Hilfe
 
 
Milchsorten im Test
#Rezepte

Milchalternativen im Test – Cappuccino mal ohne Kuhmilch

Ein Beitrag von Leo Schulze in der Kategorie #Rezepte  vom 3. Juni 2016

Ob Cappuccino, Café au Lait oder Latte Macchiato, viele beliebte Kaffeegetränke sind mit Milchschaum gekrönt. Aber muss es dafür wirklich immer die tierische Kuhmilch sein? Nein, denn es gibt einige Alternativen! Wir haben recherchiert und „alternative“ Milchsorten für dich getestet. Ein Update.

Besonders in der laktosefreien oder veganen Ernährung dienen Soja-, Getreide- oder Nussmilch als Alternativen. Ohne hier über die Sinn- und Notwendigkeit von Kuhmilch und Alternativen zu diskutieren, haben wir verschiedene Getreide- und Nussmilchsorten getestet und geschaut, wie sie sich als Cappuccino schlagen. Laut Gesetz darf sich eine Milch aus Getreide oder Nuss zwar nicht “MILCH” nennen, wir möchten in diesem Blog trotzdem bei der Bezeichnung bleiben. Für unseren Vergleich wurden sämtliche Milchsorten erhitzt, aufgeschäumt und jeweils mit einem Espresso Yirga Santos als Cappuccino zubereitet (je 1 Teil Espresso und 2 Teile Milch).

Folgende Milchsorten haben wir getestet

  • Sojamilch
  • Reismilch
  • Mandelmilch
  • Reis-Mandelmilch
  • Kokosmilch
  • Hafermilch
  • Dinkelmilch
  • Hirsemilch
  • Cashewmilch
  • Haselnussmilch

Sojamilch

Sojamilch
Sojamilch

Zunächst ein paar Fakten zur Sojamilch. Sojamilch ist ein aus Sojabohnen hergestelltes pflanzliches Getränk. Soja ist reich an Ballaststoffen, besteht zu 36% aus Eiweiß und ist damit eine sehr gute Proteinquelle. Der Kohlenhydratgehalt, ca. 2 g, und der Fettgehalt, ca. 2,2 g, liegen unter dem der Kuhmilch (Kohlenhydrate 4,8 g; Fett 3,5 g). Im Vergleich zu Kuhmilch enthält Sojamilch jedoch wesentlich weniger Vitamin B2 und Calcium.

Wie aber schmeckt die Sojamilch nun? Sojamilch riecht erdig und schmeckt pur nach Getreide. Trotz des hohen Eiweißgehaltes schäumt die Sojamilch nur mäßig. Im Cappuccino entfaltet die Sojamilch wenig Geschmack und der Cappuccino schmeckt tendenziell eher wässrig.

Reismilch

Milchsorten im Test
Milchsorten im Test

Reismilch besteht aus Vollkornreis und Wasser, das zum Andicken mit Öl emulgiert wird. Genau so riecht und schmeckt sie auch – nach Reis! Reismilch gehört zu den Getreidemilchsorten, die eher Nährstoff-, Vitamin und Eiweißarm ist. Sie kann jedoch relativ bedenkenlos von Milchzucker-, Eiweiß- oder Glutenallergikern und Veganern genutzt werden. Durch die Fermentation vom Reis im Herstellungsprozess, entsteht eine angenehme natürliche Süße. Mit gut 10 % ist die Reismilch reich an Kohlenhydraten.

Reismilch eignet sich allerdings nicht gut zum Schäumen, da der Eiweißgehalt mit 0,2 % sehr niedrig ist. Der Schaum löst sich schnell wieder auf und die Milch teilt sich in eine wässrige und eine schaumartige Konsistenz. Kalt schmeckt die dünnflüssige Milch stark nach Reis und erinnert ein wenig an Milchreis. Der Eigengeschmack vom Reis stört überraschender Weise im Espresso kaum und geht eher unter. Im Cappuccino hat die Reismilch einen sehr angenehmen Geschmack, der eher an einen leichten Milchkaffee erinnert. Da Reismilch wie alle Getreidemilchsorten nährstoffarm ist, werden oft Vitamine oder Kalzium zugesetzt. Immer häufiger findet man auch Reismilch mit Geschmacksrichtungen wie “Vanille” oder “Schokolade” – oder gemischt mit Mandel- oder Sojamilch.

Mandelmilch

Mandelmilch ist ein aus Mandeln und Wasser hergestelltes pflanzliches Getränk. Zur Herstellung von Mandelmilch übergießt man frisch gemahlene und angeröstete Mandeln mit warmem bis heißem Wasser und lässt sie mehrere Stunden ziehen. Mandeln sind ein gesundes Nahrungsmittel. Schon 60 g Mandeln pro Tag haben eine extrem positive Wirkung auf unsere Gesundheit. Sie schützen vor Diabetes, senken den Cholesterinspiegel, stärken die Knochen und liefern überdies wertvolle Fettsäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente. Darüber hinaus handelt es sich bei Mandeln um ein basisches Lebensmittel, so dass die Kerne wunderbar in jedes gesunde und basische Ernährungskonzept passen. Der Geruch der Mandelmilch hat eine dezente Mandelnote. Die aufgeschäumte Mandelmilch ist besonders cremig und schmeckt neben der dezenten Mandelnote leicht säuerlich. Im Cappuccino kommt der säuerliche Geschmack noch stärker heraus.

Mandelmilch

Reis-Mandel-Milch

Milchsorten im Test
Milchsorten im Test

Reis-Mandel-Milch gehört zu den immer beliebteren “Milch-Mischgetränken”. Durch diese Kombination erhält man die natürliche Süße der Reismilch und bekommt den fein-nussigen Geschmack der Mandelmilch, der gleichzeitig den kräftigen Reisgeschmack reduziert. Das Ganze ist sehr harmonisch und keine der beiden Hauptzutaten sticht besonders heraus. In unserem Vergleich ist die Reis-Mandelmilch jedoch die mit den meisten Kohlenhydraten. Die Schaumqualität ist in Ordnung, aber eher wässrig. Dafür hat der Schaum trotzdem eine feine konstante Festigkeit. Erst während des Schäumens, steigt einem der duftende Mandelgeruch entgegen. Im Cappuccino macht sich die Milch gut. Die Schokoladenaromen des Yirga Santos bekommen gute Unterstützung durch das Mandelaroma und der Süße der Reismilch.

Kokosmilch

Kokosmilch
Milchsorten im Test

Kokosmilch entsteht nicht in der Nuss, sondern wird hergestellt, indem das Fruchtfleisch mit Wasser püriert und die Mischung dann durch ein Tuch ausgepresst wird. Es entsteht eine aromatische, milchige Flüssigkeit mit üblicherweise ca. 15 % bis 25 % Fettgehalt, je nach verwendeter Wassermenge. Die zurückbleibende, faserige Masse wird nochmals mit kochendem Wasser extrahiert und ausgepresst, was eine dünnere Kokosmilch ergibt. Fett- und Wasseranteil trennen sich daher in der Verpackung voneinander und müssen vor der Verwendung bei Bedarf durch Schütteln neu vermischt werden. Aufgrund ihres hohen Anteils an mittelkettigen Fettsäuren wird die Kokosmilch vom Körper als schneller Energielieferant genutzt und – im Gegensatz zu anderen Fetten – nur selten ins Fettgewebe eingelagert. Kokosmilch kann daher sehr gut beim Abnehmen helfen.

Entgegen unseren Erwartungen ist die Kokosmilch eher geruchsneutral. Die Milch ist schwer schäumbar und der entstandene feinporige Schaum verfliegt schnell. Die aufgeschäumte Milch schmeckt leicht nach Kokos und gibt dem Cappuccino eine leichte Frische. Im Vergleich zur Sojamilch im Cappuccino schmeckt die Kokosmilch im Cappuccino, wenn auch nicht ganz reichhaltig, weniger wässrig.

Hafermilch

Milchsorten im Test
Milchsorten im Test

Hafermilch gehört ebenso wie Reis-, Dinkel, Hirse- oder Reismilch zu den Getreidedrinks. Sie wird aus fermentiertem Getreide oder aus Mehl hergestellt. Getreidemilch kann aus Reis, Hafer, Dinkel, Roggen oder Einkorn gewonnen werden. Durch die herstellungsbedingte Umwandlung von Stärke in Einfachzucker, schmeckt die Hafermilch angenehm süßlich. Natürlich ist die Hafermilch frei von Milchzucker und -eiweiß. Daher kann sie auch problemlos von Veganern und Allergikern genutzt werden. Durch den starken Eigengeschmack vom Getreide, ist die Hafermilch doch nichts für jeden. Als Cappuccino ist der starke Getreidegeschmack jedoch kaum noch wahrnehmbar und hinterlässt eine süßliche Note. Leider wird der Espresso sehr unterdrückt und ist kaum noch wahrnehmbar. Aber: Die Hafermilch lässt sich sehr gut schäumen und mit etwas Übung klappt’s auch mit der Hafer-Latte-Art!

Dinkelmilch

Dinkelmilch gehört zur Gruppe der Getreidemilchsorten. Getreidemilch ähnelt Kuhmilch im Aussehen. Der Nährwert ist abhängig von der verwendeten Getreideart und kann mit dem von Kuhmilch in Bezug auf Vitamine und Mineralstoffe verglichen werden, nicht jedoch auf den Gehalt an Proteinen. Getreidemilch enthält sehr wenige hochwertige Proteine, Calcium und bestimmte Vitamine. Diese können jedoch zugesetzt werden.

Die Dinkelmilch riecht nach Getreide und es entsteht mehr Schaumvolumen als bei den anderen getesteten Sorten. Der Geschmack der aufgeschäumten Milch weist mehr Eigensüße auf, als die anderen Sorten. Latte Art ist mit der Dinkelmilch verglichen mit den anderen Milchsorten am einfachsten zu kreieren. Und der Cappuccino mit Dinkelmilch schmeckt angenehm karamellig und leicht nach Getreide.

Dinkelmilch

Warum flockt meine Milch?

Wer kennt es nicht: der Kaffee ist fertig, die Vorfreude ist groß, Milch dazu und dann … komische Flocken im Kaffee. Das kommt vor allem daher, dass die Eiweiße in der Milch ihre Löslichkeit verlieren, zusammenkleben und Klümpchen bilden. Das passiert besonders schnell bei älterer Milch und in Verbindung mit heißem Kaffee, der quasi als Katalysator dient. Zum anderen liegt es an der Säure im Kaffee. Aber: Wie hoch der Säuregehalt im Kaffee ist, hängt z. B. vom Grad und Art der Röstung ab. Wir rösten unsere Kaffees langsam und schonend, d.h. mit niedriger Temperatur über ca. 13-18 Minuten. So werden bereits viele Säuren abgebaut. Industriell gerösteter Kaffee enthält dagegen vergleichsweise viel Fruchtsäuren, da er kurz und heiß geröstet wird. Außerdem erhöht sich der Säuregehalt im Kaffee, je länger er warm gehalten wird. Daher flockt die Milch in “altem” Kaffee schneller, als in frisch aufgebrühtem.

Hirsemilch

Hirsemilch gehört ebenfalls zu den Getreidedrinks und wird auch genauso hergestellt. Die Farbe ist im Vergleich zur Hafermilch eher gelblich und der Eigengeschmack noch stärker. Sie ist reich an Kohlenhydraten und dabei mit nur 1 % sehr fettarm. Zum Schäumen eignet sich die Hafermilch nur bedingt. Der Schaum setzt sich schnell ab und wird eher wässrig. Auch der Geschmack passt nicht besonders gut zum Espresso. Jegliche Aromen werden von dem dominanten Hirsegeschmack übertönt. Die Mischung “Espresso und Hirsemilch” hat von allen getesteten Alternativen am wenigsten überzeugt.

Milchsorten im Test

Cashewmilch

Milchsorten im Test
Milchsorten im Test

Cashewmilch gehört neben den vielen Getreidedrinks zu den Nussmilchsorten. Sie besteht im Prinzip nur aus Cashewnüssen und Wasser. Wie auch die Haselnussmilch ist die Cashewmilch fettreich und hat nur wenig Kohlenhydrate. Der Geschmack der Milch ist sehr dominant und nicht direkt einer gewöhnlichen Cashewnuss zuzuordnen. Der starke Geschmack der Milch passt auch nicht besonders gut zum Espresso. Beim Milchschäumen macht die Cashewmilch keine besonders gute Figur. Der feinporige Schaum löst sich schnell auf und die wässrige Masse beginnt sich zu trennen. Die Kombination “Cashew und Espresso” macht eigentlich Appetit auf mehr, geschmacklich hat uns die Nussmilch jedoch nicht überzeugt.

Haselnussmilch

Haselnussmilch schmeckt so, wie man sich Haselnuss vorstellt. Die wässrige Milch hat einen authentisch-kräftigen Haselnussgeschmack. Die Haselnussaromen passen sehr gut zum Yirga Santos. Die Schaumqualität ist dagegen eher schlecht, schnell trennen sich Flüssigkeit und Schaum voneinander. Anders wie bei den Getreidesorten, wie der Reismilch, hat die Nussmilch keine natürliche Süße. Deswegen wird oft Zucker zugesetzt, worauf man unbedingt achten sollte.

Milchsorten im Test

Schmecken hervorragend mit Milch

Unsere Kaffee-Empfehlung

Leo Schulze

Leonard ist seit 2015 nicht mehr wegzudenkender Teil vom Marketing-Team. Inzwischen hat er zum Kaffee-Experten entwickelt, führt Produkttests durch oder schult neue Kollegen in der Kaffeezubereitung. Sein Favorit? Fruchtige, helle Röstungen mit dem Hario v60 Handfilter zubereitet.

Es gibt 0 Kommentare zu diesem Beitrag.
Kommentare einblenden