommer für euch zu rösten.

Du möchtest noch mehr über diesen Origin Trip erfahren? Auf unserem Coffee Circle Instagram Account findest du erste Eindrücke der diesjährigen Reise unter dem Highlight „ETH 26”. Die nächsten Kapitel dieser Geschichte landen schon bald in deiner Tasse.

Martin und Hannes im Flugzeug

Entdecke unsere Kaffees aus Ruanda und Äthiopien

Muraho Kaffee 250 g / Ganze Bohne
RöstgradMittel
Ruanda
4.8 / 5

Muraho Kaffee

Spritzig, Granatapfel, Kiwi
ab 12,90 €
Espresso Sidamo 250 g / Ganze Bohne
RöstgradMittel
Äthiopien
4.8 / 5

Espresso Sidamo

Lebendig, Karamell, Dunkle Beeren
ab 11,90 €
Limu Kaffee 250 g / Ganze Bohne
RöstgradMittel
Äthiopien
4.8 / 5

Limu Kaffee

Balanciert, Traube, Zartbitterschokolade
ab 10,90 €
Enjori Kaffee 250 g / Ganze Bohne
RöstgradHell
Äthiopien
5 / 5

Enjori Kaffee

Fruchtig, Milchschokolade, Himbeere
ab 14,90 €
Explorer

Mit jeder Tasse Kaffee unterstützt du unsere Projekte in Äthiopien und anderen Anbauregionen. So verbessern wir gemeinsam mit dir das Leben der Kaffeefarmer:innen und ihrer Familien!

In Delecho