#Reisen

Die schönsten Café-Spots Lissabons

Ein Beitrag von Franziska Freilinger in der Kategorie #Reisen vom 11. Februar 2026

Ich nehme dich mit durch Lissabon, die Stadt der sieben Hügel – durch steile Gassen, über holpriges Kopfsteinpflaster, immer dem Kaffeegeruch nach. Denn diese Stadt kann nicht nur typisch portugiesischen Café: Specialty Coffee ist auch hier längst angekommen.

Ein kurzer Schluck Kaffeekultur

Die Portugies:innen lieben ihren Kaffee stark und vor allem günstig. Einen guten Espresso bekommt man hier meistens für unter einem Euro. Vormittags entscheiden sich viele für einen Galão (so etwas wie ein milder Latte Macchiato im Glas), über den Tag verteilt trinken die meisten einen Café. Americano gibt es hier auch, er ist üblicherweise aber kleiner, stärker und wird häufig als Abatanado bezeichnet.

Was mich jedes Mal wieder begeistert: In jedem noch so kleinen Café oder Quiosque steht eine Siebträgermaschine. Vollautomaten? Fehlanzeige. Die klassische Espressomischung besteht meist aus 70 % Arabica und 30 % Robusta, mit Bohnen aus Brasilien oder Angola – ein Echo der portugiesischen Kolonialgeschichte. Filterkaffee sucht man in diesen Traditionscafés dagegen oft vergeblich.

Und genau hier kommt die Specialty-Coffee-Szene ins Spiel. Sie wächst rasant – befeuert durch Digital Nomads, Tourist:innen und Zugezogene. Für viele Locals sind die Preise höher als gewohnt, besucht wird die Szene daher vor allem von neugierigen Entdecker:innen und Kaffeenerds.
Ich habe mich für dich auf die Suche nach den spannendsten Specialty-Spots der Hauptstadt gemacht.

1. Orioli Präzision, Ruhe und richtig gute Batch Brews

Orioli ist ein Ort, an dem ich automatisch leiser spreche. Ein entspannter Vibe und viel Fokus auf das, was in der Tasse passiert – perfekt zum Arbeiten oder Abschalten. Ganz in der Nähe der beliebten LX Factory findest du diese Ruheoase für deine kleine Kaffeeauszeit.
Die Baristas hier sind echte Expert:innen, beraten mit Freude – und lassen dich den Kaffee sogar vorab probieren. Kein Wunder, dass sie 2025 Platz 2 bei den portugiesischen SCA Barista Championships erreicht haben. Die Liebe für Specialty Coffee ist in jedem Moment spürbar.

Ich probiere zwei Batch Brews:

  • Batch Brew Nr. 1 hat ein seidig-weiches Mundgefühl und überzeugt mich mit Noten von Honig und Schokolade. Der Kaffee der Geisha Varietät wird auf 1.100m in Brasilien angebaut und als Natural verarbeitet. Durch seinen runden Körper kommt er pur besonders gut.
  • Batch Brew Nr. 2 hat ebenfalls ein seidig-weiches Mundgefühl, allerdings überrascht der washed Kaffee aus den Höhenlagen Tansanias mit leichten Aromen von Vanille und floralen Noten im Abgang.

Neben den Batch Brews kannst du hier auch V60 Kaffee in vielen Variationen genießen.

Bei Orioli bekommst du nicht nur die passenden, selbst gerösteten Bohnen aus direktem Handel, sondern auch eine kleine, feine Kuchenauswahl. Das Beste? Das meiste ist vegan. Ich habe das Bananenbrot probiert und muss sagen – es ist das Beste, was ich je essen durfte. Meine Begleitung war vom Zitronenkuchen ebenfalls sehr begeistert. Dieses Café musst du unbedingt besuchen.

2. A Flôr da Selva Röstereitour mit Herz und Holzfeuer

Versteckt in einer kleinen Gasse nahe der bekannten Green Street liegt die kleine Rösterei A Flôr da Selva. Gehe einfach der Nase nach – der Kaffeeduft führt dich zum richtigen Eingang.

Röstmeister Miguel nimmt uns spontan mit auf eine Tour durch die Räumlichkeiten der Rösterei. Aktuell wird nebenan eine neue Metrostation gebaut, deshalb mussten sie ihre große Probat-Röstmaschine abbauen. Sie hoffen, sie Ende Januar wieder vollständig in Betrieb nehmen zu können. Normalerweise rösten sie on demand, oft für individuelle Bestellungen, meist in kleineren Mengen.

Die Bohnen kommen überwiegend aus Brasilien, aber auch aus Ländern wie Guatemala und Costa Rica. Spannend: Die geopolitische Lage beeinflusst auch bei ihnen den Einkauf – ein Kaffee aus Venezuela ist aktuell z. B. nicht lieferbar. Geröstet wird hier noch traditionell mit Holzfeuer, was viel Expertise und Leidenschaft für das Rösten voraussetzt. Bei Miguel wird beides im Gespräch immer wieder deutlich. Meine Begleitung und ich dürfen abschließend noch einen fruchtigen Espresso mit Noten von Zitrus aus Costa Rica probieren und sind begeistert.

Ein Kilo Kaffee von A Flôr da Selva kostet um die 22 €. Verkauft wird direkt aus der Rösterei oder an Cafés in der Umgebung – etwa Fauna e Flora oder Dear Breakfast. Auch Cascara aus Honduras gibt’s hier.

3. Fauna e Flora Zwischen Pflanzen, leckerem Brunch und richtig gutem Kaffee

Direkt um die Ecke der Rösterei Flora da Selva liegt eine Filiale von Fauna e Flora – und davon gibt es gleich mehrere in der Stadt. Jackpot.

Hier kann man den Kaffee von A Flôr da Selva in grünem Ambiente selbst probieren. Mein Cappuccino ist angenehm cremig und schokoladig im Geschmack. Die verwendeten Bohnen funktionieren auch super im Flat White meiner Begleitung.

Der Laden ist voller Pflanzen und wirkt ein wenig wie ein Regenwald. Die große Auswahl an Kaffeegetränken, Backwaren, Lunch und ausgefallenen Frühstücksoptionen laden zum Verweilen ein. Viele nutzen das Café nicht nur für entspannte Pausen, sondern auch zum Arbeiten in gemütlicher Atmosphäre.

4. Simpli Coffee Specialty Coffee im Business-District

Simpli Coffee liegt nahe den Metro Stationen Saldanha und Picoas, mitten im geschäftigen Business- und Bankenviertel: umgeben von Hochhäusern, aber innen überraschend entspannt. Das Café bietet genug Platz und coole Vintage-Vibes, sowohl im Inneren als auch auf der gemütlichen Außenterrasse.

Was ich hier besonders liebe: Zu jedem Kaffeegetränk gibt’s ein Infokärtchen. Origin, Geschmack, Verarbeitung, Varietät – klar, übersichtlich und detailliert.

Ich probiere einen Iced Coffee Tonic. Er wird mit einer getrockneten Orangenschale serviert und schmeckt aufregend spritzig und fruchtig. Die angenehme Säure des washed Kaffees aus Kolumbien in Kombination mit Noten von Orange kommt unglaublich gut zur Geltung. Auch als Batch Brew wirkt der Single Origin angenehm cremig und seidig-weich. Meine Begleitung probiert einen Flat White aus Brasiliens Höhenlagen. Sie ist begeistert von der Stärke und dem säurearmen Charakter dieses Naturals. Die Karte bietet eine große Auswahl an Kaffeegetränken: auch Slow Drip Coffee oder Kaffee mit Orangensaft gibt es bei Simpli.

Die verwendeten, selbst gerösteten Bohnen kann man vor Ort erwerben – auch Kaffeekapseln der Sorten werden angeboten. Eine große Auswahl an süßen Leckereien oder kleinen Frühstücksgerichten lädt zum längeren Verweilen ein. Arbeiten geht vor allem an den Fensterplätzen, von denen man das Treiben beobachten kann.

5. Dong Coffee Klein aber Oho

Dong Coffee ist klein, herzlich und ein echtes Highlight. Nahe der Metro Stationen Arroios und Alameda, finde ich die erste äthiopische Mischung auf meiner kleinen Expedition durch Lissabon. Der Batch Brew des Tages, ein Natural aus Yirgacheffe, hat ein weiches, seidiges Mundgefühl und ist unglaublich ausgewogen. Geschmacklich ist er leicht fruchtig, mit süßlichen Noten, die an Toffeebonbons erinnern. Was ich mega cool finde: wenn man die selbst gerösteten Bohnen von Dong erwirbt, findet man sogar den Cupping Score auf dem Label der Sorte.

Das Café selbst wirkt sehr entschleunigend, was sicherlich auch an seinem Besitzer liegt, der eine unglaubliche Gelassenheit ausstrahlt. Man darf am Laptop arbeiten und es gibt kostenloses WLAN. Das nutze ich direkt für mich und bestelle mir noch ein weiteres Getränk. Mein Galão ist wunderbar cremig, leicht karamellig und nussig, mit schöner Latte Art. Hafermilch? Gibt es, wenn gewünscht, ebenfalls. Auch die kleine Auswahl an Leckereien überzeugt – Pastel de Nata, Bananenbrot, Croissants, die ganz typisch Portugiesisch individuell belegbar sind.

Fazit Lissabon kann Specialty Coffee

Das Specialty Coffee Angebot in Lissabon wird immer größer und vielfältiger. In spezialisierten Cafés kann man fast immer zwischen verschiedenen Brühmethoden wählen, oft auch zwischen mehreren V60-Varianten. Viele Kaffees kommen aus Mittel- und Lateinamerika, vor allem Brasilien, aber auch afrikanische Single Origins aus Kenia oder Äthiopien lassen sich finden.

Die Atmosphäre ist meist gemütlich und entspannt, ganz wie die Portugies:innen selbst. Arbeiten ist in vielen Cafés völlig normal und trübt in keinem Fall die ruhige Umgebung. Dazu gibt’s meist richtig gute kleine Leckereien, insbesondere verschiedene Croissants und natürlich die Traditionssüßigkeit Pastel de Nata. Preislich sind vor allem Batch Brews oft günstiger als in Deutschland, bei trendigen Drinks zieht Lissabon aber gleich.

Du bist in der Hauptstadt unterwegs? Nimm dir Zeit, probiere ein paar unserer Tipps aus und verweile ein wenig. Diese Stadt belohnt jeden Schluck.

Die besten Kaffees für den Handfilter

Limu Kaffee 250 g / Ganze Bohne
RöstgradMittel
Äthiopien
4.8 / 5

Limu Kaffee

Balanciert, Traube, Zartbitterschokolade
ab 10,90 €
Yirgacheffe Kaffee 250 g / Ganze Bohne
RöstgradMittel
Äthiopien
4.8 / 5

Yirgacheffe Kaffee

Fruchtig, Vanille, reife Beeren
ab 11,90 €
Sierra Nevada Kaffee 250 g / Ganze Bohne
RöstgradMittel
Kolumbien
4.7 / 5

Sierra Nevada Kaffee

Ausgewogen, Haselnuss, Karamell
ab 9,90 €
bestseller
Buna Dimaa Kaffee 250 g / Ganze Bohne
RöstgradDunkel
Blend
4.8 / 5

Buna Dimaa Kaffee

Vollmundig, Kakao, Geröstete Nüsse
ab 9,90 €

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