An den Drying Beds

Unsere Kaffee Einkaufskriterien

Wir setzen neue Standards für fairen Kaffeehandel. Für die besten Kaffees der Welt ist uns kein Weg zu weit. Wir pflegen direkte Beziehungen zu unseren Partner:innen, denen wir hohe Preise für ihre einzigartigen Kaffees zahlen. Der Handel mit Kaffee ist komplex. Daher haben wir 7 Kriterien definiert, die wir uns beim Einkauf unserer Rohkaffees als Ziel setzen.

Unsere 7 Einkaufskriterien

Wir glauben daran, dass wir gemeinsam mit unseren Kund:innen die Lieferkette von Kaffee verändern können.

Nur wenn wir ein optimales Produkt anbieten, steigt die Zahlungsbereitschaft unserer Kund:innen, und nur so kann auch mehr bei den Produzent:innen ankommen. Wir sind der Ansicht, dieses Ziel über eine hohe Kaffeequalität und hohe soziale und ökologische Ansprüche nachhaltig erreichen zu können. Deshalb kaufen wir unsere Kaffees nach sieben qualitativen, sozialen und ökologischen Kriterien direkt bei den Produzent:innen ein. Wir arbeiten laufend an der vollen Erfüllung dieser Kriterien, um höhere Qualität und Nachhaltigkeit zu erreichen.

1. Rückverfolgbarkeit

Wir können unsere Kaffees bis zum Ursprung zurückverfolgen, d.h. wir wissen aus welchen Kooperativen, von welchen Fincas oder Farmen unsere Kaffees stammen. Langfristige Partner:innen besuchen wir regelmäßig und tauschen uns mit ihnen aus. Rückverfolgbarkeit heißt für uns, nicht nur das Land und die Region zu nennen, sondern wirklich zu wissen, wo der Kaffee gewachsen ist und von wem er geerntet und aufbereitet wurde. Diese Informationen findest du auf jeder Kaffeepackung.

Zwar sind wir über E-Mail, WhatsApp und Video Meetings im engen Kontakt mit unseren Partner:innen, doch es ist uns wichtig, dass wir uns ebenfalls regelmäßigen in den Anbauländern besuchen. Nur wenn wir wissen, woher unsere Kaffees stammen, können wir auch sichere Aussagen über die Zustände vor Ort treffen. Dabei spielt die Qualität des Kaffees eine Rolle, ebenso wie die Sicherstellung einer nachhaltigen Anbauweise.

Rückverfolgbarkeit ist für uns im Vergleich zu den anderen Kriterien leichter umsetzbar. Es kann jedoch passieren, dass wir aufgrund eines Notfalls Kaffees hinzukaufen müssen. Die Herkunft ist dann nicht mehr 100 % bis zur Kooperative nachvollziehbar und endet meist bei Land und Region. Wenn z. B. ein Kaffeebestandteil eines Espresso Blends ausgeht, müssen wir „quer einkaufen“ um die Produktion nicht einstellen zu müssen. Wir kaufen in diesem Fall von uns bekannten Kaffeehändler:innen ein, die ähnliche Ansprüche an Qualität und Nachhaltigkeit stellen. Wir streben danach, weiterhin 100% unseres Rohkaffees rückverfolgbar einzukaufen. Dies erreichen wir durch eine verbesserte Einkaufsplanung und der Erfahrung, die wir über die Jahre im Kaffeeeinkauf gesammelt haben.

Specialty Coffee for a better tomorrow


2. Persönliche Beziehung

Unsere Kaffees stammen aus direkten Handelsbeziehungen. Das heißt für uns, dass wir regelmäßig mit unseren Partnerproduzent:innen kommunizieren und sie jährlich besuchen. Direkte Kommunikation ist essentiell, um ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufzubauen, zu verbesserter Kaffeequalität zu motivieren und die Lebensumstände vor Ort wirklich zu verstehen.

Direkte Kommunikation ist essentiell, um ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufzubauen

Neben der Kommunikation arbeiten wir während der Besuche direkt mit den Farmern zusammen. So können wir beispielsweise zu einer verbesserten Kaffeequalität motivieren. Einen großen Schritt in diese Richtung machen wir durch unsere kontinuierlichen Investitionen in Projekte in den Anbauregionen. Genauere Details findest du in unserem jährlichen Impact Report.

Mit der Erweiterung unseres Portfolios ist es zuletzt schwieriger geworden, alle unsere Partnerkooperativen jährlich zu besuchen. Die Kaffeeländer liegen weit auseinander und die Kaffeeernte findet oft zur gleichen Jahreszeit statt. Zudem möchten wir nicht nur „Stippvisiten“ machen und nach ein paar Stunden wieder abreisen. Wir halten dennoch an unserem Ziel fest und besuchen jedes Jahr einige unserer Partner:innen. Unsere aktuellen Reiseberichte, findest du auf unserem Blog.

IlketunjoMartin und Hannes auf einer Partnerfarm der FNCMartin und Hannes mit Eduardo auf seiner Farm in CaldasMartin, Hannes und Robert bei Daterra 2025Martin und Hannes beim Besuch einer Partnerfarm von Apuna, in CaldasÄthiopien 2024

3. Hohe Qualität

Eine hohe Kaffeequalität ist uns wichtig. So kaufen wir z. B. nur Kaffees ein, die wir mit einem Cupping Score von > 80 Punkten (internationales Scoringmodell der SCA, der Specialty Coffee Association) bewertet haben. Beim Einkauf unserer Rohkaffees achten wir nicht nur darauf, dass sie geschmacklich unseren Präferenzen entsprechen. Wir möchten dir den richtigen Kaffee für deine Bedürfnisse bieten und bemühen uns daher um ein möglichst vielseitiges Kaffeeportfolio.

Die Suche nach den besten Kaffees erfolgt über sogenannte Cuppings. Das sind Verkostungen bei denen unzählige Kaffees probiert und bewertet werden. Der Cupping Score ist ein guter Referenzwert, um die Qualität eines Kaffees im Einkaufsprozess zu evaluieren. Dabei handelt es sich um ein bewährtes Verfahren im Specialty Coffee Handel. Diese strukturierte Methode der SCA hat im Einkaufsprozess von Specialty Coffees Tradition und Berechtigung. Dennoch bleibt es eine subjektive Bewertung des jeweiligen Graders. Deshalb versuchen wir immer in „blind cuppings“ die Meinung von jeweils zwei Gradern heran zu ziehen, um die Qualität zu beurteilen. Kurz gesagt: Du kannst dich also darauf verlassen, dass wir ausschließlich Kaffees einkaufen, von deren Qualität wir restlos überzeugt sind.

Unsere Partner:innen im Ursprung motivieren wir stetig dazu, die Kaffeequalität zu steigern – nicht nur für uns. Denn durch höhere Qualität erhalten sie höhere Preise. Deshalb setzen wir uns mit unseren Projekten im Kaffeeanbau genau dafür ein.

Wie läuft ein Cupping ab

4. Fairer Einkaufspreis

Für hohe Qualität sind wir bereit hohe Preise zu bezahlen, die vom Weltmarkt unabhängig sind. Ein hoher Preis ist uns wichtig, damit die Farmer:innen nachhaltig motiviert sind, laufend an der Verbesserung ihrer Kaffeequalität zu arbeiten. Die Einnahmen aus dem Kaffeeanbau tragen so dazu bei, ihre Lebensverhältnisse selbständig zu verbessern.

Der Weltmarktpreis ist ein Referenzpunkt, der von der internationalen Kaffeebörse stammt. Dieser ist, einfach gesagt, ein Durchschnittspreis über alle weltweit gehandelten Kaffees, z. B. der Sorte Arabica, unabhängig von Qualität, Ursprungsland und Herstellungskosten. D. h. in diesem Preis sind sowohl Kaffees enthalten, die in Brasilien effizient und maschinell auf hochproduktiven Kaffeeplantagen geerntet werden, als auch Kaffees aus afrikanischen Ländern, die größtenteils aus kleinbäuerlichen Strukturen bestehen, in denen von Hand geerntet wird.

So ergibt sich ein mehr oder weniger aussagekräftiger Referenzpreis für Produzent:innen weltweit. Auf diese Weise werden ca. 90 % des Kaffees gehandelt. Die restlichen 10 % werden an der Börse vorbei gehandelt. Und hier kommt Specialty Coffee ins Spiel.

Hohe Preise zu zahlen, bedeutet für uns, ökonomische Nachhaltigkeit in unseren Kaffeelieferketten sicherzustellen, was über den klassischen Kaffeehandel an der Börse nicht möglich ist. Es bedeutet für uns, unseren Kund:innen sehr gute Qualität und außergewöhnliche Kaffees zu einem Preis anzubieten, der es uns ermöglicht, unsere Partnerproduzent:innen und andere involvierte Partner:innen für ihre Arbeit und ihr Risiko entsprechend zu entlohnen.

In Kolumbien können wir bereits Erfolge dank hoher Einkaufspreise verzeichnen. Unsere Partnerkooperative COOCAFE konnte sich dank Qualitätsprämien, die wir zusätzlich zum Einkaufspreis zahlten, ein Quality Lab finanzieren, um die Kaffeequalität der Farmer:innen der Kooperative langfristig zu steigern.

Details zu unseren Kaffeepreisen
Ein hoher Einkaufspreis ist wichtig, um die Farmer zu motivieren laufend an der Verbesserung ihrer Kaffeequalität zu arbeiten – und somit selbständig ihre Einnahmen und damit die Lebensqualität zu erhöhen

5. Projekte

Wir sind stolz darauf, über eine Million Menschen in den Kaffeeanbauregionen erreicht zu haben.

Mit 1 € pro verkauftem Kilogramm Kaffee realisieren wir Projekte zur Verbesserung der Gesundheit, Bildung und nachhaltigen Landwirtschaft in den Kaffeeanbauregionen. Gemeinsam mit unseren Partner:innen bauen wir Versorgungssysteme für sauberes Trinkwasser, verbessern Hygiene und Ernährung, veranstalten Trainings für Farmer:innen, unterstützen von Frauen geführte Initiativen und helfen den Communities, von innen heraus zu wachsen. In den letzten fünf Jahren hat dieses Modell mehr als 1,4 Millionen € für die Coffee Circle Foundation e.V. generiert. Alle Projekte sind so angelegt, dass sie langfristig und unabhängig von uns fortgeführt werden können.

Unsere abgeschlossenen Projekte

Marquee Ticker Sanity Awards

6. Nachhaltige Anbaumethoden

Unsere Kaffees werden auf umweltverträgliche Weise angebaut. Diese ist, unabhängig von einer Zertifizierung, eine Kaufvoraussetzung für uns. So begrüßen wir z. B. das offizielle Bio-Siegel ausdrücklich. Letztendlich spielt Qualität für uns aber eine größere Rolle als eine offizielle Zertifizierung. Daher kaufen wir auch nicht zertifizierte Kaffees, sofern wir uns sicher sind, dass der Kaffee auf nachhaltig umweltverträgliche Weise angebaut wird.

Die Überprüfung der nachhaltigen Anbauweise ist in der Realität sehr schwierig. Es bedarf großem Vertrauen zu unseren Produzentenpartner:innen, da wir nicht das ganze Jahr überprüfen können, inwieweit beispielsweise chemische Düngemittel eingesetzt werden. Größere Präsenz und bessere Beziehungen helfen hier sicherlich weiter, siehe Punkt 2. Doch auch Zertifizierungen basieren lediglich auf einer jährlichen Befragung und Kontrolle. Auch bei diesem Kriterium lernen wir dazu und können nur mit zunehmender Präsenz besser werden.

7. Kontinuierliche Verbesserung

Der Handel mit Kaffee ist komplex und wir haben in den letzten Jahren gelernt, dass er kein „Schwarz-Weiß-Denken“ zulässt. Vielmehr müssen wir ständig dazu lernen und unsere Einkaufskriterien regelmäßig überprüfen, um hohe Qualität, fairen Handel und nachhaltigen Anbau sicherzustellen.

Mehr von Coffee Circle