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#Rezepte

Bulletproof Coffee – schmeckt das wirklich?

Ein Beitrag von Katrin Simonis in der Kategorie #Rezepte  vom 24. Dezember 2013

Richtig gelesen: Bulletproof Coffee. Das ist Kaffee mit Butter. Was ungewöhnlich bis unappetitlich klingt, soll tatsächlich die Energie ankurbeln und die Konzentration stärken. Viele loben die cremige Konsistenz und berichten von einem inneren Wärmegefühl, das sich nach einer Tasse Butterkaffee einstellt. Das wird gleich mal getestet!

Buttertee wird in Tibet schon seit Jahrhunderten getrunken. Das Getränk wird mit Teeblättern, Butter und Salz zubereitet. In den kalten Bergregionen ist es sowohl für Einwohner als auch Bergsteiger ein wärmender Energie-Spender. Dave Asprey, Erfinder des sogenannten “Bulletproof Coffee”, lernte den Buttertee dort beim Wandern kennen. Als ihn das Getränk nach einem anstrengenden Tag in den Bergen sowohl körperlich als auch geistig stärkte, hatte er ein Aha-Erlebnis. Zu Hause angekommen, probierte er das Rezept mit Kaffee aus und versuchte so, das Getränk zu optimieren. Auf seiner Website empfiehlt er nun die Verwendung von hochqualitativem Kaffee, etwas Butter und sogenanntem MCT-Öl (mittelkettiges Triglyceridöl). Letzteres soll das körpereigene Energielevel besonders effektiv erhöhen. Einige sind jedoch der Meinung, dass Butter diesen Zweck genauso erfüllt.

Heiß und fettig. Und lecker?

Ist das nicht ziemlich ungesund?

Im Internet ist Bulletproof Coffee nicht unumstritten. Viele prangern das Getränk aufgrund der großen Menge an „ungesunden“ gesättigten Fettsäuren an, die den Cholesterinspiegel erhöhen können und so potenziell die Wahrscheinlichkeit für viele Krankheiten steigern. Während die einen auf ein Frühstück, bestehend aus lediglich einer Tasse Butterkaffee schwören, kritisieren andere die Einseitigkeit und Unausgewogenheit einer solchen Mahlzeit.

„Butterkaffee am Morgen bringt den Stoffwechsel in Schwung, führt zu einem Energieschub und sättigt lange.“ Der Meinung sind im Internet einige. Auch Marcel Rütschlin, Gründer von synapsic.de und ehemaliger Praktikant bei Coffee Circle, trinkt seinen Kaffee gerne ab und zu mit Butter. Weidebutter muss es dann allerdings sein. Die soll aufgrund von einem höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren gesünder sein als Getreidebutter, für die Milch von Kühen verwendet wird, die mit Getreide und Soja gefüttert wurden.

Marcel ist Teil der Quantified Self Community, das heißt, er misst auf zumeist technischem Weg verschiedene Körperdaten und will so seine Gesundheit beobachten und verbessern. Seine Erfahrung mit Butterkaffee zum Frühstück war tatsächlich positiv. Er mag nicht nur den Geschmack, sondern stellte bei sich auch eine Energiesteigerung und eine angenehme Sättigung fest. Eine darauf abgestimmte Ernährung ist laut Marcel jedoch wichtig.

Er verzichtet fast vollständig auf glutenhaltige Produkte und isst viel Gemüse und Obst. Werden Kohlenhydrate vollständig weggelassen, läuft die Energiebereitstellung des Körpers über die Verbrennung von Fett. Genau das ist auch der Grund, warum einige dem Butterkaffee eine gewichtsreduzierende Wirkung nachsagen. Etwas skeptisch war ich schon, als Marcel uns damals von Butterkaffee erzählte. Jetzt muss ich es aber endlich mal ausprobieren, um mir selbst eine Meinung zu bilden.

Wie bereitet man einen Butterkaffee am besten zu?

Marcel bereitet seinen Butterkaffee am liebsten mit der AeroPress zu. Man nehme hierfür:

AeroPress + Filter und einen Stab- oder Standmixer
16 g Kaffee
60-80 g Weidebutter
200 ml Wasser

1. Kaffeepulver in die AeroPress füllen, heißes Wasser aufgießen und eine Minute stehen lassen
2. Kaffee in ein Gefäß geben, z.B Hario Range Server
3. Butter hinzu geben
4. Die Mischung gut mixen. Fertig!

Bulletproof Coffee: Heiß und fettig. Und lecker?
Bulletproof Coffee: Heiß und fettig. Und lecker?
Heiß und fettig. Und lecker?

Und wie hat’s geschmeckt?

Ungewöhnlich, aber erstaunlicherweise nicht schlecht. Obwohl ich mich mit der Buttermenge zurückgehalten habe (60 g), war der Buttergeschmack sehr intensiv. Die Konsistenz war seidig-cremig und hat ein angenehmes Gefühl im Mund hinterlassen. Ich habe nicht die gesamte Menge getrunken, weil ich vorher schon gefrühstückt hatte. Die sättigende Wirkung kann ich dennoch bestätigen.
Um die angeblich leistungsfördernde Wirkung zu testen, würde ich es eigentlich gerne ausprobieren, morgens nur einen Butterkaffee zu trinken. Aber, so gerne ich Kaffee auch mag, möchte ich nicht auf mein allmorgendliches Marmeladenbrot verzichten. Energiefördernd hin oder her – ich bleibe beim Brot und einer Tasse schwarzen Kaffee.

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Katrin Simonis

Katrin hat Psychologie-Studium in Mannheim abgeschlossen und ist nun Produkt- und Projektmanagerin bei Coffee Circle. Morgens trinkt sie gerne Filterkaffee aus der Aeropress und nachmittags führt bei ihr nichts an einem Cappuccino vorbei. Ansonsten macht sie gerne Yoga, geht klettern oder verbringt ihre Zeit auf Flohmärkten.

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